Das Rad neu erfinden mit Morph Wheels

Es ist unmöglich das Rad neu zu erfinden. Dem britischen Designstudent Duncan Fitzsimons hatte das wohl keiner gesagt, denn er tat es einfach. Das Serienprodukt – das Morph Wheel des Herstellers Maddak – wurde in Deutschland erstmals 2013 vorgestellt. Morph Wheel ist ein 24-Zoll-Speichenrad (60 Zentimeter), das für ein Gewicht von ca. 130 kg zugelassen und stabil genug für die Nutzung als Rollstuhlrad ist. Der Clou: Es lässt sich zusammenfalten.

Bild morph_openclosed_horizontal copyright: Maddak, 2014 Mit Genehmigung von Susan Tulanowski

Das Problem, das mit diesem preisgekrönten Design gelöst werden soll, ist folgendes: Auf Reisen, in der Freizeit oder im Auto müssen Rollstuhlfahrer ihren Rollstuhl hin und wieder verlassen. Und wenn sie ihn mitnehmen möchten, dann müssen sie ihn verladen. Es ist jedoch so, dass – egal wie gut ein Rollstuhl in Sitzfläche, Armlehne und Fahrgestell zerlegbar ist – die Räder groß, sperrig und unhandlich bleiben. Das ändert sich mit Morph Wheel. An Gelenkpunkten einklappbar misst es zusammengelegt nur noch etwa 32 auf 80 Zentimeter und ist somit eine überlegenswerte Alternative für Rollstuhlfahrer, die viel im Auto unterwegs sind.

Montage und Demontage mit Quick Release Achse

Die Morph Wheels verfügen wie andere Rollstuhlräder über ein Antriebsrad und Bereifung und können an jeden Rollstuhl mit Standard Quick Release (QR-) Achse angepasst werden. Montage und Demontage funktionieren so wie bei allen anderen Rollstühlen mit QR-Achse, wobei der Achse den entscheidenden Sicherheitsfaktor darstellt. Solange die Radnabe auf der Achse steckt, ist ausgeschlossen, dass sich das Rad bei der Nutzung des Rollstuhls zusammenfaltet.

Wie das Rad gefaltet wird, zeigt folgendes Video (in englischer Sprache): Morph Wheel zusammenlegen

Einige Vorteile der Morph Wheels:

  • Vereinfacht das Ein- und Ausladen der Räder in Autos
  • Beansprucht weniger Ladekapazität im Auto
  • Entlastet die Schulter beim Verladen
  • Ermöglicht das Verpacken der Räder in Reisetaschen, Gepäckfächern in Flugzeugen und unter Sitzen, womit die Gefahr von Beschädigungen auf Reisen verringert werden kann
  • Ermöglicht das platzsparende Aufbewahren beim Einsatz als Ersatzrad

Inwieweit die Morph Wheels alltagstauglich sind, ist fraglich:

Der Originalentwurf: Folding Wheelchair von Duncan Fitzsimons
Der Originalentwurf: Folding Wheelchair von Duncan Fitzsimons

Mit einem Gesamtgewicht von knapp sieben Kilogramm sind die Falträder schwerer als andere Rollstuhlräder und somit für schnelles Fahren und sportliche Aktivitäten weniger geeignet. Und obwohl die Räder wirklich platzsparend verstaut werden können, muss beim Verladen nach wie vor eine Demontage stattfinden. Eine zeitraubende Angelegenheit, selbst für geübte Rollstuhlverpacker. Ursprünglich arbeitete Fitzsimons an einem zusammenfaltbaren Rollstuhl. Warum dieses wahrhaft revolutionäre Konzept nicht umgesetzt wurde, ist unklar. Vermutlich waren Kostengründe ausschlaggeben dafür, sich auf das faltbare Rad zu konzentrieren.

Technische Daten des Morph Wheels:

  • Durchmesser Rad: 61 cm
  • Klappmaße: 81,3 x 31,8 cm
  • Zugelassen für ein Gewicht von 136,4 kg
  • Gewicht pro Rad: 3,4 kg
  • Material Reifen: Glasfaser
  • Material Antriebsrad: Polypropylene
  • Preis pro Set: 696,00 Britische Pfund (ca. 840,00 €)

Für mehr Informationen (in englischer Sprache) siehe:

www.morphwheels.com

Anwenderbeispiele (des Herstellers)

Update 2020: Die Herstellerwebsite ist nicht länger erreichbar und das Produkt wird bei den Partnerfirmen nicht genannt.