Verhinderungspflege

Wenn eine Pflegeperson „verhindert“ ist, weil sie z. B. Urlaub macht, greift die Verhinderungspflege. Bis zu sechs Wochen im Jahr zahlt die Pflegeversicherung die Kosten für eine Person, die die Pflege ersatzweise übernimmt.

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Pflegebedürftige haben einen Anspruch auf Verhinderungspflege, wenn ihre private Pflegeperson krank ist oder Urlaub macht. Voraussetzung ist, dass diese bereits seit sechs Monaten oder länger im häuslichen Umfeld als Pflegeperson tätig ist. Wer in dieser Zeit einen professionellen Pflegedienst, eine erwerbsmäßig tätige Person oder z. B. entfernte Verwandte oder Nachbarn mit der Ersatzpflege beauftragt, kann bis zu ca. 1.600 Euro pro Jahr dafür in Anspruch nehmen.

Die zustehenden Zeiten von 42 Tagen können sowohl komplett am Stück als auch in Teilabschnitten von Tagen, Wochen oder auch nur Stunden eingesetzt werden.

Pflege ist nicht gleich Pflege

Es ist genau festgelegt, welche Personen infrage kommen, um seit 2015 dem Anspruch auf 1.612 Euro nicht entgegenzustehen: Sie dürfen nicht bis zum 2. Grade mit dem Pflegebedürftigen verwandt oder verschwägert sein. Entferntere Verwandte, Lebensgefährten oder Freunde könnten also bis zu sechs Wochen einspringen, ohne den vollen Anspruch zu verwirken. Den Pflegekassen sind zur Abrechnung die Belege einzureichen.

Ist die ersatzweise pflegende Person hingegen ein naher Angehöriger, dürfen die Aufwendungen für die Verhinderungspflege den Betrag, der entsprechend des festgestellten Pflegegrades monatlich gezahlt wird, nicht überschreiten. In beiden Fällen wird während der Verhinderungspflege die Hälfte des bisher bezogenen Pflegegeldes weitergezahlt.

Seit 2015 kann für die Verhinderungspflege 50 % der Kurzzeitpflege angerechnet werden, sofern im laufenden Kalenderjahr noch keine Kurzzeitpflege in Anspruch genommen wurde. Damit würde sich der bereitgestellte Betrag für die Verhinderungspflege auf 2.418 €uro erhöhen.

Für weiterführende Informationen siehe auch Neun Rechte und ein Tipp, die pflegende Angehörige kennen sollten