Das Immunsystem stärken

Ein funktionierendes Immunsystem schützt den Körper vor dem Ansturm an Viren und Bakterien, dem er täglich ausgesetzt ist. Vor allem in der Erkältungssaison leistet es Schwerstarbeit, um Infektionen und Krankheiten abzuwenden. Unterstützt werden kann das Immunsystem durch verschiedene Faktoren, u. a. durch die richtige Ernährung.

Immunonutrition für das Immunsystem.

Immunonutrition für das Immunsystem.

Das Immunsystem besteht aus einer komplexen Verbindung verschiedener Gewebe, Zellen und Organen (siehe: Das Immunsystem), die dynamisch zusammenarbeiten. Dieses System in seiner Gesamtheit, kann man mit verschiedenen Maßnahmen unterstützen. Eine große Rolle dabei spielen:

  • Eine ausgewogene, pflanzenlastige Ernährung, die sog. Immunonutrition
  • Ausreichend Schlaf (sieben bis neun Stunden pro Nacht)
  • Regelmäßige Bewegung, möglichst an der frischen Luft

Zudem werden, um die Anzahl der im Blut vorkommenden Killerzellen, die helfen Infektionserreger zu zerstören, zu erhöhen und ihre Aktivität zu steigern, folgende zusätzliche Empfehlungen ausgesprochen:

  • Nicht Rauchen
  • Grünes Gemüse essen
  • Keine Mahlzeit auslassen
  • Ein gesundes Körpergewicht halten

Immunonutrition

Zu den immunaktivierenden Substanzen gehören u.a. Antioxidantien wie Betakarotin, die Vitamine A, C und E, Eisen, Jod, Selen und Zink, sowie verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe.

  • Vitamin A hilft dem Aufbau und Wachstum von Schleimhäuten und Haut. Es schützt den Körper vor freien Radikalen und ist wichtig zum Schutz vor Infektionen. Besonders reich an Vitamin A bzw. dessen Vorstufe Betakarotin sind Leber, Karotten, Aal, Butter, Feldsalat, Fenchel, Grünkohl, Thunfisch, Spinat, Mango und rote Paprika.
  • Vitamin C ist beteiligt an der Produktion von Fresszellen und ist für den Aufbau von Bindegewebe und die Wundheilung mitverantwortlich. Zudem schützt Vitamin C die Zellen vor freien Radikalen und unterstützt Vitamin E in dessen Funktionen. Besonders reich an Vitamin C sind z. B. Paprika, Grünkohl und Hagebutte. Für eine Hitliste der Vitamin C reichsten Lebensmittel siehe: Verblüffend vitaminreich.
  • Vitamin E unterstützt die Abwehrkräfte und fängt freie Radikale ab; zudem wird ihm eine antikarzinogene Wirkung zugeschrieben. Besonders reich an Vitamin E sind Pflanzenöle, wie Sonnenblumen-, Distel-, Oliven- und Rapsöl, Mandeln, Haselnüsse, Butter, Leinsamen, Kokosnuss, Pistazien und unverarbeitetes Getreide.
  • Eisen unterstützt die sog. Fresszellen (auch: Makrophagen) dabei, Krankheitserreger zu bekämpfen. Eisenmangel führt zu verminderter Leistungsfähigkeit, Müdigkeit, Blutarmut und einer erhöhten Infektanfälligkeit. Besonders reich an Eisen sind Leber, Linsen, Pfifferlinge, weiße Bohnen, Erbsen und Haferflocken.
  • Jod ist wichtig für Stoffwechselfunktionen. Besonders reich an Jod sind Seefisch und Jodsalz.
  • Selen unterstützt Enzyme, die für den Abbau von freien Radikalen zuständig sind. Besonders reich an Selen sind Knoblauch, Kokosnuss, Erdnüsse, Steinpilze, Vollkornprodukte, Kohlrabi, Sesam, Paranuss, Thunfisch, Sojabohnen, Hülsenfrüchte, Hering, Rotbarsch, Hühnereier und verschiedene Käsesorten.
  • Zink aktiviert Fresszellen und unterstützt zudem die Produktion von Antikörpern und die Funktion der Thymusdrüse. Besonders reich an Zink sind, Samen und Nüsse, Innereien, Meeresfrüchte und Pilze.
  • Sekundäre Pflanzenstoffe beinhalten verschiedene Substanzen, die von Pflanzen gebildet und als Abwehr- und Schutzstoffe genutzt werden. Für den Menschen sind sie nutzbringend, da sie u. a. Krankheitserreger abtöten und auf verschiedene Prozesse im Körper unterstützend wirken. Sekundäre Pflanzenstoffe stecken in unterschiedlichen Mengen und Formen in allen Pflanzen.

Nährstoffe für Milz und Thymus

Einzelnen Protagonisten des Immunsystems, wie etwa Milz und Thymus, kann man gezielt helfen, indem man ihnen die Nährstoffe zukommen lässt, die sie brauchen, um optimal funktionieren zu können.

Die Milz ist mitverantwortlich für die Erregerabwehr und Produktion, Abbau und Speicherung weißer Blutkörperchen. Zudem agiert sie als kleine Schwester der Leber als körpereigene Müllabfuhr, indem sie Fremdstoffe und Mikroorganismen aus dem Blut filtert. Unterstützt werden kann dieses Organ durch die Aufnahme von Nahrungsmitteln, die reich sind an Folsäure und sekundären Pflanzenstoffen. Vor allem in der Traditionell Chinesischen Medizin (TCM) nennt man auch fetten Seefisch, Ingwer und Bitterstoffe (z. B. enthalten in Chicorée und Rosenkohl)  als gute Unterstützer für die Milz.

Der Thymus (auch: Thymusdrüse) ist eine Drüse in der Mitte des Brustkorbes über dem Herzen, in der Antikörper und T-Zellen gebildet werden. Wenn für eine ausreichende Zufuhr von Zink und den Vitaminen C und B6 gesorgt wird, kann der Thymus seinen Aufgaben besser nachkommen.

  • Besonders reich an Folsäure sind Spargel, Rosenkohl, Grünkohl, Rote Bete und Erdbeeren.
  • Besonders reich an Vitamin B6 sind Avocado, Bananen, Linsen, Vollkornprodukte und Karotten.

Gewichtskontrolle

Es gibt Hinweise darauf, dass sowohl Unter- als auch Übergewicht das Immunsystem in seinen Funktionen negativ beeinflussen können und anfälliger für Infektionskrankheiten machen. Übergewicht, vor allem ein überhöhter Anteil an Körperfett, kann zudem entzündliche Prozesse im Körper fördern. Da viele Querschnittgelähmte von Übergewicht betroffen sein können, ist die Gewichtskontrolle sehr wichtig für ein optimal funktionierendes Immunsystem.

Hohe Cholesterin und Triglyceridwerte, die bei Übergewicht ggf. vorkommen, können die Immunabwehr negativ beeinflussen, da u. a. die weißen Blutkörperchen weniger gut in der Lage sind Keime und Viren zu bekämpfen. Diese Konsequenz können auch Krankheitsbilder wie Diabetes und Hypoglykämie haben, zu denen Querschnittgelähmte u. U. neigen. Siehe: Diabetes mellitus und Querschnittlähmung

Weitere Informationen

Das Immunsystem kann auch durch Abhärtung trainiert werden. Besonders wirkungsvoll können hier Saunagänge sein. Siehe: Mit Querschnittlähmung in Sauna, Dampfbad und Co.

Vor allem in der kalten Jahreszeit ist das Immunsystem besonders gefordert. Für eine mögliche Prophylaxe siehe: Grippeschutzimpfung bei Querschnittlähmung

Für mehr Informationen dazu wieso die Immunabwehr bei Querschnittlähmung eingeschränkt sein kann siehe: Das Immunsystem

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