Lebenserwartung bei Querschnittlähmung

Obwohl die Lebenserwartung  Querschnittgelähmter vor Ende des letzten Jahrhunderts im Vergleich zu der nichtbehinderter Menschen tatsächlich drastisch verkürzt war, gibt es heute nur noch sehr geringe Unterschiede (Niethard/Pfeil, 2005).

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Im Falle von Paraplegikern geht man von einer um ca. zwei Jahre;  im Falle von Tetraplegikern von einer um ca. acht Jahre verringerten Lebenserwartung aus (Niethard/Pfeil, 2005). Einen entscheidenden Einfluss hat hierbei die Höhe des geschädigten Rückenmarksegmentes. Sollte der Phrenikusnerv, der aus den Halssegmenten drei bis fünf (C3-C5) hervorgeht, betroffen sein, ist entweder ein Phrenikus-Stimulator oder eine künstliche Beatmung notwendig. Beides hat eine signifikante Abnahme der Lebenserwartung zur Folge. Verlässliche Zahlen werden erst in einigen Jahren zu erwarten sein, da die erfolgreiche Behandlung dieser Patienten erst seit Ende der 1980er Jahre zuverlässig eingesetzt wird (Selbsthilfe.at, 2013).

Allerdings spielt neben der Läsionshöhe auch das Alter des Einzelnen bei Eintritt der Querschnittlähmung eine Rolle: Während die oben erwähnte Verringerung der Lebenserwartung bei Paraplegikern um zwei Jahre auf einen 20-Jährigen zutrifft, ist sie bei einem 60-Jährigen um drei bis vier Jahre reduziert (Bach, 2012). Zudem gibt es Hinweise darauf, dass die Lebenserwartung etwas geringer ist, wenn die Querschnittlähmung im Kindesalter eintritt (Shavelle/et.al., 2007).

Ein weiterer Aspekt des Lebens, der bei Querschnittlähmung beeinflusst wird, ist das Altern. Möglicherweise werden mit fortschreitendem Alter mehr Hilfe und Hilfsmittel benötigt. Siehe hierzu: Männer und Frauen und fünf kleine Unterschiede bei Querschnittlähmung und Wie jetzt? Ich bin nicht unverwundbar?

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