Let it snow! Skikurse mit Handicap

Beim Skifahren muss man stehen und das Gleichgewicht halten können? Das ist Schnee von gestern: Längst gibt es eine gute Auswahl an Mono- und Bi-Skikursen, in denen sitzende Skiläufer lernen, die Pisten sicher abwärts zu gleiten.

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In Orten wie Bischofsreut im Bayerischen Wald, Unterjoch im Allgäu oder Kaunertal in Tirol werden sie auch in diesem Winter wieder für Abwechslung auf den Skipisten sorgen und beweisen, dass Skifahren im Sitzen genauso viel Spaß macht: Skifahrer auf dem Monoski oder mit Co-Pilot im Bi-Ski. Das Gefühl für die richtige Bewegung und Geschwindigkeit und der Umgang mit dem Gerät lassen sich in speziellen Skikursen erlernen.

Gerda 1-klein1Monoski: Der Mono-Ski besteht aus nur einem Ski und einer darauf angebrachten Sitzschale mit gefedertem Rahmen. Die Sitzschale gibt es in geschlossener und offener Form und wird genau an die Maße des Nutzers angepasst. Hier fährt die Person alleine und nutzt dazu zwei kurze Skistöcke, an deren Enden kleine Skier helfen, das Gleichgewicht zu halten.

Das Gerät eignet sich für Menschen mit Paraplegie und guter Rumpfstabilität, wobei die Funktion der oberen Extremitäten und die Greiffunktion der Hände nicht eingeschränkt sein dürfen. Da der Monoski auf nur einem Ski steht, ist er wendig und erreicht eine hohe Geschwindigkeit.

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Bi-Ski: Bei zusätzlich eingeschränkter Funktion der Arme und/oder Hände kann eine Begleitperson beim Bi-Ski die Steuerung übernehmen. Für mehr Stabilität hat der Bi-Ski zwei Skier, Haltegurte in der Sitzschale können helfen, den Oberkörper des Skifahrers zu sichern. Die Begleitperson steht auf eigenen Skiern hinter dem Gerät und lenkt es, alleine oder in Kooperation mit dem Skifahrer.

Skikurse

Der Deutsche Rollstuhl-Sportverband e. V. (DRS) wie auch andere Veranstalter bieten ihre Kurse u. a. über die Homepage www.monoskikurs.de an. Man findet zudem eine Börse für gebrauchte Geräte, Videos oder Erfahrungsberichte. Mit einem der hier angebotenen Kurse bucht man zugleich ein Leihgerät und die Unterkunft in einem rollstuhlgerechten Hotel. Eine Begleitperson muss in der Regel mitgebucht werden.

Beispiel Monoskikurs für Anfänger:
Bevor es richtig losgeht, müssen die Geräte individuell angepasst werden, sodass der Monoski einem sitzenden Skifahrer ungefähr so gut passt wie ein Skischuh dem Läufer. Schon bei der Anmeldung haben alle Teilnehmer ihre Maße an den Veranstalter gesendet. Passt der Monoski, gilt es, sich mit ihm durch Stütz- und Gleichgewichtsübungen vertraut zu machen. Das passiert am ersten Kurstag. Auch das Liftfahren wird als Trockenübung in einer Simulation geübt. Auf einfachen Hängen trainieren die Teilnehmer das Bremsen und den Richtungswechsel. Anfänger brauchen dazu unbedingt eine skierfahrene Begleitperson. „Nach 3-5 Kurstagen kann fast jeder eine leichte Piste selbständig runter fahren“ (www.monoskikurs.de, 2013).

Die Skikurse richten sich zunächst an Anfänger und werden bis zum Rennlauftraining fortgeführt. Die Skilehrer sind erfahrene Monoskifahrer und haben zudem eine Ausbildung zum Instruktor für Behindertenskilauf absolviert (www.monoskikurs.de, 2013).

Weitere Informationen unter:

www.monoskikurs.de

 

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