Zusatzstoffe in Lebensmitteln

Dass in Erdbeerjoghurt ungefähr so viele Erdbeeren vorkommen wie Maßschneider in einer Nudistenkolonie, ist mittlerweile weitgehend bekannt. Dafür sind Joghurt und all seine Freunde aus dem Supermarkt ausgestattet mit Zusatzstoffen aus der Trickkiste der Lebensmitteltechnologie. Viele Menschen kümmern sich leider wenig darum, was sie essen, doch wer unter Nahrungsmittelunverträglichkeiten leidet oder eine angegriffene Konstitution oder ein empfindliches Verdauungssystem hat, sollte darüber informiert sein, was er täglich zu sich nimmt.

Bild 138965573 copyright Gajus, 2013 Mit Genehmigung von Shutterstock.com

Was verbirgt sich hinter E 123? Was ist E 220 und was macht Schwefelsäure im Essen? Wenn man sich in die Welt der E-Nummern, d. h. der Zusatzstoffe in Lebensmitteln, einliest, könnte man auf die Idee kommen das E stünde für „eklig“. Tatsächlich steht das E aber für Europa, denn die Kennzeichnung betrifft die über 350 Zusatzstoffe, die EU-weit zur Verwendung in Lebensmitteln zugelassen und auf ihre Verträglichkeit hin überprüft worden sind. Sie erfüllen in industriell hergestellten Produkten verschiedene Aufgaben, z. B. dienen sie als Backtriebmittel, Geliermittel, Geschmacksverstärker oder Konservierungsmittel. Zugelassen sind sie, weil sie für den gesunden erwachsenen Menschen als unbedenklich gelten. Kinder, Allergiker und Menschen mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder angegriffener Konstitution sollten jedoch vorsichtig sein.

Vorsicht bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Bei Fruktoseintoleranz meiden:

  • E 420 Sorbitol
  • E 421 Mannit
  • E 953 Isomalt
  • E 965 Maltit
  • E 966 Laktit
  • E 967 Xylit

Bei Glutenunverträglichkeit meiden:

  • E 300 – 304 Askorbinsäure und Askorbate
  • E 415 Xanthan aus Weizen
  • E 575 Glucono-delta-Lacton
  • E 1410 -1450 Modifizierte Stärke (Keil, 2013)

Bei Histaminintoleranz meiden:

  • E 100 Kurkumin
  • E 101 Lactoflavin
  • E 102 Tartrazin
  • E 104 Chinolingelb
  • E 120 Cochenillerot
  • E 123 Amaranth
  • E 127 Erythrosin
  • E 131 Patentblau
  • E 132 Indigotin
  • E 210 – 219 Benzoesäure und dessen Salze
  • E 200 – 203 Sorbinsäure
  • E 221 – 228 Sulfite
  • E 620 – 625 Glutamate (Habichtswald, 2008)

Bei Hühnereiweißallergie meiden:

  • E 1105 Lysozym

Bei Laktoseintoleranz meiden:

Laktose hat keine E-Nummer. In Lebensmittel ist sie als Laktose/Lactose oder Milchzucker deklariert.

Bei Intoleranz gegen Zucker und Zuckeraustauschstoffe je nach unverträglichem Stoff meiden:

  • E 420 i und ii Sorbit und Sorbitsirup
  • E 950 Acesulfam-K
  • E 953 Isomalt
  • E 954 Saccharin
  • E 955 Sucralose
  • E 957 Thaumatin
  • E 959 Neohesperidin
  • E 960 Steviolglycoside
  • E 961 Neotam
  • E 962 Aspartam-Acesulfamsalz
  • E 964 Polyglycitolsirup
  • E 965 i und ii Maltit und Maltitsirup
  • E 966 Lactit
  • E 967 Xylit
  • E 968 Erythrit
  • E 999 Quillajaextrakt
  • E 1103 Invertase

Vorsicht bei Krankheiten oder Krankheitsrisiken:

Stoffe, die für Alzheimer-Patienten bedenklich sein können:

  • E 173 Aluminium
  • E 520 Aluminiumsulfat
  • E 521 Aluminiumnatriumsulfat
  • E 522 Aluminiumkaliumsulfat
  • E 523 Aluminiumammoniumsulfat
  • E 541 Saures Natriumaluminiumphosphat
  • E 554 Natriumaluminiumsilicat
  • E 555 Kaliumaluminiumsilicat
  • E 556 Calciumaluminiumsilicat
  • E 558 Bentonit
  • E 559 Aluminiumsilicat (Kaolin)

Bei Harnsäureerkrankungen meiden:

  • E 626 Guanylsäure
  • E 627 Dinatriumguanylat
  • E 628 Dikalimguanylat
  • E 629 Calciumguanylat
  • E 630 Inosinsäure
  • E 631 Dinatriuminosinat
  • E 632 Dikaliuminosinat
  • E 633 Calciuminosinat
  • E 634 Calcium-5′-ribonucleotid
  • E 635 Dinatrium-5′-ribonucleotid

Stoffe, die Krebs auslösen oder krebserregende Nitrosamine bilden können:

  • E 123 Amaranth
  • E 127 Erythrosin
  • E 249 Kaliumnitrit
  • E 250 Natriumnitrit
  • E 251 Natriumnitrat
  • E 252 Kaliumnitrat

Stoffe, die im Verdacht stehen Osteoporose auslösen zu können:

  • E 452 i – iV Phosphate

Vorsicht bei Allergien oder sensiblem Verdauungssystem

Stoffe, die allergische Reaktionen auslösen können:

  • E 120 Echtes Karmin
  • E 210 Benzoesäure
  • E 211 Natriumbenzoat
  • E 212 Kaliumbenzoat
  • E 213 Calciumbenzoat
  • E 320 Butylhydroxyanisol (BHA)
  • E 321 Buthylhydroxytoluen (BHT)
  • E 413 Traganth

Stoffe, die die Verdauung beeinträchtigen können:

  • E 220 Schwefeldioxid (Darmschädigungen sind möglich)
  • E 221 Natriumsulfit (Darmschädigungen sind möglich)
  • E 222 Natriumhydrogensulfit (Darmschädigungen sind möglich)
  • E 223 Natriummetabisulfit (Darmschädigungen sind möglich)
  • E 224 Kaliummetabisulfit (Darmschädigungen sind möglich)
  • E 226 Calciumsulfit (Darmschädigungen sind möglich)
  • E 227 Calciumhydrogensulfit
  • E 416 Karaya-Gummi (wirkt abführend, kann die Aufnahme von Mikronährstoffen stören)
  • E 420 i Sorbit (kann Durchfälle auslösen)
  • E 460 i Mikrokristalline Cellulose (regt die Verdauung an)
  • E 460 ii Cellulosepulver (regt die Verdauung an)
  • E 479 b Thermooxidiertes Sojaöl mit Mono- und Diglyceriden von Speisefettsäuren (schwer verdaulich)
  • E 512 Zinn (II)-Chlorid (kann Übelkeit und Erbrechen verursachen)
  • E 514 i Natriumsulfat (ein Abführmittel)
  • E 620 – 625 Glutamate (kann Kopf- und Magenschmerzen und Verdauungsprobleme auslösen)
  • E 951 Aspartam (kann Heißhunger auslösen; strickt zu meiden bei Phenylketonurie)
  • E 967 Xylit (kann Durchfall auslösen)

Vorsicht bei generell umstrittenen Stoffen

Stoffe, die als bedenklich gelten und/oder von deren Verzehr abgeraten wird:

  • E 161 g Canthaxanthin (kann/könnte Sehstörungen und/oder Leberschäden verursachen)
  • E 174 Silber (in großen Mengen giftig)
  • E 175 Gold (kann Haarausfall, Nierenschäden, Hautveränderungen auslösen)
  • E 220 Schwefeldioxid (Kopfschmerzen, Asthmaanfälle, Verdauungsbeschwerden und Darmschädigungen möglich)
  • E 221 Natriumsulfit (Kopfschmerzen, Asthmaanfälle, Verdauungsbeschwerden und Darmschädigungen möglich)
  • E 222 Natriumhydrogensulfit (Kopfschmerzen, Asthmaanfälle, Verdauungsbeschwerden und Darmschäden möglich)
  • E 223 Natriummetabisulfit (Kopfschmerzen, Asthmaanfälle, Verdauungsbeschwerden und Darmschädigungen möglich)
  • E 224 Kaliummetabisulfit (Kopfschmerzen, Asthmaanfälle, Verdauungsbeschwerden und Darmschädigungen möglich)
  • E 226 Calciumsulfit (Kopfschmerzen Asthmaanfälle, Verdauungsbeschwerden und Darmschädigungen möglich)
  • E 284 Borsäure
  • E 285 Natriumtetraborat (Borax)
  • E 385 Calcium-Dinatrium-
  • Ethylendiamintetraacetat (kann zu Stoffwechselbeeinträchtigungen führen)
  • E 407 Carrageen (kann die Schmerzschwelle senken)
  • E 416 Karaya-Gummi (wirkt abführend, kann die Aufnahme von Mirkronährstoffen stören)
  • E 425 i Konjakgummi (bei Kinder wurden Erstickungsfälle beobachtet)
  • E 442 Ammoniumphosphatide (Wirkung noch unklar)
  • E 444 Saccharoseacetat-Isobutyrat (Wirkung noch unklar)
  • E 472 e Mono- und Diacetylweinsäureester von Mono- und Diglyceriden von Speisefettsäuren
  • E 476 Polyglycerin-Polyricinoleat
  • E 951 Aspartam (steht im Verdacht Krebs auszulösen; strickt zu meiden bei Phenylketonurie)
  • E 952 Cyclamat (in den USA wegen Verdacht Krebs auszulösen verboten)
  • E 1200 Polydextrose
  • E 1201 Polyvinylpyrrolidon
  • E 1202 Polyvinylpolypyrrolidon
  • E 1404 Oxidierte Stärke
  • E 1410 Monostärkephosphat
  • E 1412 Distärkephosphat
  • E 1518 Glycerintriacetat

Im Beitrag Lebensmittelzusatzstoffe: Entschlüsseln mit Smartphone Apps werden verschiedene Apps vorgestellt, die im Supermarkt helfen können Zusatzstoffe in Lebensmitteln und anderen Produkten wie Zahncreme o. ä. zu erkennen, so dass sie im Alltag leichter vermieden werden können.

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