Rollstuhlrugby

Rollstuhlrugby ist ein actionreicher, spannender Sport für Personen mit Einschränkungen an mindestens drei Gliedmaßen. Dazu zählen überwiegend Menschen mit Querschnittlähmungen, anderen Lähmungen, Amputationen und Spastiken. Viele Sportvereine bieten Rollstuhlrugby an.

So geht’s los

In fast jeder Ecke Deutschlands gibt es Vereine, die am aktiven Ligabetrieb teilnehmen. Auf der Vereinslandkarte des DRS können Interessierte den passenden Verein in ihrer Nähe suchen. Bei der Suche nach einem geeigneten Club helfen zudem die DRS-Ansprechpartner gerne weiter – siehe auch: Mannschaftssport für Tetraplegiker. Rollstuhlrugby.

Klassifizierung

Jeder Spieler wird auf einer Punkteskala von 0.5 – 3.5 klassifiziert.Die Punktzahl richtet sich nach der schwere der Behinderung. Je höher die Punktzahl, desto geringer der Behinderungsgrad und umgekehrt.
Nach internationalen Regeln dürfen die Spieler eines Teams zusammen nicht mehr als 8 Mannschaftspunkte haben. National wird mit 7 Mannschaftspunkten gespielt, um Schwerstbehinderten eine faire Spielbeteiligung zu gewährleisten.

Ligabetrieb

Der Sport wird in vier Leistungsklassen gespielt:

  • international in der Champions League
  • national in der 1. und 2. Bundesliga
  • sowie in der Regionalliga.

Sportgeräte

Beim Rollstuhlrugby ist der Rollstuhl ein essentielles Sportgerät. Es gibt hierbei zwei verschiedene Rollstühle, die zum Einsatz kommen. Offensive Rollstühle sind so gebaut, dass sie schnell und wendig sind. Vorne besitzen sie einen runden Stoßdämpfer, der andere Rollstühle daran hindert, sich darin zu verhaken. Meistens werden sie von Spielern mit erhöhter Körperfunktion (ab etwa 2 Punkte) benutzt. Im Gegensatz dazu gibt es defensive Rollstühle. Sie sind so gebaut, dass sie sich mit anderen Rollstühlen verhaken können und diese am Weiterfahren hindern. Darüber hinaus besitzen beide Varianten spezielle Schutzvorrichtungen, damit die Rollstühle nicht zu schnell umkippen.

Das Spielgerät ist ein Volleyball, dessen Außenhülle aufgeraut ist, damit er für die an den Gliedmaßen eingeschränkten Sportler besser zu greifen und zu verarbeiten ist. Um zusätzlich die Griffigkeit zu erhöhen, werden die Handschuhe, die jeder Spieler zum Schutz trägt, mit Kleber oder Harz versehen – sofern das die Hallenordnung erlaubt.

Regeln

Gespielt wird auf einem standardgroßen Basketballfeld in einer Halle. Auf dem Spielfeld befinden sich zwei Mannschaften zu je vier Spielern. Es gilt, den Ball über die gegnerische acht Meter breite Torlinie zu fahren. Dabei muss sich der Ball sicher im Besitz eines Spielers befinden.
Ein Spiel dauert 4 x 8 Minuten plus Timeouts. Es gewinnt die Mannschaft, die am Ende der Spielzeit die meisten Tore erzielt hat. Der Ball darf gepasst, geworfen, gedribbelt und auf dem Schoß transportiert werden.

Erfolge

In Deutschland spielten in 2012 ca. 350 Aktive, darunter 40 Frauen, Rollstuhlrugby. Die Nationalmannschaft hat bereits an den Paralympics in Sydney 2000, Athen 2004 und Peking 2008 teilgenommen und erzielte bei der Europameisterschaft in Dänemark 2009 den dritten Platz. 2018 belegte Team Deutschland Platz zehn der Weltrangliste.

Highlight

Jährlich findet in Köln das Bernd-Best Turnier statt – der größte Rugby-Wettbewerb der Welt, an dem bis zu 50 nationale und internationale Teams in vier Leistungsklassen teilnehmen.

Links

Germany Wheelchair Rugby: GERWR

IPC-Seite Rollstuhlrugby: IWRF