Spider Crab – Kitebuggy für Rollstuhlfahrer

Der Kitebuggy Spider Crab ist die Erfindung des US-amerikanischen Tetraplegikers Skye Parker. Er ermöglicht ein adaptives Kitebuggyfahren, eine Mischung aus Kitesurfing und Strandsegeln, die einfach nur Spaß macht.

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Kitebuggyfahren

Kitebuggyfahren ist eine Sportart, die es seit gerade mal 20 Jahren gibt, bei der man mit einem Kitebuggy, einem drei- oder vierrädrigem Fahrzeug mit breiter Hinterachse, das von einem Vierleiner-Drachen, dem sog. Powerkite, gezogen wird.

Man unterscheidet dabei zwei Arten des Kitebuggyfahrens: Das Rennbuggyfahren, bei dem lange Distanzen bei hoher Geschwindigkeit zurückgelegt werden und das Freestyle-Buggyfahren, bei dem es um die Wendigkeit geht und artistische Tricks und Sprünge gemacht werden.

So sieht die tierische Riesenkrabbe aus.

So sieht die tierische Riesenkrabbe aus.

Skye Parker und die Riesenkrabbe

Eine Spider Crab, dt.: Riesenkrabbe, ist eigentlich ein bis zu 19 Kilogramm schweres Krustentier, das einem böse in die Finger zwicken kann, wenn man ihm zu nahe kommt. Es wohnt zwar im Meer, kommt aber auch mal ans Ufer und bewegt sich dann sehr flink über den Sand.

Flink über den Sand huschen wollte Skye Parker auch nach dem Unfall noch, der ihn 2011 zum Tetraplegiker machte. Via Crowd funding finanzierte er bereits 2014 erfolgreich den Bau mehrerer Prototypen der Spider Crab, dem adaptiven Buggy für Querschnittgelähmte.

Die Herausforderung, der Parker und sein Team dabei gegenüberstehen, ist folgende: Den Drachen, an dem der Buggy beim Kitebuggyfahren hängt, kontrolliert der Fahrer mit den Händen, den Buggy selbst steuert er mit den Füßen. D. h. alle Extremitäten sind schwer beschäftigt. Wie passt man das an einen Fahrer an, der weder Arme noch Beine uneingeschränkt bewegen kann?

 

Zwei Lösungen

  • Für Teamplayer

Gebaut wird derzeit an zwei Varianten der Spider Crab. Version 1 ist ein Zweisitzer, der von einem Pilotenteam gesteuert wird. Dabei ist ein Team aus zwei Querschnittgelähmten denkbar, von denen einer mit den Händen den Drachen bedient und der andere, ebenfalls mit den Händen, die Lenkung des Buggys übernimmt. Oder aber ein nichtbehinderter Pilot übernimmt die Steuerung der Spider Crab auf die herkömmliche Art und Weise, d. h. er lenkt den Buggy mit den Füßen, und der Passagier auf dem zweiten Sitz hat nichts weiter zu tun als die rasante Fahrt zu genießen.

  • Für Einzelkämpfer

Beim Solo Crab wird der Drache über eine, wahlweise an die eingeschränkte Handfunktion (ein gewisses Maß an Kraft und Armbeweglichkeit muss gegeben sein) angepasste Steuerung bedient. Der Buggy wird über eine Pustevorrichtung im Mund des Piloten, die sog. Sip ‚n‘ Puff-Steuerung, gelenkt. Geeignet ist diese zweite Variante der Spider Crab vor allem für Paraplegiker oder tiefe Tetraplegiker.

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Testfahrten nehmen Parker und Team in der Wüste von Nevada vor. Das Video ist noch ziemlich unspektakulär und zeigt den Buggy nur zwischen Minute 2:30 und 3:00 in Aktion.

Die Spider Crab gibt es derzeit nur als Prototypen, an dem noch gefeilt wird. Eine Markteinführung ist noch nicht abzusehen und auch wieviel das Endprodukt schlussendlich kosten soll, ist noch unklar.

Weitere Informationen

Wer die Entwicklung der Spider Crab verfolgen möchte, kann dies auf Parkers (englischsprachigem) Blog The Spider Crab Blog tun.

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