Wartung und Pflege für den manuellen Rollstuhl

Der Rollstuhl sichert die tägliche Mobilität von Menschen mit Querschnittlähmung. Daher ist es wichtig dafür zu sorgen, dass er läuft wie geschmiert. Regelmäßige Wartung und Pflege ist dazu ein Muss. 

Faltrollstuhl „Avantgarde CLT“ mit Beschriftung © by Otto Bock HC, Mit freundlicher Genehmigung von V. Meysing, 2013

Im Normalfall erhält man als Nutzer einen Rollstuhl vom Hersteller inklusive Gebrauchsanleitung. In dieser Gebrauchsanleitung gibt es meist ein Kapitel zur Wartung und Pflege und es wird erklärt, wie wichtige Funktionen getestet und Einstellungen vorgenommen werden können. Im Zweifel sollten Montage und Demontage dem Profi überlassen werden, doch auch wer mit Technik gemeinhin auf Kriegsfuß steht, kann das eine oder andere selber tun.

Rollstuhlreinigung

Zum wöchentlichen (öfter falls nötig) Reinigen kann der Rollstuhl einfach mit einem feuchten Lappen abgerieben werden. Bei stärkeren Verschmutzungen können auch Seife oder Spülmittel zum Einsatz kommen. Kugellager und Polster sollten beim Reinigen nicht durchnässt werden, weshalb man auf das Abspritzen mit einem Gartenschlauch verzichten sollte.

Während der Reinigung sollte man sich Rahmen und Einzelteile genau ansehen, um festzustellen, ob Schrauben nachgezogen werden müssen oder irgendwo Rost entsteht. Auch die Steckachse der Rollstuhlräder sollte gecheckt werden. Wenn die Räder sich nur schwer lösen, kann man mit einer kleinen Menge Öl nachhelfen.

Rollstuhlreifen

Rollstuhlreifen sollten mindestens einmal im Monat auf Zustand und Luftdruck geprüft werden. Je nach Reifen sollte der Luftdruck zwischen sechs und zehn bar liegen (Genaueres steht in den entsprechende Gebrauchsanleitung). Bei zu hohem Luftdruck können Schlauch und auch der Reifen platzen; bei zu niedrigem Luftdruck muss man mehr Kraft beim Antreiben aufwenden und auch die Bremsfunktion kann beeinträchtigt sein.

Das Reinigen der Reifen ist dann besonders wichtig, wenn man keine zwei Rollstühle (eine für den Innen- und einen für den Außenbereich hat). Wie man Rollstuhlreifen reinigt, zeigt Dom von Vosara (siehe: Wandlungsfähig: Das Vorspannrad Vosara v3) in folgendem Video:

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Lenkräder

Die Lenkräder sind wichtig zur Stabilisierung und bei der Manövrierfähigkeit des Rollstuhls. Sie sollten mind. einmal im Monat auf Sitz, Zustand und allgemeine Funktionalität getestet werden.

Leichte Rechts- oder Linksdrehungen sowie nicht flüssige Bewegungen sind zwei der häufigsten Probleme, die auftreten, wenn die Lenkräder nicht richtig eingestellt sind. Um sie zu beheben, kannst man den Winkel und den Spielraum der Lenkräder so lange einstellen, bis diese sich auf einem flachen Untergrund frei drehen können (Sunrise Medical, 2022).

Wie Lenkräder richtig gereinigt werden können, zeigt folgendes Video von Max Gretschmann:

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Bremsen

Wichtiger Bestandteil des Rollstuhlfahrens ist das Bremsen. Der Zustand der Reifen spielt beim Bremsen eine Rolle (daher regelmäßig Luftdruck checken), aber auch Faktoren wie Anpassung und Position. Ob die Bremsen optimal funktionieren, sollte man daher wöchentlich überprüfen und ggf. Justierungen vornehmen bzw. vornehmen lassen.

Die Wartung beim Profi

Einmal im Jahr sollten Nutzer den Rollstuhl bei einer zertifizierten Stelle (z. B. Sanitätshaus) eine vollständige Wartung durchführen lassen. Diese dauert ca. eine Stunde und sollte folgende Leistungen umfassen:

  • Säubern
  • Gelenke schmieren
  • Schrauben nachziehen
  • Luft und Zustand der Bereifung prüfen
  • Verschleiß der Kugellager prüfen
  • Auf Wunsch: Nachziehen der Sitzbespannung

Ein Check bietet zudem die Möglichkeit, beschädigte oder angegriffene Teile rechtzeitig zu entdecken und zu ersetzen. Häufig können auch die Nachjustierung von Einstellungen übernommen werden, um die bestmögliche Funktionalität zu erreichen (siehe: Aspekte der Rollstuhlanpassung.)

Kostenübernahme


Wer gesetzlich versichert ist, hat in der Regel einen Anspruch auf die Instandhaltung und kann somit die Versicherung an den Kosten beteiligen. Der entsprechende Gesetzestext lautet:

(2) Der Anspruch auf Hilfsmittel umfasst auch die notwendige Änderung, Instandhaltung, Ersatzbeschaffung sowie die Ausbildung im Gebrauch der Hilfsmittel. “ (§ 47 SGB IX Hilfsmittel).

Dennoch kann die Bereitschaft der einzelnen Kassen zur Übernahme von Kosten für die regelmäßige Wartung schwanken, oder die Erwartung wecken, ein Rollstuhl müsse dann auch länger halten. Ausschlaggebend für eine Ersatzbeschaffung bleibt jedoch, ob sie medizinisch gesehen notwendig ist und ist damit wartungsunabhängig.


Auch interessant sind die englischsprachigen Informationen von Model Systems Knowledge Translation Center (MSKTC), einer US-amerikanische Organisation, die Gesundheitsinformationen in leichter Form für Patienten (mit u. a. Querschnittlähmung) sowie deren Familien und Fachpersonen darstellt.

Informationen für den sicheren Rollstuhltransfer und die Wartung von Rollstühlen New Resources on Safe Wheelchair Transfer and Wheelchair Maintenance | Model Systems Knowledge Translation Center (MSKTC)


Dieser Text wurde mit größter Sorgfalt recherchiert und nach bestem Wissen und Gewissen geschrieben. Die genannten Produkte stellen keine Empfehlung der Redaktion dar und wurden (falls nicht anders vermerkt) nicht getestet. Der-Querschnitt.de verkauft keine Produkte. Leser, die Interesse an den genannten Produkten haben, wenden sich bitte direkt an den Hersteller.

Dieser Text wurde mit größter Sorgfalt recherchiert und nach bestem Wissen und Gewissen geschrieben. Unter keinen Umständen ersetzt er jedoch eine rechtliche oder fachliche Prüfung des Einzelfalls durch einen Rechtsanwalt, Steuerberater oder sonstige Fachspezialisten. Der-Querschnitt.de führt keine Rechtsberatung durch.