Barrierefreie Fernbusse

Mit Fernbussen kommt man seit Anfang 2013 günstig von A nach B. Sofern man in den Fernbus kommt. Für Rollstuhlfahrer ist das noch weitgehend Zukunftsmusik. Eine Ausnahme sind einige Busse von ADAC und Deutscher Post sowie von AAExpress, in die Rollstuhlfahrer einfach über eine Rampe einfahren können.

DSC01395_AAExpress

 

Die meisten Fernbusse sind allerdings noch nicht soweit. Sie bieten allenfalls die Möglichkeit, einen klappbaren Rollstuhl auf Anfrage im Gepäckraum mitzunehmen und Betreiber bemühen sich um Hilfe durch geschultes Personal und gewähren Ermäßigungen.

Mit Beginn des Jahres 2016 dürfen nur noch barrierefreie Busse neu gekauft werden, die alten können bis Ende 2019 weiterrollen. Erst dann müssen alle Fernbusse barrierefrei sein. Was „barrierefrei“ heißt, darüber wird aktuell lebhaft diskutiert: Bedeutet es beispielsweise auch die Anpassung an die Bedürfnisse Sehgeschädigter? Wie ist die Frage der Toiletten am besten zu lösen? Und fällt ein Bus aus der Kategorie „barrierefrei“, weil er nur einen und nicht, wie das Personenbeförderungsgesetz vorschreibt, zwei Rollstuhlplätze hat?

Von Sieben Riesen

Im Moment bleiben Busse, die wenigstens einen solchen Platz haben, rar. Die Betreiber der gelben ADAC Postbusse, Deutsche Post und der Automobilclub ADAC, sind in diesem Punkt der Zeit voraus: Sieben Busse auf der Linie zwischen Bremen, Hamburg und Berlin stehen bereits für Rollstuhlfahrer zur Verfügung, die ihr Gefährt nicht einfach verlassen und zusammenklappen können. Stattdessen fahren diese samt Rollstuhl über eine Rampe in den Bus und finden neben dem Fahrer einen Stellplatz. Außerdem gibt es drei leicht erreichbare Sitzplätze für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste. Annehmlichkeiten wie der kostenlose Internetzugang oder ein Angebot an Filmen und Hörbüchern sind selbstverständlich für alle Reisenden da.

Über behindertengerechte WCs verfügen die Busse nicht, allerdings können die Toiletten im Heck stufenlos erreicht werden. „Im ‚Notfall‘ wird der Busfahrer an einer Raststätte halten. Der Fahrgast sollte nur frühzeitig Bescheid sagen“, so ADAC-Sprecher Jochen Oesterle. Man plane den Ausbau des Netzes, über weitere barrierefreie Busse werde im Frühjahr 2014 entschieden.

Reservieren, bitte!

DSC01424_AAExpressIm Süden, zwischen München und Zürich, rühmt sich der „Altano“ von Allgaeu Airport Express, der einzige barrierefrei zugängliche Fernbus weit und breit zu sein. Die Allgaeu Airport Express GmbH war das erste deutsche Unternehmen, das einen solchen Bus anbieten konnte. Regulär kostet die Fahrt zwischen 15 und 28.50 Euro; Schwerbehinderte zahlen die Hälfte. Allerdings braucht es hier die vorherige Anfrage, damit zwei Sitze rechtzeitig ausgebaut werden können, um einem Rollstuhl Platz zu machen. „Aber auch nichtbehinderte Fahrgäste sind nur auf der sicheren Seite, wenn sie vorher reservieren, egal bei welchem Unternehmen“, sagt Vera Khogali von AAExpress. Und das ist gerade zu Weihnachten sicher kein schlechter Tipp.

 

Weitere Informationen:

www.adac-postbus.de

www.allgaeu-airport-express.de

 

Siehe auch: Neues von der Fernbusfront

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