Barrierefrei ins Stadion

Wer die Atmosphäre liebt, die Kultautor Nick Hornby in „Fever Pitch“ beschreibt, muss sich die Spiele seines Lieblingsclubs in einem vollbesetzten Stadion ansehen und sich die Seele aus dem Leib schreien. Fans mit Handicap erleichtert der Online-Reiseführer der Stiftung Bundesliga „Barrierefrei ins Stadion“ den barrierefreien Stadionbesuch.Stadion SC Freiburg, 2014 Download Pressebereich http://www.scfreiburg.com/verein/presse-downloads/logos-und-bilder

Fußball bedeutet Fan-Kult und seine Magie liegt nicht zuletzt darin, in die Atmosphäre eines von Emotionen aufgeheizten Stadions abzutauchen, während man mit Hunderten von Gleichgesinnten seine Mannschaft zum Sieg anfeuert. Das gilt natürlich auch für Auswärtsspiele, doch ist der Besuch eines solchen für Fans mit Handicap häufig mit einem enormen Planungsaufwand verbunden. Der Online-Reiseführer „Barrierefrei ins Stadion“ soll helfen, diesen Aufwand zu reduzieren und den Stadionbesuch zu erleichtern. Hierzu werden für jeden Club der ersten, zweiten und – neu in dieser Saison (!) – dritten Bundesliga folgende Informationen bereitgestellt:

  • Details zur An- und Abreise mit
    • Bahn
    • Öffentlichem Personennahverkehr (ÖPNV)
    • PKW
  • Details zur barrierefreien Situation im Stadion (z. B. Lage der Behindertenparkplätze und –toiletten)
  • Anzahl und Lage der Plätze für Rollstuhlfahrer bzw. Sehbehinderte
  • Ticketinformationen
  • Kontakt zu Ansprechpartnern und/oder Behindertenfanbeauftragten
  • Details zur Situation in der jeweiligen Stadt, inkl. behindertengerechte Hotels

Eine einheitliche Umsetzung der Idee des barrierefreien Stadions gibt es nicht. In manchen Stadien sind die Plätze für Rollstuhlfahrer überdacht und verfügen über eine gute Sicht, in anderen befinden sie sich hinter dem Tor oder hinter Stehplätzen für Fußgänger. Die Begleitperson findet entweder direkt neben dem Rollstuhlfahrer Platz oder in der Reihe davor oder dahinter, und auch die Preispolitik bei den Tickets sieht nicht immer gleich aus.

Die Begleitperson zahlt in manchen Fällen den vollen, von Club zu Club unterschiedlichen Preis, in anderen nicht (im Schwerbehindertenausweis muss „B“ für Begleitperson vermerkt sein) und bei Hertha BSC zahlen weder Rollstuhlfahrer noch Begleitperson.

Mit der Anzahl der Behindertenplätze ist es in den meisten Stadien auch nicht weit her. Sie reichen von 30 Plätzen beim SC Paderborn 07 bis 227 Plätzen beim FC Bayern München. Als auswärtiger Fan muss man allerdings ganz schon auf Zack sein, wenn man ein Ticket für einen Rollstuhlplatz ergattern will, denn fast überall sind 90% der vorhandenen Plätze für den ortsansässigen Fan reserviert. Einen Bus zu mieten, um mit 20 Rolli-Freunden den eigenen Verein beim Auswärtsspiel zu unterstützen, macht demnach nicht viel Sinn. Was eigentlich schade ist …

Alle Informationen auf „Barrierefrei ins Stadion“ kann man von zu Hause oder mobil abrufen und zur Offline-Nutzung auf dem Smartphone oder Tablet herunterladen. Und alle, die die gewünschten Daten komplett oder in Auszügen gerne schwarz auf weiß vor sich haben, können sie sich einfach ausdrucken.

Weitere Informationen

Der Bundesliga-Reiseführer „Barrierefrei ins Stadion“ wurde von der Bundesliga-Stiftung initiiert, gemeinsam mit der Bundesbehindertenfanarbeitsgemeinschaft (BBAG) sowie dem Deutschen Fußball-Bund entwickelt und in enger Zusammenarbeit mit den 54 Clubs erstellt. Sie bildet Teil des Projektes „Gemeinsam für Inklusion“ (siehe: Bundesliga-Stiftung und Aktion Mensch wollen gemeinsam Inklusion im Sport fördern).

Für Buchungen und Informationen siehe: http://www.barrierefrei-ins-stadion.de