Erster internationaler WHO-Bericht zu Querschnittlähmung

Am 3. Dezember 2013 präsentierte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf ihren ersten internationalen Gesundheitsbericht zum Thema Querschnittlähmung. Der Bericht fasst die wissenschaftlichen Fakten und die neuesten Erkenntnisse zum Thema Querschnittlähmung zusammen und spricht Empfehlungen aus, die helfen sollen, die Situation und die Rechte von Menschen mit Querschnittlähmung im Sinne der UN-Konventionen zu verbessern und zu stärken.

Bild 130330691 copyright patpitchaya, 2013 Mit Genehmigung von Shutterstock.com

 

Jährlich erleiden weltweit zwischen 250 000 und 500 000 Menschen eine Rückenmarksverletzung, die zu einer Querschnittlähmung führt. Die Hauptursachen sind Verkehrsunfälle, Stürze und Gewalttaten. Die Lebenserwartung von Querschnittgelähmten ist mehr oder weniger stark verkürzt (siehe: Lebenserwartung bei Querschnittlähmung) und es kann mit individuell variierender Wahrscheinlichkeit zu Folge- und Begleiterkrankungen kommen (siehe: Komplikationen, Folge- und Begleiterkrankungen bei Querschnittlähmung).

Zudem hat eine Querschnittlähmung erhebliche finanzielle Konsequenzen für Betroffene und die Gesellschaft. Querschnittgelähmte sind in ihrer Lebensführung oft auf die Hilfe anderer angewiesen und finden zahlreiche Hindernisse auf ihrem Weg zu Ausbildung, Beruf und in anderen wichtigen Lebensbereichen. Mit den richtigen gesellschaftspolitischen Antworten ist es Menschen mit einer Rückenmarksverletzung jedoch möglich, diese Hindernisse überall auf der Welt zu überwinden und aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Das Engagement der WHO und der Kooperationspartner zur Fertigstellung des vorliegenden Berichtes kann wesentlich zum Wohl der Betroffenen und ihrer Familien beitragen – für einen selbstbestimmten Alltag, ein Leben lang.

Die Essenz aus Wissenschaft und Praxis

International Perspectives on Spinal Cord Injury fasst die wissenschaftlichen Fakten und die neuesten Erkenntnisse zum Thema Querschnittlähmung zusammen. Dies sind insbesondere Einblicke aus den Bereichen Epidemiologie, Gesundheitsversorgung, medizinische Interventionen und relevanter politischer Rahmenbedingungen. Außerdem fließen Erfahrungen von Betroffenen über die gesamte Lebensspanne und aus aller Welt mit ein. Basierend auf diesen Erkenntnissen spricht der Bericht konkrete Empfehlungen aus, die im Einklang stehen mit den Bestrebungen der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen.

Am Internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen wurde im WHO-Hauptquartier in Genf der Bericht International Perspectives on Spinal Cord Injury der internationalen Presse und Öffentlichkeit vorgestellt. Der Bericht ist vorerst nur in English verfügbar. Übersetzungen ins Deutsche, Französische und in weitere Sprachen sind geplant.

Für ein Summary bzw. den vollen Bericht in englischer Sprache siehe:

WHO Summary Report International Perspectives on Spinal Cord Injury

WHO Report International Perspectives on Spinal Cord Injury 

Seit November 2014 gibt es den Bericht auch in deutscher Sprache:

WHO Bericht Querschnittlähmung – Internationale Perspektive

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