Mobility Monitor – Anti-Dekubitus System für Bettlägerige

Was bei den Machern des SensiMat Systems (siehe: SensiMat System – Die Anti-Dekubitus App für Rollstuhlfahrer) noch in Planung ist, wurde mit dem Produkt Mobility Monitor teilweise bereits umgesetzt: Die Anwendung zur Dekubitusprophylaxe für Betten und Lagepositionen.  

 

Bild 89369110 copyright Alila-Medical-Images, 2013 Mit Genehmigung von Shutterstock.com

Bei der Dekubitusprophylaxe (siehe: Prävention von Druckstellen) beim bettlägerigen Patienten ist zu beachten, dass jede Position nicht zu lange beibehalten werden darf. In regelmäßigen Abständen muss eine neue Lage eingenommen werden. Viele Publikationen sprechen von 2-Stunden-Intervallen, auch nachts, doch scheint dieses schematische Arbeiten für Betroffene keinen erhöhten Nutzen zu bringen. Stattdessen erstellen Pflegekräfte heute unter Berücksichtigung von individuellen Bedürfnissen, Ressourcen und Risikofaktoren speziell angepasste Positionierungspläne (Pflegewissen, 2013). Hierbei könnte vor allem im Falle von frisch- und hochgradig inkomplett Querschnittgelähmten das Mobility Monitor System der schweizerischen Firma Compliant Concept eine wertvolle Hilfe darstellen:

Pflegepersonen in Kliniken und im privaten Bereich können mit dem Mobility Monitor die Bewegungsfähigkeit von Betroffenen ermitteln, dokumentieren,  eine sichere individuelle Pflegeplanung vornehmen und vor allem die Dekubitusprophylaxe gezielt überwachen.

So funktioniert der Mobility Monitor

Unter der Matratze des Bettes wird eine Messeinheit angebracht, die sowohl mit dem Displaygerät am Bettrand als auch mit einer Lichtrufanlage verbunden ist. Die Messeinheit erfasst und analysiert berührungslos, also ohne Kontakt zum Körper, die Mikroaktivität, d. h. feinste Bewegungen des Patienten, wertet diese aus und zeigt die gemessenen Mobilitätswerte auf einem kleinen Display am Bettende an.  Für eine individuelle Kontrolle ist eine Einstellung in den Intervallen zwei, drei und vier Stunden möglich.

Die Auswertung am Computer erlaubt es dem Pflegenden zudem, weitere Maßnahmen effizient zu planen und zu dokumentieren. Im Alltag zeigt der Mobility Monitor per Ampelsystem, wann der Patient umgelagert werden muss, und welche Einflüsse Medikamente auf Mobilität und Schlafverhalten haben.

Im Gegensatz zum SensiMat System hat der Mobility Monitor allerdings einen entscheidenden Nachteil:  Er misst zwar, dass eine Drucküberlastung stattfindet, aber nicht welche Körperpartie betroffen ist. Die Variante mit App und farblich gekennzeichneten Stellen mit zu hohem Auflagedruck, die SensiMat für die Anwendung in Betten plant, könnte als nach wie vor eine Marktlücke schließen.

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