Ursachen für eine Querschnittlähmung

Eine Querschnittlähmung kann verschiedene Ursachen haben. Unterschieden wird grundsätzliche zwischen der angeborenen und der „erworbenen“ Querschnittlähmung durch Krankheiten oder ein plötzliches traumatisches Ereignis. Der Anteil älterer Menschen an den frisch Querschnittgelähmten steigt. Hier sind es nicht selten Stürze, die zu bleibenden Schädigungen der Wirbelsäule führen.

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Traumatisch bedingte Querschnittlähmungen

„Die häufigste Störung am Rückenmark sind Rückenmarksverletzungen, die durch Motorrad-, Auto- oder Sportunfälle oder durch Stürze entstehen. In Deutschland erleiden pro Jahr ungefähr 900 Menschen unfallbedingt eine Querschnittlähmung. Männer sind dabei mit ca. 70 % häufiger betroffen als Frauen. Das Durchschnittsalter liegt bei 40 Jahren“ (Medhost, 2012). Verletzungen der Wirbelsäule durch Unfälle oder Stürze (Trauma, griechisch = Wunde) bestehen in erster Linie in Wirbelbrüchen und/oder Luxationen (Verrenkungen). Der Druck auf das Rückenmark führt letztlich zur Schädigung von Nerven mit der Folge einer Lähmung. Selten kommt es zur völligen Unterbrechung der Nervenbahnen.

Speziell bei älteren Menschen können es auch Stürze sein, die das Rückenmark quetschen und inkomplette Querschnittlähmungen nach sich ziehen. Diese können meist konservativ, also ohne Operation, behandelt werden, wenn das Rückenmark nur geringfügig geschädigt ist. „Dabei ist zu beachten, dass auch eine Rückenmarksquetschung zu einer, auch auf Dauer bleibenden, kompletten Querschnittlähmung führen kann (nicht muss), obwohl die Kontinuität nicht unterbrochen ist“ (Flieger, 2012).

Nichttraumatisch bedingte Querschnittlähmungen

Darunter versteht man alle krankheitsbedingten Lähmungen, die durch Druck auf das Rückenmark entstehen oder direkt im Rückenmark verursacht werden. Ursachen können sein:

  • Tumore der Wirbelsäule, des Rückenmarks oder seiner Häute
  • Entzündliche Erkrankungen der Wirbelkörper, der Bandscheiben oder des Rückenmarks bzw. seiner Häute
  • Rückenmarksinfarkte infolge von Durchblutungsstörungen des Rückenmarks oder von Einblutungen
  • Bandscheibenvorfälle und andere degenerative (funktionsmindernde) Wirbelsäulenveränderungen (Cauda-equina-Syndrom)
  • Wirbelbrüche durch Osteoporose
  • Durch ärztliche Behandlung verursachte Rückenmarksschädigungen

Die krankheitsbedingten Rückenmarksverletzungen haben in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. „Dies ist sicher der höheren Lebenserwartung der Menschen insgesamt geschuldet, was sich auch am steigenden Anteil alter und sogar sehr alter Menschen an den frisch Querschnittgelähmten manifestiert“ (Flieger, 2012).

Angeborene Querschnittlähmungen

In seltenen Fällen kommt es durch Missbildungen der Wirbelsäule während der embryonalen Phase zu angeborenen Querschnittlähmungen. Dabei ist genau genommen die Fehlbildung des Neuralrohrs, die Spina bifida, nur die Ursache für das Querschnittssyndrom: „Die Verschlussstörung des Neuralrohres in der Embryonalzeit führt zu einer mehr oder weniger ausgeprägten Querschnittlähmung, welche bei der Geburt vorliegt“ (Zäch/Koch, 2006). Spina bifida wird dennoch häufig synonym als „angeborene Querschnittlähmung“ bezeichnet.

Bei einer Spina bifida (lat. spina = Stachel, bifidus = gespalten) schließt sich das Neuralrohr, das in der weiteren Entwicklung zum Rückenmark wird, nicht wie vorgesehen. Es bleibt ein Wirbelspalt offen. Das allein muss keine Beeinträchtigungen bedeuten und kann, wie bei der Spina bifida occulta, völlig unbemerkt bleiben. Zu einer Querschnittlähmung kommt es erst, wenn Nerven durch die Fehlbildung in Mitleidenschaft gezogen werden: Bei der Meningomyelocele (MMC) treten das Rückenmark (Myelon) und Rückenmarkshäute (Meningen) durch den Spalt in der Wirbelsäule in einer sichtbaren Blase nach außen. Daher ist diese Form der Spina bifida im Sprachgebrauch mit einem „offenen Rücken“ assoziiert. Die Öffnung des Rückens muss sofort nach der Geburt operativ geschlossen werden.

Mädchen sind hiervon etwas häufiger betroffen als Jungen. In Mitteleuropa tritt eine Spina bifida durchschnittlich bei einem von 1000 Kindern auf (Wikipedia, 2015).

 

 

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