Modellprojekt „Elternassistenz erproben“

Ein Baby zu zeugen ist für Querschnittgelähmte nicht immer die natürlichste Sache der Welt. Auch wenn der Kinderwunsch sich erfüllt und der Familienzuwachs endlich da ist, sind die Herausforderungen, denen sich Eltern mit Behinderungen gegenüber sehen, in vielen Fällen größer als sie es für andere sind. Ein neues Modellprojekt des Bundesverbandes behinderter und chronisch kranker Eltern e.V. will helfen diese Situationen zu meistern.

Bild 57841969 copyright Brian A Jackson, 2013 Mit Genehmigung von Shutterstock.com

Das von der Aktion Mensch geförderte Projekt „Elternassistenz erproben“ startete im Sommer 2013 an den Standorten Erfurt und Hannover und ist zunächst auf drei Jahre begrenzt.

Alle Mitarbeiter sind selbst behindert und beraten und informieren betroffene Familien zu den Themen:

  • Zeugung
  • Schwangerschaft
  • Geburt
  • Eltern-Sein
  • Hilfen für den Alltag mit Kind
  • Elternassistenz
  • Etc.

Die Verantwortlichen stellen klar: Behinderte oder chronisch kranke Eltern sind ebenso vollwertige Mütter oder Väter wie alle anderen auch, müssen den Familienalltag aber unter schwierigeren Voraussetzungen bewältigen. Viele Handgriffe sind zeitaufwendiger und kräftezehrender. Eine Elternassistenz kann deshalb – permanent oder zeitweise – notwendig sein.

Mitarbeiterinnen von Behörden fällt es oft schwer, sich in die Situation der Familien hineinzuversetzen. Momentan brauchen Eltern noch viel Durchsetzungsvermögen, um Elternassistenz bewilligt zu bekommen. Damit Eltern mit Behinderung die notwendigen Hilfen zeitnah nutzen können, streben die Projektmitarbeiterinnen eine enge Zusammenarbeit mit den Vertretern aus Sozial- und Jugendämtern, aus der Politik, mit Hebammen, Frauenärzten und anderen an.

„Wir wollen behinderte Eltern bei der Beantragung von Elternassistenz unterstützen und ihnen bei der Suche einer passenden Assistenzperson behilflich sein. In bundesweiten Familientagungen und regionalen Gruppenangeboten werden wir den Erfahrungsaustausch der Familien untereinander fördern“, sagt Kerstin Blochberger, Projektleiterin von „Elternassistenz erproben“ in Hannover.

Der Bundesverband behinderter und chronisch kranker Eltern e.V. widmet sich bereits seit mehreren Jahren sehr erfolgreich der bundesweiten Beratung und der Vermittlung von erfahrenen Eltern mit Behinderungen an ratsuchende Eltern und dem Thema Elternassistenz als Sozialleistung.

Für nähere Informationen zum Modellprojekt und weiteren Leistungen siehe:

Bundesverbande behinderter und chronisch kranker Eltern e.V.

Kerstin Blochberger
Tel.: 0511 – 69 63 256
elternassistenz-hannover@behinderte-eltern.de

Susanne Schnabel
Tel.: 0361-75 25 228
elternassistenz-erfurt@behinderte-eltern.de

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