Phantomschmerzen

Sonderform des Deafferenzierungsschmerzes.

Phantomschmerzen sind Schmerzen, die nach einer Amputation in dem nicht mehr vorhandenen Körperteil empfunden werden. Auch bei einer Querschnittlähmung können Schmerzen nach einer Nervenläsion in den zugehörigen Innervationsgebieten wahrgenommen werden (siehe auch: Deafferenzierungsschmerz). Sie können vom Patienten i. d. R. außerhalb des Körpers sehr genau lokalisiert werden.

Die genaue Ursache von Phantomschmerzen ist noch nicht vollständig erforscht. Als Ursache wird ein komplexes psychophysisches Geschehen angenommen. Die zahlreichen Theorien lassen sich in drei große Gruppen zusammenfassen:

  • Periphere Ursachen
    • Schmerzentstehung im Rahmen der Nervenregeneration
    • Schmerzentstehung durch Neurombildung
    • Erregung der blinden Nervenenden durch lokale Reiz- und Entzündungsprozesse
  • Spinale Ursachen
    • Schmerzentstehung im Rückenmark durch den Verlust afferenter Reize („Deafferentation“)
  • Zentralnervöse Ursachen

Man geht davon aus, dass das eigene Bild vom Körper trotz Amputation weiter fortbesteht. Durch die Amputation endet die Weiterleitung von Empfindungen aus dem abgetrennten Glied. In Folge dessen verändert sich das Reizmuster, welches über das Rückenmark ins Gehirn gelangt

(Antwerpes, F. / Beutler, B. / Hircin, E.: Phantomschmerz, auf: www.doccheck.com/de, Köln, Abrufdatum: März 2013).