Inklusionslandkarte zeigt inklusive Projekte deutschlandweit

Seit September 2014 ist die Inklusionslandkarte der Bundesregierung online, die Informationen und Diskussionen über die Vielfalt inklusiver Institutionen, Organisationen und Projekte in Deutschland bieten und fördern soll.

Verena Bentele, die damalige Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, verkündete am 17. September 2014 gemeinsam mit der damaligen Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Andrea Nahles, den Start des Mitmachprojektes auf www.inklusionslandkarte.de.

Auf dieser virtuellen Landkarte können Nutzerinnen und Nutzer Institutionen, Organisationen oder Projekte eintragen, die ihrer Meinung nach inklusiv sind. Eingetragene Projekte können bewertet und kommentiert werden.

„Wir wollen die UN-Behindertenrechtskonvention in allen Lebensbereichen umsetzen. Dabei hilft es, wenn wir die häufig sehr abstrakt klingenden Begriffe „Inklusion“ und “Teilhabe“ mit Leben füllen“, so Nahles. „Dafür ist die Inklusionslandkarte genau der richtige Ansatz. Es geht um Projekte des Alltags, um gelebte Inklusion und eine öffentliche Diskussion darüber.“

Inklusion ist mehr als eine Rampe für Rollstuhlfahrer

„Inklusion geht uns alle an, sie betrifft Menschen mit und ohne Behinderung. Sie betrifft alle Bereiche des gesellschaftlichen Zusammenlebens und muss selbstverständlich für alle Themen mitgedacht werden. Inklusion ist wesentlich mehr, als nur eine Rampe für Rollstuhlfahrer vor die Tür zu stellen“, sagt Bentele. Es gehe beispielsweise auch um den barrierefreien Zugang zu Informationen, um die politische Teilhabe zu verbessern – durch einfache Sprache in Politik und Verwaltung. „Es gibt Hunderte Bereiche, in denen Inklusion und Teilhabe vorangetrieben werden müssen. Es gibt aber auch schon viele Beispiele, die einen guten Weg anzeigen. Das kann einfach nur das Café nebenan sein oder der Sportverein, der selbstverständlich Sport für Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam anbietet. All dies kann jetzt auf der Landkarte eingetragen und diskutiert werden. Jede Meinung ist gefragt.“

So funktioniert die Inklusionslandkarte

Die Inklusionslandkarte lebt von Mitmachern als Experten. Nachdem man sich als Nutzer auf www.inklusionslandkarte.de registriert hat, kann man:

  • Inklusive Projekte eintragen bzw. vorschlagen
    Als projektverantwortliche Person kann man darlegen, wieso das Projekt inklusiv ist; nicht-verantwortliche Personen nehmen einen Basiseintrag vor. Das Ergänzen mit und Aktualisieren von Details obliegt im Weiteren dem Projektverantwortlichen.
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  • Eingetragene Projekte bewerten
    Hierbei kann man – wenn man das entsprechende Projekt kennt – mit bis zu fünf Sternen bewerten, wie inklusiv es ist. Dabei orientiert man sich als Nutzer an der Frage: „Ist das Projekt bereits voll inklusiv (5 Sterne) oder hat es sich gerade erst auf den Weg gemacht (1 Stern)?“. Zusätzlich zu den vergebenen Sternen kann man die abgegebene Bewertung erläutern. Hier besteht auch die Möglichkeit, Verbesserungsvorschläge zu machen oder auf fehlende Punkte in der Projektbeschreibung aufmerksam zu machen.
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  • Persönliches Profil anlegen
    Optional können Nutzer ihre Kompetenzen in Sachen Inklusion in einem persönlichen Profil darstellen.

Alle Projekte, die auf die Inklusionslandkarte eingetragen werden, erscheinen sofort auf der Landkarte; eine vorherige Prüfung und/oder Freischaltung durch Administratoren erfolgt nicht.

Qualitätssicherung obliegt den Nutzern

Die Qualitätssicherung der Einträge erfolgt einzig über die registrierten Nutzer.

  • Pflege durch die Projektverantwortlichen
    Die verantwortlichen Personen pflegen und aktualisieren ihre Projekteinträge. So können Weiterentwicklungen dokumentiert, aber auch fehlende Angaben ergänzt werden. Projekte, die von nicht verantwortlichen Nutzern eingetragen werden, werden aus diesem Grund in der Regel an die Projektverantwortlichen übertragen.
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  • Bewertungen durch die Nutzer
    Durch die Bewertungen der Nutzer entsteht ein Eindruck, wie weit auf dem Weg zur Inklusion ein Projekt bereits fortgeschritten ist. Den Kommentaren der bewertenden Nutzer kann entnommen werden, wo ggf. noch Nachholbedarf besteht oder wo in der Projektbeschreibung noch Lücken sind.

Entgleisungen können gemeldet werden.

  • Melde-Funktion
    Unqualifizierte oder diskriminierende Projekte können von allen registrierten Nutzern gemeldet werden. Die entsprechenden Beiträge werden geprüft und ggf. von der Plattform entfernt.

Die Einstellung der inklusiven Projekte läuft gut (Stand: 12.09.2016) auf vollen Touren; Bewertungen liegen aber nach wie vor nicht umfassend vor.

 

Sportangebote seit 2017

Die Inklusionslandkarte zeigt seit Oktober 2017 auch Sportangebote für Menschen mit und ohne Behinderungen. Dadurch soll das inklusive Sporttreiben noch zugänglicher werden.

Interessenten an inklusiven Sportangeboten können ab heute die Inklusionslandkarte nutzen, um im Internet Vereine, Kurse und Veranstaltungen zu finden.

Die damalige Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Verena Bentele, sagte zu der Erweiterung des Angebots: „Menschen mit und ohne Behinderungen wollen Sport treiben, und zwar gemeinsam. Deshalb ist es mir ein echtes Herzensanliegen, dass alle auf einer Plattform ihr passendes Sportangebot schnell und unkompliziert finden. Mit der Inklusionslandkarte stellen wir im Internet eine interaktive, professionell gestaltete Informations- und Kommunikationsplattform zum Thema Sport für Menschen mit und ohne Behinderungen zur Verfügung.“ Dieses Angebot lebt vom Mitwirken vieler, betonte die Beauftragte: „Ich danke vor allem den engagierten Mitstreiterinnen und Mitstreitern im ganzen Land, die ihre Kurse und Veranstaltungen bereits eingetragen haben. Gleichzeitig möchte ich natürlich auch dazu motivieren, weiterhin Sportangebote einzustellen. Inklusion bewegt, und gemeinsam bewegen wir uns inklusiv, dieser Leitgedanke ist mir wichtig.“

Als Partner bei der Erweiterung der Landkarte konnten der DJK-Sportverband gewonnen werden, außerdem die Organisation Special Olympics Deutschland (SOD), der Deutsche Rollstuhl-Sportverband e.V. (DRS), die DFB-Stiftung Sepp Herberger, der Landessportbund Thüringen (LSB Thüringen) und das Projekt Indus des Kreissportbunds Emsland. Sie vertreten einen nicht unerheblichen Teil der deutschen Sportvereine und -verbände.

Der organisierte Sport ist mit rund 90.000 Vereinen und den darin ca. 27 Millionen organisierten Mitgliedern ein wichtiger Faktor in der deutschen Gesellschaft. Viele dieser Vereine engagieren sich bereits zum Thema Inklusion und Sport. Trotzdem ist die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am Sport im Vergleich zur sonstigen Bevölkerung nach wie vor unterrepräsentiert. Die Inklusionslandkarte wird einen Beitrag dazu leisten, dies zu ändern.

Die Inklusionslandkarte soll Interessenten dabei helfen, durch die Verlinkungen schneller an ihr Ziel zu kommen und die für sie passenden inklusiven Angebote (Sportvereine, Fitnessstudios, Freizeitanbieter) leichter zu finden. Eine interaktive, professionell gestaltete Informations- und Kommunikationsplattform zum Thema Sport im Internet für Menschen mit und ohne Behinderungen stellt in der heutigen Medienlandschaft eine sinnvolle Maßnahme dar. Sie kann eine positive Signalwirkung für die Umsetzung der Inklusion auf dem Feld der Kommunikation und Information entfalten. Ein übergeordnetes Ziel hierbei ist es, die in der UN-Behindertenrechtskonvention geforderte volle und gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen auch im Bereich des Sports zu erzielen.

Anbieter können sich über einen einfachen Prozess registrieren, um dann ihre Sportangebote in die Inklusionslandkarte einzutragen. Nutzer können in der Inklusionslandkarte gezielt auch nach Sportangeboten recherchieren. Neben einer geographischen (Umkreis-) Suche gibt es auch eine Recherche nach Themen und Stichwörtern. Das Angebot steht auch für Smartphones und für Desktop-Bildschirme zur Verfügung.

Weitere Informationen

Für weitere Informationen siehe: www.inklusionslandkarte.de

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