Ja, ich Whill… Das neue Rollstuhldesign aus Japan

Der Rollstuhl Whill ist der neue Spaß- und Freizeitrollstuhl eines japanischen Herstellers. Der E-Rolli mit der Lean-In-Steuerung wird seit Anfang des Jahres in den USA vertrieben. Sein auffälligstes Merkmal ist das futuristische Design, bei dem man ausrufen möchte: Ja, ich Whill!

Bild Whill Type A copyright Whill US, 2014 Mit Genehmigung von Atsushi Mizushima

Der batteriebetriebene Elektro-Rollstuhl ist relativ klein und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 10 km/h. Das auffälligste Merkmal sind die beiden seitlichen Ausleger über die die Steuerung erfolgt, wie mit einem Joystick oder einer Mouse. Das Steuerelement kann wahlweise links oder rechts an den Auslegern angebracht sein. Laut Herstellerangaben ist die volle Handfunktion nicht notwendig um den Whill zu bedienen; lediglich die Beweglichkeit und Kraft von Handgelenk und – in nicht ganz so starkem Maß – in Zeigefinger und Daumen müssen gegeben sein. Beim Fahren zeigen die Ausleger in einem 45 Grad Winkel nach vorne. Beim Ein- und Aussteigen können sie nach hinten geklappt werden, was den Rollstuhl automatisch in den OFF-Modus bringt.

Alternativ kann der Whill wie ein Segway über die sogenannte „Lean-In“ Steuerung bedient werden. Bei diesem System werden Richtung und Geschwindigkeit über die Oberkörperneigung bestimmt.

Besonders Beweglich

Bild whill7 copyright Whill US, 2014 Mit Genehmigung von Atsushi Mizushima

Der Whill hat spezielle Vorderräder, die auch seitlich rollen können und dem Rollstuhl besondere Stabilität verleihen. Sie überwinden unebene Untergründe, z. B. Kies, Gras und Schnee, und auch Bordsteinkanten mit einer Höhe von bis zu 7,5 cm sollten kein Hindernis mehr sein. Ein weiteres Plus: Der japanische Rollstuhl hat einen sehr engen Wendekreis von 71 cm, was bedeutet, dass er um die eigene Achse rotieren kann.

Alltagstauglichkeit

Da es sich um einen E-Rollstuhl handelt, entfällt die Notwendigkeit eines aktiven Antriebs über die Arme. Dies könnte zwar zu einer Entlastung von Schultern und Handballen führen, es entfällt aber auch der Trainingseffekt des manuellen Antriebs. Den Rollstuhl ersetzen kann der Whill also auf keinen Fall, zumal er auch nicht als medizinisches Hilfsmittel zugelassen ist. Als schicker Spaß- und Freizeitrollstuhl aber ist er ideal. Ein Trip ins Schwimmbad im Nachbarort? Zum Shoppen mal zum Lieblingsladen und nicht zu dem, der am nächsten ist? Den Podenco-Mischlingsrüden des Nachbarn ausführen, bis er richtig müde ist? Kein Problem. Zwölf Kilometern weit kann man mit dem Whill unterwegs sein, dann muss man die zwölf Kilometer zurück nach Hause fahren und die Batterie aufladen. Letzteres dauert fünf Stunden. Und dann kann man wieder auf die Straße und sich bewundern lassen.

 Technische DatenBild whill6 copyright Whill US, 2014 Mit Genehmigung von Atsushi Mizushima

  • Maße: 60 cm (breit) x 82.5 cm (tief) x ab 88 cm (hoch).
    Die Rückenlehne kann je nach Bedarf gewählt werden.
  • Gewicht: 80 kg inkl. Batterie (14 kg)
  • Zugelassen für eine Belastung von: 130 kg
  • Reichweite: ca. 24 km
  • Höchstgeschwindigkeit: ca. 10 km/h
  • Wendekreis: 71 cm
  • Motor: 24V x 2
  • Lithium-Ionen-Batterie: 12V 50Ah × 2
  • Ladezeit: 5 Stunden

Preis

Der Whill (Modell C) ist derzeit (Juli 2020) z. B. hier für 6.000 € erhältlich.

Alternatives Design

Ein alternatives Design sah ursprünglich ein andere Anwendung vor, wie in folgendem Video Whill – concept gezeigt wird. Der Antrieb sollte wie ein überdimensionaler Ohrenschützer über die Räder eines Standardrollstuhles gelegt werden können, was ein Umsteigen überflüssig gemacht hätte. Der enge Wendekreis und die sehr gute Geländegängigkeit des Whill Type-A waren bei dieser Variante allerdings nicht gegeben.