WCMX – Adrenalin auf Rädern!

Extremsport, Funsport, Free-Riding – Namen gibt es viele. Eins haben die Sportarten, die darunter fallen, gemeinsam: sie machen Spaß und bringen Action – natürlich auch mit dem Rollstuhl! In Deutschland und auch anderen Ländern zählt WCMX (oder Wheelchair skating) inzwischen zu einer der angesagtesten Rollisportarten.

Bild_375279136 Copyright VectorDraco, 2016 Mit Genehmigung von Shutterstock.com

So geht’s los

Der DRS bietet das ganze Jahr über Termine und Workshops an, um diverse Actionsportarten einmal selbst auszuprobieren. Der (externer Link) DRS-Ansprechpartner informiert gerne über Möglichkeiten, WCMX auszuprobieren oder berät zu allen möglichen Fragen. Auf der (externer Link) DRS-Vereinslandkarte können Interessierte nach Sportaten gefiltert den passenden Verein in ihrer Nähe zum Ausprobieren suchen.

Veranstaltungen und Wettbewerbe

Seit Aaron „Wheelz“ Fotheringham mit seinen spektakulären Backflips auf der ganzen Welt bekannt geworden ist, werden Extremsportarten auch bei jungen Rollstuhlnutzern in Deutschland immer beliebter. Seit 2013 veranstaltet der DRS auch hierzulande WCMX-Workshops, aus denen sich 2015 das erste WCMX-„Team Germany“ bildete. Dieses nahm im gleichen Jahr erstmalig erfolgreich an der 1. WCMX-Weltmeisterschaft in den USA teil.  2018 wurde erstmalig auf deutschem Boden eine Offene Deutsche Meisterschaft in Hamburg ausgetragen. 2019 fand – erstmalig außerhalb der USA – die Weltmeisterschaft im WCMX in Köln mit dem DRS als Veranstalter statt.

Termine

Ob und welche aktuellen Termine und Events anstehen, macht der DRS unter diesem Link bekannt.

Regeln

Es gibt keine festen Limits. Beim Skaten, egal ob „klassisch“ oder mit dem Rollstuhl, geht es darum, seine eigenen Grenzen zu entdecken und neu zu definieren – jeder kann selbst entscheiden, wann, was und wieviel er üben will. Es geht darum, Leute raus und runter vom Sofa zu holen, sich als Rollstuhlfahrer zu bewegen und etwas zu machen, woran man Spaß hat. Bei unseren Workshops können Teilnehmer mit verschiedenen Behinderungen teilnehmen. Es gibt sogar schon Tetraplegiker, welche WCMX betreiben. Und das alles total inklusiv zwischen Skateboardern und BMX-Bikern“, sagt David Lebuser (siehe Beitrag: WCMX: Mit dem Sportrollstuhl in die Halfpipe), Profi-Skater und WCMX-Pionier in Deutschland.

Sportgeräte

Beim WCMX wird anstelle eines Skateboards ein Sportrollstuhl genutzt. Für den Einstieg reicht der normale Alltagsrollstuhl. Wer aber vom WCMX-Fieber gepackt wird, regelmäßig üben und sich steigern möchte, sollte aufgrund der größeren Belastung der Wirbelsäule und des Rollstuhlrahmens auf einen speziell gefederten Skate-Rollstuhl mit Starrrahmen umsteigen, der auch Sprünge über Kanten, Treppen und Rampen ermöglicht.

… und außer Skaten? Rollstuhl extrem!

Neben WCMX („Wheelchair Motocross“ in Anlehnung an BMX) gibt es Wheelchair Longboarding, (Para-)surfing, Para-Skydiving, Kneeboarding, SUP, Mono-X, Wasserski, Wakeboarding, Downhill-Dirtbiking, Buggy-Kiting usw… (siehe Beitrag: Schach war gestern: Actionsportarten für Rollstuhlfahrer. Der Fachbereich WCMX des DRS möchte auch diese und andere extreme Rollstuhl-Sportarten in Deutschland bekannter machen.

Internationale Erfolge

Mittlerweile haben sich neben „Urgestein“ David Lebuser zahlreiche deutsche WCMX-Sportler einen Namen gemacht und mischen auch international die Szene auf. Bei der WM 2019 in Köln belegten Timon Luu (1. Platz) und Dennis Drolshagen (2. Platz) die vorderen Ränge in der Intermediate Division Ü16, Til Augustin belegte den 1. Platz in der Intermediate Division U16, und auch der deutsche Nachwuchs sicherte sich mit Tom Brimacombe den Titel in der Kids Division. Lisa Schmidt und Ronja Holze (3. Platz Damen) zeigen bei Wettkämpfen seit Jahren, dass WCMX alles andere als eine Männerdomäne ist.

Für mehr Informationen siehe folgende externe Links:

Webseite des DRS-Fachbereichs WCMX: www.wcmxgermany.de
FAcebook-Seite WCMX Germany: www.facebook.com/wcmxgermany
Facebook-Seite WCMX international: www.facebook.com/wcmotocross


Am 07.12.2017 kommentierte ein Leser: „sry aber was soll dieser Hype und dieser Quatsch um diese „Sportarten“?

Super – hier können fitte Paraplegiker noch so richtig Karriere machen indem sie sich beim Rückwärtssalto den Hals brechen und zum Tetraplegiker aufsteigen…

Für mich eine verkehrte Welt.

Wer derartigem Fun nachgehen möchte – kann das gerne tun.

Auf der Straße, im Skaterpark und auf eigenes und privates Risiko.

Mir ist es unbegreiflich, dass solche Sportarten beim Deutschen Rollstuhlsportverband vertreten sind und auch noch u.A. von der DGUV gepushed werden.

Dafür fehlt mir leider jegliches Verständnis.

Mich ärgert es, dass ich sowas indirekt auch noch durch meine Mitgliedsbeiträge an meinen Rollstihlsportverein und den Verband unterstütze.

Viele Grüße