Das Miami Project to Cure Paralysis – Forschung zur Heilung von Querschnittlähmung

Das Miami Project to Cure Paralysis ist eine US-amerikanische Organisation, deren Ziel es ist Querschnittlähmung heilbar zu machen. Ein Schwerpunkt der Forschung liegt hier u. a. auf einer möglichen Behandlung von Rückenmarkverletzungen mit Hilfe von Zelltransplantationen. Ergebnisse aus Tierversuchen werden derzeit auf den Menschen übertragen.

Bild 121518544 copyright Yuri-Arcurs,2013 Mit Genehmigung von Shutterstock.com

Gegründet wurde das Miami Project to Cure Paralysis (dt.: das Miami Projekt zur Heilung von Querschnittlähmung) 1985 von dem Professor für Neurologie Barth A. Green und dem Berufs-Footballspieler Nick Buoniconti, nachdem sich dessen Sohn, Mark Buoniconti, bei einem Collegefootballspiel eine Rückenmarksverletzung zuzog, die zu einer bleibenden Querschnittlähmung führte. Um das Projekt finanziell zu unterstützen, gründete die Buoniconti Familie 1992 zusätzlich die non-profit Organistion Buoniconti Fund. Heute arbeitet ein internationales Team mit mehr als 250 Mitarbeitern aus den Bereichen Neurochirurgie, Neurologie, Elektrophysiologie, Ergo– und Physiotherapie, Fruchtbarkeits- und Schmerztherapie und Rehabilitation in Miami daran Querschnittlähmung heilbar zu machen.

Zelltransplantation

Werden Rückenmarksverletzungen bald heilbar sein? Das Miami Project hält dies für eine reelle Möglichkeit. Vor allem die Transplantation von Schwann’schen Zellen gibt Grund zur Hoffnung. Im Januar 2013 wurde einem ersten Patienten körpereigene Schwann’sche Zellen transplantiert, was der Startschuss für Phase 1 der klinischen Studie war, die die Sicherheit und Wirksamkeit der Methode prüfen soll. Versuche an insgesamt acht Patienten mit neu eingetretenen Querschnittlähmungen sind für diese Phase zugelassen. Für die Teilnahme an der Studie sind bestimmte übereinstimmende Voraussetzungen notwendig. Frischverletzten, die diese Voraussetzungen erfüllen, werden in einem Bein Sensornerven in einem Bein entnommen, um so das Gewebe zu gewinnen mit dem eigene Schwann’sche Zellen gezüchtet werden können. Um eine für die Transplantation ausreichende Menge an Zellen zu gewinnen, geschieht dies in einem Zeitraum von drei bis fünf Wochen. 26 bis 42 Tage nach der Verletzung werden den Patienten die Zellen an der Verletzungsstelle eingepflanzt. In der Folgezeit (ein bis drei Jahre) werden die Patienten genauestens auf ihre neurologischen und physischen Gesundheitszustand untersucht, wobei ein Hauptaugenmerk auf Komplikationen wie neuropathischen Schmerzen und Spastik liegt. Abhängig von den Ergebnissen, ist diese Phase I der Grundstein für weitere Entwicklungen bei Zelltransplantationen zur Heilung von Querschnittlähmung, die weitere Formen der Verletzung und Langzeitpatienten mit einschließen werden.

Forschung am Miami Project to Cure Paralysis

Die Forschungsfelder, auf denen das Miami Project verstärkt tätig ist, sind:

  • Verletzungsmechanismen und der Schutz des Rückenmarks (Pathophysiologie, Neuroprotektion)
  • Beschädigte Nervenzellen oder Neurotransmitter ersetzen (Stammzellentherapie)
  • Reparatur der verletzten Nervenleitungen ermöglichen (Neuroregeneration)
  • Schnittstellen im Rückenmark verstehen und wiederherstellen und Komplikationen wie neuropathische Schmerzen und Spastik behandeln (Neurophysiologie)

Zu den Zielen des Miami Projects gehört es:

  • Grundlagen und Grenzen der Selbstheilungskräfte des Rückenmarks zu verstehen
  • Operative Methoden und Behandlungsmöglichkeiten bei akuten Rückenmarksverletzungen zu verbessern
  • Bestehende Therapien und Hilfsmitteln zu bewerten und auszuweiten, um ein Höchstmaß an Regeneration, Mobilität und körperlicher Fitness zu erreichen
  • Schwerwiegende Langzeitfolgen und Komplikationen der Querschnittlähmung, wie neuropathische Schmerzen, Störungen der Sexualfunktion, Unfruchtbarkeit und Spastik besser verstehen und dadurch besser behandeln zu können

Für mehr Informationen in englischer Sprache siehe: TheMiamiProject.org

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