Mit ganzer Kraft

Der neue Film von Nils Tavernier „Mit ganzer Kraft“ erzählt einfühlsam und in großen Bildern von einer außergewöhnlichen, berührenden Vater-Sohn-Beziehung, die auf wahren Begebenheiten beruht.

Mit ganzer Kraft; 2013 Bilder und Clips auf: http://mitganzerkraft.de/bilder_und_clips.php, 2014

Aus dem Inhalt

Julien (Fabien Héraud) ist 17 und träumt wie die meisten Teenager von aufregenden Abenteuern. Was ihn davon abhalten sollte? Auf keinen Fall die Tatsache, dass er von Geburt an behindert ist und im Rollstuhl sitzt. Um das schwierige Verhältnis zu seinem unnahbaren, arbeitslosen Vater Paul (Jacques Gamblin) zu kitten, schlägt er ihm die gemeinsame Teilnahme an einem Triathlon vor. Obwohl Paul früher Hobby-Leichtathlet war, tut er Juliens Plan als Schnapsidee ab. Womit er allerdings nicht rechnet, ist die Hartnäckigkeit seines Sohnes. Selbst Claire (Alexandra Lamy), Pauls Frau, unterstützt ihren Sohn mit Leibeskräften, obwohl sie anfänglich Bedenken hat und immer noch dazu neigt, ihn wie eine Glucke übermäßig zu umsorgen. Projekt Ironman wird zur größten Herausforderung ihres Lebens, vor allem natürlich in sportlicher Hinsicht, doch beim Countdown bis zum Tag X stellt sich auch etwas ein, was alle in dieser zerrütteten Familie unwiderruflich verloren geglaubt hatten: Liebe, Verständnis und Zusammenhalt …

Die Jury der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW) sieht in dem Film „ein Dokudrama mit vielen Szenen, in denen man Realität und Gespieltes, Wahres und Inszeniertes kaum unterscheiden kann. Beeindruckend ist, dass es trotz aller Dramatik dieses schwierigen Themas den Machern gelungen ist, so leichtfüßig zu erzählen.“

Kinostart und Trailer

„Mit ganzer Kraft“  ist ab dem 27. März 2015 in Deutschland auf DVD erhältlich.

Für weitere Informationen siehe: Mit ganzer Kraft

Die Hintergründe

Der Film basiert auf den Geschichten von zwei außergewöhnlichen Vater-Sohn Teams.

Das südafrikanische Team Garwood besteht aus Vater Kevin und Sohn Nicholas. Nikki wurde 1999 mit einer spastischen Form zerebraler Kinderlähmung geboren. Seit 2010 nehmen die beiden gemeinsam an Duathlons, Triathlons und Iron Man Wettkämpfen teil.

Für mehr Informationen zum Team Garwood siehe: www.teamgarwood.co.za

Ein weiteres Team, das Pate für den Film hätte stehen können, und das Team Garwood überhaupt erst zu ihrem Tun inspirierte, ist das US-amerikanischen Team Hoyt. Sohn Rick Hoyt (geb. 1962) wurde mit einer Infantilen Zerebralparese geboren, aufgrund derer er weder gehen noch sprechen kann. Trotzdem – und entgegen der Prognosen der Ärzte – fähig zur Kognition, wurde aus Rick ein begeisterter Sportfan.

Das erste Rennen, in dem Team Hoyt startete, fand 1977 als Benefizveranstaltung für einen verunglückten Mitschüler Ricks statt. Als Rick seinem Vater Dick (geb. 1940) im Anschluss sagte, wie froh ihn das Laufen mit ihm gemacht hatte, stand fest, dass sie weitere Rennen bestreiten würden – und das, obwohl Dick dem Laufsport zuvor gar nichts hatte abgewinnen können. Für seinen Sohn wurde er nun zum Ausdauersportler ohne Limits.

Gemeinsam nahmen Vater und Sohn bis 2014 an über 1.000 Sportveranstaltungen teil, u. a. an 229 Triathlons (davon sechs Ironman), 20 Duathlons und 66 Marathons. Bei den Wettkämpfen trug, zog oder schob Dick seinen Sohn in adaptierten Rädern, Rollstühlen oder Schlauchbooten mit sich.

Der Boston Marathon 2014 war der letzte, den Dick und Rick Hoyt gemeinsam bestritten. Ihr Motto „You Can“ haben sie der ganzen Welt bewiesen.

Für mehr Informationen zu Team Hoyt siehe: www.teamhoyt.com 

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