Farbmeridiantherapie bei Querschnittlähmung

In der Farbmeridiantherapie wird der Körper an bestimmten Punkten, den sogenannten Meridianpunkten, mit gefärbten Stoffkreisen beklebt, welche einen aktivierenden, ausgleichenden oder schmerzlindernden Einfluss haben sollen. Viele Behandelte schwören auf die positive Wirkung dieser alternativen Heilmethode. Obwohl also keine schulmedizinischen Studien zur Wirksamkeit der Farbmeridiantherapie vorliegen, sind die guten Erfahrungen, die in Querschnittzentren damit gemacht wurden, Grund genug sie näher zu betrachten.

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Die Farbmeridiantherapie wurde in der zweiten Hälfte des 20.Jahrhunderts von Christel Heidemann entwickelt. Sie war gelernte Physiotherapeutin und Krankengymnastin und lernte während ihrer Ausbildung u. a. die Bindegewebsmassage und später die Prinzipien der östlichen Medizin kennen. Die Begegnung mit der Anthroposophie nach Rudolf Steiner gab dann den letzten wesentlichen Impuls zur Entwicklung der Farbmeridiantherapie, die somit als Synthese von drei medizinischen Erfahrungsgebieten zu sehen ist: Der anthroposophisch erweiterten Medizin, der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und der naturwissenschaftlichen Medizin (Farbmeridian-Therapie, 2015).

Ziel der Farbmeridiantherapie ist die Wiederherstellung der Ordnung lebendiger Prozesse im Menschen als Voraussetzung für Heilung. Dabei dienen der Bindegewebstastbefund zu Befunderhebung und Therapiekontrolle, die Meridianpunkte als Einlasstore und die Farben der pflanzengefärbten Seide als Vermittler zwischen kosmischen Kräftewirksamkeiten und menschlichem Ätherleib, von dem alle Gesundung des physischen Leibes ausgeht (Frerich, 2015).

Der zwölfgliedrige Farbkreis

In der Traditionell Chinesischen Medizin (TCM) sind die Meridiane – jene Bahnen im Körper, in denen innere Energie, fließt – bestimmten Farben zugeordnet, die sie aktivieren und stärken. Die entsprechenden Komplementärfarben bewirken das Gegenteil und auch die verschiedenen Nuancen müssen bei der Anwendung beachtet werden, da z. B. Blau und Hellblau unterschiedliche Wirkungen haben (Frerich, 2015).

Farbtafel klein, 2013 Eigene Darstellung

Wie geht eine Farbmeridiantherapiebehandlung vor sich?

Ein Befund (und auch eine spätere Therapiekontrolle) wird in der Farbmeridiantherapie über die Bindegewebstastung nach Dicke und Teirich-Leube (Teil der Bindegewebsmassage) erhoben, da die Funktion der Meridiane sich im Zustand den Bindegewebszonen spiegelt (Zäch/Koch, 2006). Nachdem die Farbe, die der Heilung am zuträglichsten sein sollte, bestimmt ist, werden quadratzentimetergroße mit Pflanzenfarben gefärbte Stoffstücke nach bestimmten Gesetzmäßigkeiten auf die auf den Meridianen gelegenen Akupunkturpunkte geklebt. Die so eintretende Dauerwirkung wird dadurch unterstützt, dass die Stoffstücke täglich – bei großen Beschwerden zweimal täglich – gewechselt werden. Auch wenn sie ihre Farbe nicht geändert haben, scheint der Erfahrung nach ihre Kraft verloren zu gehen.

Ziel der Behandlung ist die Herstellung des Spannungsgleichgewichtes von Bindegewebe und Muskulatur des gesamten Körpers. Wie lange die Behandlung durchgeführt wird, hängt von Art und Ausprägung der Erkrankung ab. Kann der Patient nach Belastung das Spannungsgleichgewicht selbst herstellen, ist das Ziel erreicht (Frerich, 2015).

Im Falle einer Querschnittlähmung kann die Farbmeridiantherapie als Behandlung und Prophylaxe besonders erfolgversprechend angewendet werden:

Zudem eignet sich die Farbmeridiantherapie als eine die Selbstregulation des Organismus anregende und unterstützende Ordnungstherapie (Frerich, 2015).

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