Aromatherapie bei Querschnittlähmung

Die Aromatherapie ist Teil der physikalischen Therapie, mit der die Kräfte zur Selbstheilung, die allen Menschen innewohnen, aktiviert werden sollen. Mit Düften und Essenzen kann auf verschiedene Symptome Einfluss genommen werden, z. B. Angst, Schmerz, Schlaflosigkeit und Verdauungsprobleme.

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Die bei der Aromatherapie verwendeten Aromaessenzen und ätherischen Öle wirken ganzheitlich und unmittelbar auf das limbische System des Gehirns ein. Auf diese Weise regulieren sie psychische und physische Vorgänge; je nachdem welche Essenz verwendet wird, werden unterschiedliche Reaktionen ausgelöst, d. h. verschiedene Symptome können behandelt werden.

Anwendung

Aromatherapie im Whirlpool

Aromatherapie im Whirlpool

Die Umsetzung der Aromatherapie kann über verschiedene Träger stattfinden. Sie eignet sich als Anwendung in Form von Dampf- und Erkältungsbädern, Geruchspflastern, als Zusätze in Massageölen, die Verwendung in Duftlampen und auch in Whirlpool und Sauna.

Duftstoffe allgemein können auf verschiedene Weise auf den menschlichen Körper einwirken, zum einen, indem sie den Geruchssinn ansprechen, was zu Sinneswahrnehmungen mit all den damit verbundenen Nebeneffekten (Gefühlseindruck, Erinnerung, reflektorische Beeinflussung verschiedener Körperfunktionen, etc.) führt. Zum anderen besitzen einige ätherische Öle Eigenschaften, die direkt auf den Körper Einfluss nehmen, indem sie u. a. kühlen oder die Durchblutung fördern.

Was die Anwendung der Aromaessenzen in Massageölen angeht, ist Vorsicht geboten. Es sollte nie unverdünnt, nur in einem Verhältnis von 98% Trägeröl (z. B. Mandelöl) und 2% ätherisches Öl verwendet werden. Ausnahmen bilden Zitronen-, Lavendel- und Immortelle-Essenzen, die bei Warzen bzw. Verbrennungen und Wunden eine reinigende und heilungsfördernde Wirkung haben sollen.

Indikationsbeispiele

Aromatherapie bei der Prophylaxe von Lungeninfektionen und Pneumonien

Maßnahmen zur Erhaltung bzw. Unterstützung der Genesung der Atemwege folgen dem LISA-Prinzip (siehe: Lungeninfektionen und Pneumonien vorbeugen). Das S in LISA steht für „Sekretmanagement“; zur Sekretlösung eignen sich verschiedene ätherische Öle, z. B.

    • Anis
    • Benzoe
    • Eukalyptus
    • Fichtennadel
    • Fenchel
    • Lavendel
    • Myrte
    • Niaouli
    • Pfefferminz
    • Salbei
    • Thymian
    • Ysop
    • Zitronengras
    • Zypresse

Zudem wirken die genannten ätherischen Öle krampflösend und antiseptisch bzw. antiviral, und sind daher auch zur Behandlung von Erkältungen und grippalen Infekten geeignet.

Aromatherapie bei negativen Gemütszuständen (Stress, Schlaflosigkeit, Depressionen, etc.) und Schmerzen

Bei negativen Gemütszuständen und Schmerz kann die Aromatherapie Einfluss über die Stimulation von Neurotransmittern nehmen. Verschiedene Düfte können z. B. die Produktion von Endorphinen (analgetisch), Encephalinen (stimmungsaufhellend), Serotonin (dämmt die Schmerzübertragung), Noradrenalin und Prostaglandinen (beeinflusst Entzündungsprozesse im Körper).

Essenzen, die analgetisch bzw. entspannend wirken und die oben genannten Neurotransmitter stimulieren und zur Regulierung von Stress, Angst und Schmerz etc. verwendet werden können, sind z. B.:

    • Basilikum
    • Borretschsamen
    • Hanf
    • Lavendel
    • Lein
    • Nachtkerze
    • Orangenblüte
    • Rose
    • Sandelholz
    • Ylang-Ylang

Für mehr Informationen darüber, welche Düfte auf welche Gemütszustände einwirken können siehe: Anwendungsgebiete der ätherischen Öle – Seelisch

Aromatherapie bei Appetitlosigkeit, Sodbrennen und Verdauungsproblemen

Bei Appetitlosigkeit und Beschwerden des Verdauungstrakts können verschiedene Aromaessenzen helfen. Angewendet werden kann die Aromatherapie hierbei als Kompresse, Wickel, Massage (für Informationen zur Anwendung siehe: Aromatherapie bei Verdauungsproblemen) oder indem man die genannten Gewürze (nicht die Essenzen daraus) in die Nahrung einbaut (siehe: Kräuter und Gewürze).

Regulierend auf den Verdauungstrakt sollen folgende Aromaessenzen wirken:

  • Anis
  • Basilikum
  • Estragon
  • Fenchel
  • Ingwer
  • Kamille
  • Kardamom
  • Koriander
  • Lavendel
  • Mandarine
  • Melisse
  • Nelke
  • Oregano
  • Pfefferminze
  • Zimt

Aromatherapie bei Appetitlosigkeit

  • Geeignete Pflanzen
      • Basilikum
      • Klettenwurzel
      • Pfefferminze
      • Rosmarin
    • Anwendungsbeispiel
      • Massageölmischung bei Appetitlosigkeit
      • 2 Tropfen Pfefferminzöl
      • 2 Tropfen Basilikumöl
      • 1 Teelöffel Klettenwurzelöl
      • Mit der Mischung den Solarplexus und die Magengegend massieren (mind. 10 Minuten).

 

Aromatherapie bei Sodbrennen

  • Geeignete Pflanzen
    • Kamille
    • Schafgarbe
  • Anwendungsbeispiel
    • Wickel gegen Sodbrennen
    • 1 Liter warmes Wasser
    • 3 Tropfen Schafgarbenöl
    • 3 Tropfen Kamillenöl
    • Ölmischung in das warme Wasser geben. Ein sauberes Baumwolltuch damit tränken. Leicht auswringen und auf Oberkörper und Hals legen. Mit einem trockenen Tuch abdecken. Mind. 30 Minuten einwirken lassen. (Hinweis: Gewöhnlich wird bei Wickeln im Gegensatz zu Kompressen ein drittes Tuch um den ganzen Körper herumgeführt, um das feuchte Tuch zu fixieren. Wer dies im Halsbereich als unangenehm empfindet kann es weglassen.)

Die Aromatherapie kann bei Magenkrämpfen, Blähungen, Durchfall und Verstopfung eingesetzt werden. Für ausführliche Informationen siehe: Aromatherapie bei Verdauungsproblemen

Vorsicht!

Vor allem Allergiker, schwangere Frauen, Kinder und stark geschwächte Personen müssen auf allergische Reaktionen achten, die bei der Aromatherapie möglicherweise auftreten können. Zudem gilt:

  • Die Aromatherapie ist nicht zur Selbstbehandlung geeignet; sie sollte stets von einem erfahrenen Therapeuten vorgenommen werden.
  • Immer die vom Therapeuten angegebene Dosierung beachten.
  • Nur natürliche, keinesfalls synthetische Öle verwenden; dabei die Deklaration des Produkts beachten, da die wenigsten der heute verkauften Aromaöle aus natürlichen Quellen stammen.
  • Öle nicht direkt und/oder unverdünnt auf die Haut auftragen, da sie Reizungen und Verätzungen hervorrufen können.
  • Innere Anwendung nur nach Absprache mit Fachpersonen (Ärzte, Therapeuten), da Aromaöle Giftstoffe enthalten können, die in hohen Dosen z. B. hepatotoxisch wirken können.
  • Inhalation nur mit geschlossenen Augen, um Reizungen der Augen zu vermeiden.

Die Aromatherapie lässt sich mit fast allen Therapien kombinieren, mit der Homöopathie allerdings nicht (Zäch/Koch, 2006).

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