Aphrodisiaka – Lustmacher aus der Natur

Der Vollständigkeit halber – und um Unwahrheiten den Boden zu nehmen – seien einige Aphrodisiaka genannt, die Libido bzw. Potenz erhöhen sollen. Die meisten der folgenden Mittel haben keine nachweisbare Wirkung, klingen aber ganz lecker. Andere sind unwirksam, eklig und im schlimmsten Fall gesundheitsschädlich. Und wieder andere scheinen tatsächlich zu wirken…

Bild 51893356 copyright Serg-Zastavkin, 2013 Mit Genehmigung von Shutterstock.com

 

Zwiebeln und Co. gelten in Asien als Stimmungsmacher.

Zwiebeln und Co. gelten in Asien als Stimmungsmacher.

Allium-Gewächse

Klingt geheimnisvoll, doch gemeint sind Zwiebeln, Knoblauch, Schnittlauch, etc. In Asien gelten diese Nahrungsmittel als libido- und potenzfördernd, weshalb buddhistische Mönche sie aus Keuschheitsgründen gar nicht erst essen dürfen. Querschnittgelähmte sollten hier Vorsicht walten lassen, da Zwiebelgewächse Blähungen und Durchfälle auslösen können.

 

Apfelkerne

Ungeeignet und schädlich: Apfelkerne.

Ungeeignet und schädlich: Apfelkerne.

Dieses traditionelle Aphrodisiakum ist schlichtweg gefährlich. Apfelkerne enthalten (wie fast alle Obstkerne) Blausäure, die in hohen Dosen tödlich wirken kann. Den ganzen Apfel samt Kerngehäuse kann man allerdings bedenkenlos essen. Erst die Menge der Apfelkernen, die man (ohne Apfel) um der Manneskraft willen laut Volksglauben essen soll, macht das Gift.

 

Austern

Der Klassiker unter den anregenden Speisen. Austern sollten beim Verzehr frisch sein, andernfalls droht eine Lebensmittelvergiftung. Aber auch bei der oft empfohlenen Menge von 50 Austern, wird dem Konsumierenden vermutlich sehr, sehr schlecht werden, Produktfrische hin oder her.

In Asien werden Austern, wenn sie die Potenz steigern sollen, geröstet und pulverisiert verabreicht. Der Stoff, der für die potenzsteigernde Wirkung von Austern verantwortlich sein soll, ist Zink. Zink soll die Produktion von Testosteron steigern und den Nachrichtenfluss zwischen der Zone des taktilen Reizes und den Lustzentren im Gehirn beschleunigen. Reich an Zink sind übrigens auch Nüsse und Schokolade (s. u.).

 

Ginko

Ginko ist in Europa hauptsächlich als Zierpflanze bekannt, doch seine Heilkraft ist in seinen asiatischen Herkunftsländern fest in der Pflanzenheilkunde verankert. Aus den Blättern lässt sich ein Tee kochen, der bei verschiedenen Beschwerden eingesetzt wird. Bei Potenzstörungen wirken entsprechende Präparate, indem sie (wie Viagra) die Muskulatur um den Penis entspannen und so den Blutfluss in die Schwellkörper erleichtern. Eine Verwendung solcher Präparate muss im Vorfeld mit einem Arzt abgesprochen werden.

Ingwer: Regt die Durchblutung an.

Ingwer: Regt die Durchblutung an.

 

Ingwer

Was das fernöstliche Liliengewächs alles für die Gesundheit tun kann, wird im Beitrag Ingwer – Wohltuende Schärfe beschrieben. In Asien wird Ingwer zudem – wie die phallisch anmutende Karotte übrigens auch – mit Honig und einem halben gekochten Ei, als Lustmacher eingesetzt. Ob er Potenz und Libido tatsächlich anregt, ist nicht bewiesen, aber auf jeden Fall regt er die Durchblutung an. Und, wie bei den Vertretern der Zwiebelfamilie, gilt auch hier: Buddhistische Mönche kriegen ihn nicht.

 

Nas-„Horn“

Das pulverisierte Horn des Nashorns, das in afrikanischen Ländern als potenzsteigernd gilt, ist ziemlich tödlich. Für das Nashorn jedenfalls. Und das nicht nur für das Individuum, sondern für die ganze Spezies, die vor der Ausrottung steht. Für alle anderen fällt das Aphrodisiakum Nas-„Horn“ gemeinsam mit getrockneten Tigerhoden in die Kategorie „Blödsinn“.

 

Nüsse: Reich an Zink.

Nüsse: Reich an Zink.

Nüsse

Nüsse sind reich an Eiweiß, was zur körperlichen Leistungsfähigkeit beiträgt, und gelten in Regionen am Schwarzen Meer als Geheimtipp bei schwindender Potenz; vermutlich wegen ihres Zinkgehalts (s. o.: Austern). Verabreicht werden gehackte Hasel- und Walnüsse, die mit Honig vermengt sind. Selbst wenn diese Mischung nicht aphrodisierend wirkt, klingt sie zumindest sehr lecker.

 

Maca

Maca ist eine in den Hochanden beheimatete Kresseart. Verwendet werden die Knollen, die einen angenehm süßlichen Geschmack haben und reich an essentiellen Aminosäuren sowie an Calcium und Eisen sind. Neben diesem Einsatz als Nahrungsmittel werden die Knollen getrocknet und zu Pulver zerrieben, das mit Flüssigkeit vermischt eingenommen wird. Laut Volksglauben soll es Fruchtbarkeit, Potenz und Libido steigern. Neurologische Studien weisen darauf hin, dass dieses „Viagra der Inka“ sowohl die Erektionsfähigkeit steigern als auch langfristig das Sexualverlangen erhöhen kann. Anderen Quellen zufolge soll Maca die Spermienzahl von Probanden erhöht haben und zudem gegen Depressionen und chronische Müdigkeit helfen. Wie bei allen Mitteln, die eine nachweislich physische Wirkung haben könnten, ist bei der Verwendung von Maca die Rücksprache mit dem behandelnden Arzt unbedingt erforderlich.

 

Ölkäfer

Hierbei handelt es sich um die berühmt-berüchtigte Spanische Fliege. Der Ölkäfer enthält ein Reizgift, das angeblich schmerzhafte Dauererektionen auslösen kann. Eine Überdosis des getrockneten Insekts kann tödlich wirken; von einer Verwendung wird dringend abgeraten.

 

In Schokolade enthalten: Zink, Arginin und Tryptophan.

In Schokolade enthalten: Zink, Arginin und Tryptophan.

Schokolade, dunkle

Noch ein Kandidat, der durch seinen hohen Zinkgehalt punkten könnte (s. o. : Austern). Davon abgesehen kommt in Kakao die Serotonin-Vorstufe Tryptophan vor, ein natürliches Antidepressivum, das stimmungsaufhellend wirken kann und daher empfänglich auf den Austausch von Zärtlichkeiten stimmt (siehe: Schokolade macht glücklich und hilft bei Stress).  Zudem enthält dunkle Schokolade die Aminosäure Arginin, die die Durchblutung der Geschlechtsorgane fördert.

 

Yohimbin

Yohimbin wird aus der Rinde des afrikanischen Yohimbin-Baums gewonnen. Auch Yohimbin-haltige Präparate wirken bei Erektionsstörungen wie Viagra: Sie entspannen die Muskulatur um den Penis und erleichtern damit den Blutfluss in die Schwellkörper. Da Yohimbin aber teils erhebliche Nebenwirkungen (Durchfälle, Übelkeit, Erbrechen, vermehrter Harndrang und Kreislaufstörungen) haben kann, wird es heute kaum noch verwendet.

 

Zimt

Zimt gilt schon seit der Antike als Aphrodisiakum, es wird teelöffelweise in Getränke gemischt und soll die Pheromonproduktion anregen.

 

Aphrodisierende Düfte

Auch ätherischen Ölen wird oft eine aphrodisierende Wirkung zugeschrieben. Naturreine Öle können tropfenweise in eine Duftlampe oder ins Badewasser gegeben oder neutralen Massageölen zugefügt werden, um eine erotische Stimmung zu vertiefen. Düfte, die oft verwendet werden, sind u. a.:

Für mehr Lust: Aphrodisierende Düfte.

Für mehr Lust: Aphrodisierende Düfte.

  • Bergamotte
  • Jasmin
  • Patschuli
  • Pfefferminz
  • Rose
  • Sandelholz
  • Ylang Ylang
  • Zeder

Die Verwendung ätherischer Öle ist selbstverständlich Geschmacksache und nicht jeder wird auf jeden der vorgeschlagenen Düfte gleich reagieren. Jedoch gilt es, auch wenn man diese Art der Erotisierung mag, folgendes zu bedenken: Ein Zuviel an ätherischen Düften überlagert das wichtigste Aphrodisiakum überhaupt, nämlich den Eigengeruch des Partners.

Für unterstützende Maßnahmen siehe: Sexualität: Hilfsmittel für Männer und Frauen

Siehe auch: Sexualität bei Querschnittlähmung

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