Thrombose: Entstehung, Risikofaktoren, Prophylaxe

Thrombosen können in allen Blutgefäßen vorkommen. Häufig treten sie in den Venen, vor allem den tiefen Beinvenen auf. Dabei kommt es durch Blutgerinnung zu einem Thrombus, der das Blutgefäß, in dem er entsteht, verstopft.

 

Bild 89653561 copyright Alila-Medical-Images, 2013 Mit Genehmigung von Shutterstock.com

Blutgerinnsel können eine (potentiell tödliche) Thromboembolie auslösen. Hierbei löst sich der Thrombus vom Ort seines Entstehens und wird mit dem Blutstrom weitertransportiert. Einen Gefäßverschluss verursacht der Thrombus dann an einer anderen (engeren) Stelle im Blutkreislauf, z. B. an der Lunge. Bei der so entstandenen Lungenembolie fällt der Blutdruck ab und die Herzkranzgefäße werden nicht mehr genug durchblutet, was die Herzleistung vermindert. Der Gasaustausch in der Lunge ist gestört und Körper und Organe werden nicht mehr ausreichend mit sauerstoffreichem Blut versorgt. Im schlimmsten Fall kommt es zu einem Herz-Kreislauf-Stillstand (Reiche, 2012).

Symptome

Symptome einer beginnenden Thrombose sind: Rötungen, Schwellungen, Überwärmung der betroffenen Gliedmaßen sowie Spannungsgefühle und Schmerzen (Keckeis / et. al., 2012).

Symptome die auf eine Thromboembolie hinweisen, reichen von leichter Luftnot bis hin zu starken Atembeschwerden, Husten, Brustschmerzen, Beklemmungsgefühl, Todesangst, Herzrasen und Schocksymptomen wie Bewusstseinsverlust und Herz-Kreislauf-Stillstand. Oft gehen einer großen Embolie mehrere kleine voraus, die sich durch Anzeichen wie kurzzeitige Schwindelanfälle, Herzstolpern und Herzrasen bemerkbar machen. Daneben treten möglicherweise Anzeichen einer Thrombose auf (Reiche, 2015).

Risikofaktoren

Im Falle einer Querschnittlähmung liegt für den Betroffenen ein erhöhtes Risiko für Thrombosen und Thromboembolien vor, da ihre Begleiterscheinungen ernstzunehmende Risikofaktoren darstellen. Diese sind z. B. die Veränderungen oder Verletzungen der Gefäßwände, Stasen oder Stauungen des Blutstroms durch komplette oder inkomplette Lähmungen und eingeschränkte Bewegung, d. h. dem Ausfall der Muskelpumpe, sowie die Veränderungen der Blutzusammensetzung (Grave, 2012). Das Risiko steigt zudem mit dem Alter des Betroffenen und dem Vorkommen von Knochenbrüchen an Armen und Beinen.

Keinen Einfluss auf das Thromboserisiko haben hingegen die Höhe der Läsion und die Vollständigkeit der Lähmung; inkomplett Gelähmte haben gleich häufig Thrombosen wie komplett Gelähmte (Zäch/Koch, 2006).

Prophylaxe

Es gibt physikalische und medikamentöse Maßnahmen, die zur Minimierung des Risikos eines Blutgerinnsels durchgeführt werden können. In der Akutphase müssen die Kompressionstherapie und eine medikamentöse Prophylaxe für 8 bis 12 Wochen nach dem letzten chirurgischen Eingriff eingesetzt werden  (Zäch/Koch, 2006).

Physikalische Maßnahmen

  • Bild 49223701 copyright AndrejaDonko, 2013 Mit Genehmigung von Shutterstock.comKompressionstherapie: Kompression der unteren Gliedmaßen mit einem von unten nach oben abnehmenden Druckverlauf, entweder durch Wickeln mit elastischen Binden oder durch Anziehen von gut angepassten Kompressionsstrümpfen (Grave, 2012) der Klasse II. Die bewirkt eine teilweise Korrektur der Stase sowie eine Aktivierung der körpereigenen Auflösung von Blutgerinnseln (Zäch/Koch, 2006).
    Achtung: Ein Einschneiden der Strümpfe ist in jedem Fall zu vermeiden!
  • Mobilisation/Frühmobilisation (evtl. Stehbett)
  • Beine ausstreichen (Bürstungen)
  • Haltungsänderungen und passives und aktives Bewegen bei allen Alltagsaktivitäten
  • Herzwärts waschen (Grave, 2012)
  • Richtige Positionierung der Beine: Beine hochlagern, Beine nicht übereinander legen, da die venöse Zirkulation dadurch abgeklemmt wird (Keckeis / et. al., 2012)

Medikamentöse Maßnahmen:

  • Verschiedene Medikamente (Blutverdünner) zur Senkung der Gerinnungsbereitschaft des Blutes, z. B. ASS, Heparin, Marcumar, etc. (Zäch/Koch, 2006 / Grave, 2012)

Zur Vermeidung arterieller Ereignisse müssen Blutdruck, Blutlipide und Blutzucker regelmäßig kontrolliert und  Ernährung, Sportverhalten, und Alkohol- und Nikotinkonsum entsprechend angepasst werden (Zäch/Koch, 2006). Ebenso können sich ein guter Allgemeinzustand und genügend Ruhe positiv auswirken (Grave, 2012).

 

Fragen & Kommentare

Fragen & Kommentare zu diesem Artikel


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu hinterlassen.

Zur Registrierung geht es hier lang.