Klimaanlagen – Gesundheitliche Aspekte und Bauanleitungen

Wenn sommerliche Temperaturen mal wieder den Asphalt zu schmelzen lassen drohen, freuen sich all jene, die im Büro, im Auto oder zuhause eine Klimaanlage haben. Allerdings gilt es ein paar Punkte zu beachten, wenn sich die Klimaanlage nicht vom Freund zum Feind mausern soll.

Bild 72975403 copyright Yuri-Arcurs,2013 Mit Genehmigung von Shutterstock.com

Da Querschnittgelähmten tendenziell eher zu kalt als zu warm ist, sollte man meinen, dass den meisten hohe Außentemperaturen höchst willkommen sind. Aber alles hat Grenzen. Großer Hitze können Rückenmarksverletzte aufgrund der Temperaturdysregulation, d. h. der lähmungsbedingten Unfähigkeit des Körpers die eigene Temperatur durch Schwitzen herab zu kühlen, häufig schlecht begegnen. Zudem kann heißes Wetter den Schlafrhythmus erheblich stören, was über einen längeren Zeitraum verheerende Folgen für den Gesamtgesundheitszustand haben kann.

Hier rücken Klimaanlagen ins Zentrum der Überlegung. In vielen Büros und in Neuwagen gehören sie meist schon zur Grundausstattung; kleine Modelle lassen sich für den Heimgebrauch günstig erstehen (Preise für Geräte für kleine und mittlere Räume beginnen bei ca. 100 Euro) und mit etwas Geschick kann man sie sich sogar selber basteln.

Klimaanlagen: Gesundheitliche Aspekte

  • Trockene Luft
    Vor allem bei angegriffenen Atemwegen stellen Klimaanlagen eine gewisse Gefahrenquelle dar, da sie nicht nur die Luft abkühlen, sondern ihr auch Feuchtigkeit entziehen. Trockene Luft wiederum trocknet die Haut und Schleimhäute aus und macht sie so anfälliger für Krankheitserreger. Um die Schleimhäute vor dem Austrocknen zu bewahren, sollte die Flüssigkeitsaufnahme (Trinkmenge) gesteigert und evtl. ein (Meerwasser-) Nasenspray und Augentropfen verwendet werden.
    Es gilt: Wer Klimaanlagen häufig und/oder über einen längeren Zeitraum ausgesetzt ist, sollte sich häufiger mit einem fetthaltigen Pflegeprodukt eincremen, um die Haut zu schützen.
  • Quelle für Keime
    Klimaanlagen entziehen der Luft Wärme und Feuchtigkeit, die sich am Wärmeaustauscher niederschlagen. Die Kombination aus Nässe und Wärme begünstigt die Ausbreitung von Bakterien und Pilzen; in ungünstigen Fällen vermehren sich sogar Legionellen, die vor allem für abwehrgeschwächte Menschen gefährlich werden und schwere Lungenentzündungen (Legionärskrankheit) verursachen können.
  • Temperaturunterschiede
    Man sollte darauf achten, dass der Temperaturunterschied zwischen klimatisiertem Raum bzw. dem Auto und der Außentemperatur nicht mehr als sechs Grad Celsius beträgt. Alles was darüber hinausgeht, kann den Organismus belasten und im schlimmsten Fall zum Kreislaufkollaps führen.

Ein muffiger Geruch im Auto oder in klimatisierten Wohnräumen weist auf eine Verkeimung hin. Regelmäßige Wartungen und Austauschen der Filter können einer Verbreitung von Pilzen und Bakterien vorbeugen.

Klimaanlagen zum selber basteln

Da man Klimaanlagen in Mitteleuropa von den 365 Tagen im Jahr vielleicht an 60 braucht, ist die Anschaffung einer solchen etwas, was man sich zweimal überlegt. Außerdem sind die Dinger sperrig, groß und unansehnlich; sie kühlen nicht nur die Luft, sie nehmen auch Platz weg. Und wohin damit, wenn die Hitzewelle vorbei ist?

Hobbybastler können sich mit wenig Aufwand und leicht zu beschaffenden Materialien jedes Jahr zur Sommersaison eine Heimklimaanlage selber bauen (und danach wieder in ihre Einzelteile zerlegen). Gewartet werden müssen die Geräte Marke Eigenbau auch nicht, und ökologisch wertvoll sind sie außerdem, da keine chemische Kühlflüssigkeit verwendet wird.

Man braucht:

  • 1 Tischventilator (Kosten: ab 9,- Euro)
  • 1 große Styroporbox (Kosten: ab 18,- Euro / oder um ein kostenloses Exemplar im Fischrestaurant bitten)
  • 2 Knierohre (Kosten: ca. 2,- Euro pro Stück)
  • Mehrere PET Flaschen (Kosten pro Flasche ca. 0,25 Euro Pfand)

So geht’s:

  • PET Flaschen mit Wasser füllen und tiefgefrieren.
  • Deckel der Styroporbox abnehmen und ein Loch von der Größe des Innenradius des Ventilators schneiden.
  • In die Seitenwände zwei Löcher von der Größe der Knierohre schneiden.
  • Knierohre in die Löcher setzen.
  • Die Flaschen mit dem gefrorenem Wasser in die Box legen, Deckel aufsetzen.
  • Den Ventilator auf das Loch im Deckel setzen (so dass die Luft in die Box geblasen wird). Fertig.

Zum Kipkay Anleitungsvideo geht es hier. DIY Cooler Chiller

Anmerkung: Im Video wird Eis ohne jedwede Verpackung direkt in die Box gegeben. Wenn man Flaschen oder auch Aluminiumdosen (z. B. mit Bier drin) verwendet, wird die Flüssigkeit, die beim Schmelzen entsteht aber gleich sauber aufgefangen, was einen gewissen Sicherheitsaspekt – immerhin ist ein Elektrogerät im Einsatz – miteinschließt.

Hier geht es zu einer weiteren Anleitung auf Helpster.de: Klimaanlage selbst bauen

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