Temperaturdysregulation

Der Mensch kann seine Körpertemperatur weitgehend konstant auf 36,5° C halten. Dazu setzt er automatisiert unterschiedliche Mechanismen ein, je nachdem, ob die Temperatur der Umgebung eine Wärmeproduktion oder eine Wärmeabgabe notwendig macht.Bild 56412334 Copyright Gary Whitton, 2013. Mitgenehmigung von Shutterstock.com

Wie hält der Mensch seine Köpertemperatur aufrecht?

Das vegetative Nervensystem steuert die Durchblutung und das Signal zur Weit- bzw. Engstellung der Gefäße autonom und reguliert so reguliert die Körpertemperatur, ohne dass der Mensch dafür aktiv etwas tun muss.

Wärmeabgabe:

  • Zunahme der Hautdurchblutung (z. B. im Sommer, wenn der Kopf bei anstrengenden Tätigkeiten rot anläuft).
  • Beim Schwitzen entsteht durch die Abgabe von Schweiß und das Verdunsten ein Kühlungseffekt.
  • Wenn sich die Körpertemperatur dennoch erhöht, setzt zusätzlich eine gesteigerte Atemfrequenz ein, die ebenfalls für eine geringe Wärmeabgabe sorgt.

Wärmeproduktion:

  • Beim Frieren beginnen die Muskeln zu zittern, dieses Zittern ist mit erhöhtem Energieverbrauch verbunden. (Wikipedia.de, 2019). Der Stoffwechsel steigt und mit ihm die Wärmeproduktion.  Für den Körper ist Zittern Arbeit.
  • Zugleich sorgt eine „Gänsehaut“ mit einem zusätzlichen Luftpolster für Isolation.

Störungen der autonomen Funktionen

Sind u. a. diese Funktionen durch eine Rückenmarksverletzung beeinträchtigt, können Frieren und Schwitzen in den betroffenen Körperregionen nicht mehr regulativ eingesetzt werden. Der Körper schwitzt oder zittert vor Kälte nur noch in den Regionen, die nicht gelähmt sind.

Es konnte beobachtet werden, dass Tetraplegiker vermehrt an Kopf und Armen schwitzen (Zäch/Koch, 2006). Dennoch kann es zu Überwärmung (Hyperthermie) oder Unterkühlung kommen. Zudem besteht bei fehlender Sensibilität und frostigen Temperaturen die Gefahr von Erfrierungen.

„Daher ist ein Mensch mit Querschnittlähmung sorgfältig vor extremen Temperaturschwankungen zu schützen“ (Pohlmann, 2012) – bzw. sollten Betroffene sich selbst entsprechend vorbereiten und auf die Situation achtsam reagieren:

 

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