Wings for Life World Run – Die Gewinner, die Verlierer

Der erste Wings for Life World Run, der am 4. Mai 2014 stattfand, brachte der Organisation mehr als 3 Millionen Euro an Spendengeldern ein. Sieger des globalen Wettrennens sind – offiziell – Lemawork Ketema aus Äthiopien und Elise Molvik aus Norwegen. Doch es gab Ungereimtheiten.

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Über 35.000 Teilnehmer starteten in 164 Ländern und überquerten in ihren Rennen insgesamt 13 Zeitzonen. Einige Rennen wurden nachts gelaufen, andere mitten am Tag. Bei allen Rennen waren Freizeitläufer Seite an Seite mit Profi-Ausdauer-Athleten, Berühmtheiten und Botschaftern dieses Rennens am Start.

Die Gewinner: Elise Molvik und Lemawork Ketema

Bei den Frauen war der Sieg eindeutig. Es gewann die 18-jährige Schülerin Elise Molvik aus Norwegen, die auf der Strecke in Stavanger erst nach 54,79 km vom „Catcher Car“ eingeholt wurde. Damit schaffte sie 3 km mehr als die Zweitplatzierte (s.u.).

Bei den Männern ging das Rennen sehr viel knapper aus. Lemawork Ketema aus Äthiopien, Evgeni Glyva aus der Ukraine – beide starteten in Österreich – und Remigio Huaman Quispe aus Peru liefen über 78 km. Das grenzübergreifende Duell endete als zunächst Glyva und dann Ketema vom Catcher Car eingeholt wurde. Als letzter Läufer bestritt nun noch Quispe das Rennen. Ketema hatte zu diesem Zeitpunkt allerdings bereits mehr Kilometer zurückgelegt gehabt und wurde zum Sieger erklärt.

Peruanische Fans beklagen, dass zunächst Quispe mit einer zurückgelegten Gesamtdistanz von 78,61 km zum Sieger erklärt worden war.  Zum Vergleich: Ketema gewann mit einer Gesamtdistanz von 78,57 km. Dann soll die Distanz nach unten korrigiert worden sein; zunächst um 19 und dann um 90 Meter. Diese Informationen sollen von der offiziellen Website des Events stammen, die derzeit nicht aufrufbar ist. Besonders auf der Facebook Präsenz des Events zeigen die Peruaner ihren Unmut:

„Wings for Life ist eine österreichische Organisation, in deren Land zwei Spitzenkandidaten für den Sieg antraten…“, sagt Juan Loayza, der das Rennen verfolgte und von den Vorgängen um den Sieg überrascht war. „…Ketema aus Äthiopien und Glyva aus der Ukraine… Sie glaubten wohl nicht, dass ein peruanischer Läufer ihre Besten schlagen könnte… schließlich also… änderten sie die Zeiten [sic.: gemeint ist Distanzen] … jeder im Internet sah das live… aber… niemand redet darüber… weil? Peru ein kleines Land ist …“

„Schiebung bei Red Bull?“

… lautete die Frage einer weiteren Facebook-Nutzerin, denn auch für die anderen internationalen Teilnehmer wäre es interessant zu wissen, ob die Aufzeichnungen der zurückgelegten Strecken nur in Peru fehlerhaft waren oder nicht – wenn denn ein technischer Fehler vorgelegen hatte.

Die Anfrage der Redaktion an die Organisatoren um eine Stellungnahme zu diesem Sachverhalt ist derzeit unbeantwortet.

Ein Wehrmutstropfen in dem ansonsten so wundervollen Erfolgscocktail des weltweiten Rennens für einen guten Zweck.

Als offizielle Global Winners können sich Molvik und Ketema nun auf den spektakulären ersten Preis freuen – eine einmonatige Weltreise voller Highlights, darunter zahlreiche Treffen mit legendären Persönlichkeiten aus Sport und Business.

Die Top Fünf des Wings for Life World Runs

Männer:

  1. Lemawork Ketema (ETH) in Österreich – 78,57 km
  2. Remigio Huaman Quispe (PRU) in Peru – 78,48 km
  3. Evgeni Glyva (UKR) in Österreich – 78,40 km
  4. Giorgio Calcaterra (ITA) in Italien – 72,96 km
  5. Paul Michelletti (NZL) in Großbritannien – 69,37 km

Frauen:

  1. Elise Molvik (NOR) in Norwegen – 54,79 km
  2. Nathalie Vasseur (FRA) in Frankreich – 51,26 km
  3. Svetlana Shepuleva (MOL) in der Türkei – 48,29 km
  4. Mfanzi Ntombesintu (RSA) in Südafrika – 47,57 km
  5. Lea Bäumler (GER) in Deutschland – 46,23 km

Andere Gewinner

Michael Selinger, mit 92 die älteste Person, die am Rennen teilnahm, lief im österreichischen Donautal unglaubliche 8,59 Kilometer.

Unter den berühmten Teilnehmern und anderen Sportlern war auch der ehemalige F1-Fahrer Mark Webber aus Australien, der sich ein bescheidenes Ziel von 10 Kilometern gesetzt hatte, doch dann fantastische 28,36 Kilometer schaffte. Ski-Star Aksel Lund Svindal aus Norwegen wurde nach 28,22 km vom Catcher Car eingeholt, während der frühere französische Skirennläufer Luc Alphand 22,08 km lief.

Alle Startgebühren und Spenden in einer Gesamtsumme von über 3 Millionen Euro fließen zu einhundert Prozent an internationale Forschungsprojekte zur Heilung von Rückenmarkverletzungen (siehe: Wings for Life – Die Organisation).

Der Wings for Life World Run wird 2015 erneut, dann am 3. Mai, stattfinden.