DVD: Gold – Du kannst mehr als du denkst

Gerade ist die Sport-Doku „Gold – Du kannst mehr als du denkst“ auf DVD, Blu-ray und VoD erschienen. Wer das im Kino verpasst hat, kann es sich jetzt, ganz und gar nicht sportlich, zuhause gemütlich machen und in die Lebensgeschichten dreier Spitzensportler mit Handicap eintauchen, die voller Kampfgeist und Lebenslust an ihre Grenzen gehen.

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Henry Wanyoike, blinder Marathonläufer aus Kenia, Kirsten Bruhn, querschnittgelähmte Schwimmerin aus Deutschland, und der australischer Rennrollstuhlfahrer Kurt Fearnley haben zugelassen, dass eine Kamera sie beim Training, im Alltag und Privatleben, bis hin zu den Paralympics in London 2012 ein Jahr lang begleitete.

„Wir wollten etwas erzählen, was jeder – auch jemand, der eigentlich nichts über den Sport von Menschen mit Handicap weiß – in seiner Bedeutung und Leistung versteht“, erinnern sich die Produzenten Andreas F. Schneider und Hendrik Flügge von der Parapictures Film Production an die Idee zu dem Film vor dem Hintergrund der anstehenden Spiele in London. Sie griffen damit eine Initiative der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) auf; Geld zur Umsetzung gab es von der Filmförderung Hamburg- Schleswig-Holstein und dem Deutschen Filmförderfonds. Da Schneider und Flügge die Schwimmerin Kirsten Bruhn bereits persönlich kannten und auch schon mit Kurt Fearnley und Henry Wanyoike Beiträge gedreht hatten, wandten sie sich zuerst an diese drei und erhielten rundweg Zusagen. Und so begannen die Dreharbeiten im Sommer 2011. Der mehrfache Grimme-Preisträger Michael Hammon übernahm die Regie und Marcus Winterbauer die Kamera.

DSC_9987 neu1Kirsten Bruhn

Zunächst begleitete das Team Kirsten Bruhn in ihrem Wohnort Neumünster in Schleswig-Holstein. Leistungsschwimmen betreibt sie seit sie zehn ist. Mit 21 verunglückte Bruhn in Griechenland auf dem Motorrad schwer und sitzt seitdem im Rollstuhl. Die Einblicke, die der Film in ihre Lebensgeschichte erlaubt, schließen die schmerzhaften Erinnerungen an diesen Unfall, der ihr Leben veränderte, nicht aus. „Doch irgendwann begriff ich, dass ich mich darauf konzentrieren muss, was ich noch kann und was sich weiter entwickeln lässt“ sagt sie heute (www.gold-derfilm.de, 2014).

Das Schwimmen hat ihren Lebensmut neu entfacht. Elf Jahre nach dem Unfall startete sie bei den Deutschen Schwimmmeisterschaften in Berlin und gewann 2004 bei den Paralympics in Athen Gold. „Du bist was Du denkst. Ich habe gelernt, mich nicht über meine Behinderung zu definieren, sondern über das, was ich zu leisten im Stande bin. Und den Gedanken folgt die Tat.“

Kurt Fearnley

250 km westlich von Sydney lernte das Filmteam die Familie von Kurt Fearnley kennen. Mit den Erzählungen aus Kindertagen entstand ein Bild von Inklusion, das seinesgleichen sucht: Kurt Fearnley, der 1981 mit einem Geburtsfehler auf die Welt gekommen ist, besuchte die örtliche Schule, und als er 13 Jahre alt war, trieb das ganze Dorf Geld für die Finanzierung seines ersten Rennrollstuhls auf. Mittlerweile lebt er als ausgebildeter Sportlehrer und Persönlichkeitstrainer in Newcastle, wo er neben dem täglichen Training auch noch das Surfen mit Leidenschaft betreibt.

Henry Wanyoike

Henry Wanyoike erblindete mit 20 Jahren über Nacht. In seinem kenianischen Heimatdorf war er zunächst auf sich gestellt, bis er mit Unterstützung der Christoffel Blinden Mission nach Jahren mehr Selbstständigkeit aufbauen konnte und das Laufen für sich entdeckte. Die Bilder zeigen ihn, wie er inmitten des Verkehrschaos von Kikuyu trainiert oder wie ihn eine wilde Gnu-Herde in einem Nationalpark überholt. Mittlerweise ist er nicht nur Weltstar seiner sportlichen Disziplin, sondern auch Gründer der Henry Wanyoike Foundation, die Gemeindemitgliedern mit dem Kauf von Kühen eine Existenzgrundlage schafft und über die Einrichtung einer Bibliothek Fernstudiengänge ermöglicht. Wanyoike betreibt ein Sportcamp, in dem Nachwuchssportler wohnen und trainieren können, und hat mit einem Tree-planting-Project schon über 200.000 Bäume pflanzen lassen. Bei den Paralympics 2000 in Sydney brach sein Begleitläufer kurz vor dem Ziel geschwächt zusammen; der blinde Läufer kam, gelenkt von den Rufen des Publikums, doch noch erst Erster ins Ziel.

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Der Film mündet schließlich in die Aufnahmen der Paralympics in London, wo die drei Athleten zusammenkommen. Euphorischer Triumph und bittere Unterlegenheit liegen hier nah beieinander.

Fearnley, Wanyoike und Bruhn traten in zehn Wettkämpfen an und gewannen vier Medaillen. Einerlei, ob Sieg oder Niederlage – die Begeisterung des Publikums für die Leistung der Spitzensportler hat die Sommerspiele geprägt und spiegelt sich jetzt in den Aufnahmen wider. Das Flair und die Spannung machen Lust auf mehr – wie gerufen kommen da die neuerlichen Paralympischen Winterspiele in Sotschi. Du kannst mehr als du denkst – auch wenn es nicht immer Gold sein muss.

Inhalt (FSK 0):

  • Hauptfilm
  • Making of
  • Deleted Scenes
  • Kinotrailer

Hauptfilm, Making of und die Deleted Scenes sind barrierefrei für Menschen mit Sinnesbeeinträchtigungen in Deutsch und Englisch.

Sprachen: Deutsch, Englisch, Kikuyu; Untertitel in Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Portugiesisch

 

www.gold-derfilm.de

 

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