Wings for Life – Die Organisation

Querschnittlähmung heilbar machen. Dieses ambitionierte Ziel verfolgt die gemeinnützige Stiftung für Rückenmarksforschung Wings for Life seit ihrer Gründung 2004. Von ihrem Hauptsitz in Salzburg, Österreich aus, fördert die Organisation internationale Forschungsprojekte zur Heilung des verletzten Rückenmarks. Zur Finanzierung dieser Projekte führt Wings for Life regelmäßg Kampagnen zum Sammeln von Spenden durch und arbeitet mit namhaften Fürsprechern zusammen.

sh_104490380-Chris-Frost-gross

Wieso die Stiftung entstand

Ins Leben gerufen wurde Wings for Life von dem zweifachen Motocross-Weltmeister Heinz Kinigadner und dem Red-Bull-Gründer Dietrich Mateschitz.  Ein tragischer Unfall von Kinigadners Sohn Hannes im Jahr 2003, der eine hohe Querschnittlähmung zur Folge hatte, war hierfür der entscheidende Anstoß. Das Schicksal von Hannes Kinigadner steht repräsentativ für weltweit 250 000 bis 500 000 Menschen, die jährlich aufgrund einer Rückenmarksverletzung querschnittgelähmt werden. Die Hauptursachen sind Verkehrsunfälle, Stürze und Gewalttaten (siehe: Ursachen einer Querschnittlähmung).

Nach Gesprächen mit internationalen Experten kamen Kinigadner und Mateschitz zu folgenden Schlüssen:

  • Es besteht – entgegen der landläufigen Meinung – durchaus Hoffnung auf Heilung von traumatischer Querschnittslähmung. Bereits in den 1980er- und 90er-Jahren wurde, laut Auskunft von Wings for Life, bewiesen, dass verletzte Nervenzellen im Rückenmark nach bestimmten Behandlungen zur Regeneration fähig sind.
  • Diese Ansätze wurden und werden allerdings nicht ausreichend weiterverfolgt, vermutlich, so Wings for Life, weil Querschnittslähmung nicht zu den sogenannten Volkskrankheiten zählt und millionenteure Investitionen für verhältnismäßig wenige Betroffene wohl nicht lohnend genug erscheinen.

Diese Erkenntnisse waren der Startschuss zur Gründung einer privaten Forschungsstiftung: Wings for Life.

Heute ist Wings for Life Mitglied der International Campaign for Cures of Spinal Cord Injury Paralysis (ICCP), einer internationalen Dachorganisation führender und weltweit angesehener privater Förderorganisationen für Rückenmarksforschung.

Die Forschung

Um eine Heilungsmöglichkeit für querschnittslähmte Menschen zu finden, fördert Wings for Life mit Hilfe von Spendengeldern weltweit aussichtsreiche Forschungsprojekte von Wissenschaftlern an z. T. renommierten Instituten wie der Harvard Medical School (USA), der Cambridge University (Großbritannien), am Karolinska-Institut (Schweden), an der Universität Wien (Österreich) und der Charité in Berlin (Deutschland).

Ein internationales Beratergremium, bestehend aus den Wissenschaftlern und Kliniken auf dem Gebiet der Rückenmarksforschung, unterstützt die Stiftung bei der Auswahl erfolgversprechender wissenschaftlicher Projekte. Wings for Life garantiert, dass 100% der erhaltenen Spendengelder in die Forschung fließen.

Wings for Life verfolgt verschiedene Ansätze, deren Integration die Grundlage eines zukünftigen Forschungserfolges bieten soll:

  • Grundlagen- und präklinische Forschung
    Eine Rückenmarksverletzung greift in ein komplexes System ein. Um eine Therapie zu finden, ist es notwendig, dass die biologischen Mechanismen der ablaufenden Krankheitsprozesse erforscht und Angriffspunkte für therapeutische Strategien gefunden werden. Projekte mit diesen Fragestellungen werden in der Grundlagen- und präklinischen Forschung untersucht.
    e
  • Klinische Studien
    Potenzielle Medikamente oder medizinische Interventionen müssen im Rahmen einer klinischen Studie auf ihre Verträglichkeit und Wirksamkeit am Menschen überprüft werden, bevor sie offiziell zugelassen werden können.
    e
  • Wissenschaftliche Kommunikation
    Wissenschaftlicher Austausch ist eine wichtige Basis für Forschungsfortschritt. Wings for Life organisiert jedes Jahr internationale Konferenzen, um führende Köpfe in Forschung und Medizin zusammenzubringen. Zudem ist sichergestellt, dass die geförderten Wissenschaftler ihre Erkenntnisse in renommierten Fachmagazinen publizieren, damit niemand eine Strecke des Weges doppelt gehen muss.

Für eine genaue Beschreibung der Forschungsaktivitäten von Wings for Life und wie die Stiftung den Stand der Entwicklungen einschätzt siehe: Wings for Life über die Heilung von Rückenmarksverletzungen.

Informationen und öffentliches Bewusstsein

In erster Linie will Wings for Life die Heilung von Querschnittlähmung ermöglichen. Zudem bemüht sich die Organisation ein Bewusstsein für Querschnittlähmung und ihre Konsequenzen in der breiten Öffentlichkeit zu schaffen, um so Wissen zu vermitteln und Spenden zu generieren. Hierzu stellt Wings for Life verschiedene Informationsvideos zur Verfügung und arbeitet zudem mit prominenten Fürsprechern.

Der Kurzfilm „Mehr als nur nicht gehen können“ ist hier abrufbar; die Passagen in englischer Sprache sind mit deutschen Untertiteln versehen.

Fragen & Kommentare

Fragen & Kommentare zu diesem Artikel


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu hinterlassen.

Zur Registrierung geht es hier lang.