Beratung bei Diskriminierung – Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes

An die unabhängige Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) können sich Personen wenden, die Benachteiligung erfahren haben. Rund ein Viertel aller Anfragen bei der Antidiskriminierungsstelle des Bundes betreffen erlebte Diskriminierung aufgrund von Behinderungen.

Bild 113437708 Copyright Chinaview, 2013. Mit Genehmigung von Shutterstock.com

Beratung

Die ADS hat die Aufgabe

  • Über Ansprüche zu informieren
  • Möglichkeiten des rechtlichen Vorgehens aufzuzeigen
  • Beratungen durch andere Stellen zu vermitteln
  • Eine gütliche Einigung zwischen den Beteiligten anzustreben.

Grundlage der Beratung ist das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG). Mehrere Juristinnen und Juristen arbeiten im Team, um eine Erstberatung und Einschätzung der geschilderten Anliegen geben zu können. Sie erklären, was Betroffene in einem Prozess brauchen, um eine Benachteiligung vortragen und belegen zu können und welche Fristen zur Geltendmachung von möglichen Ansprüchen zu beachten sind. Auf Wunsch holen sie eine Stellungnahme der Gegenseite ein und können vermitteln, wenn beide Seiten zu einer gütlichen Einigung grundsätzlich bereit sind. Außerdem helfen die Mitarbeiter der ADS dabei, die passenden Expertinnen und Experten am Wohnort zu finden.

Das Team ist erreichbar über

Politische Arbeit, Bewusstseinsbildung und Forschung

Darüber hinaus leistet die Antidiskriminierungsstelle Öffentlichkeitsarbeit, konzipiert Maßnahmen zur Verhinderung von Benachteiligungen, führt wissenschaftliche Untersuchungen durch und legt dem Deutschen Bundestag im Vier-Jahres-Turnus Berichte zur Situation von benachteiligten Personengruppen vor. Die Berichte werden von der ADS und entsprechenden Beauftragten der Bundesregierung / des Bundestags gemeinsam vorgelegt. Sie beinhalten auch Empfehlungen, wie Diskriminierungen zu vermeiden und zu beseitigen sind. Die Antidiskriminierungsstelle soll Nichtregierungsorganisationen und Einrichtungen, die Ebene zum Schutz vor Benachteiligungen tätig sind, in ihre Tätigkeit einbeziehen.

Behinderung und chronische Krankheiten

2013 veröffentlichte die ADS die Ergebnisse einer Umfrage, in der das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der ADS Menschen mit einer anerkannten Schwerbehinderung gefragt hatte, wo sie sich benachteiligt fühlen. 26 Prozent nannten darauf die Fortbewegung im Alltag, 24 Prozent das Berufsleben und 23 Prozent Versicherungstarife und -prämien. 22 Prozent sahen sich bei der Freizeitgestaltung benachteiligt oder ausgegrenzt, 17 Prozent auf Ämtern oder bei Behörden (Leben mit Behinderung – Repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der ADS, 2013).

Dem Handlungsfeld „Behinderung und chronische Krankheiten“ widmete die ADS im Jahr 2013, dem Themenjahr „Selbstbestimmt dabei. Immer.“, außerdem mehre Fachbeiträge, Workshops, eine Fachtagung. Außerdem eine Studie über den Zugang zum allgemeinen Arbeitsmarkt für Menschen mit Behinderungen. „Menschen mit einem anerkannten Grad der Behinderung (GdB) von 50 oder mehr sind etwa doppelt so häufig arbeitslos wie Menschen ohne amtlich anerkannte Schwerbehinderung. 2011 waren 14,8 Prozent der Menschen mit einem GdB von 50 oder mehr arbeitslos gemeldet. Die Gesamtarbeitslosenquote betrug 7,1 Prozent“ (ADS, 2015). Eine umfassende Literaturliste mit 150 Titeln zum Thema Behinderung und chronische Krankheit liegt vor, wurde seit 2013 aber nicht weitergeführt.

Beratung weiter ausbauen

Im Februar 2015 stellte die ADS ihr neues Förderprogramm „Beratungsstellen gegen Diskriminierung“ vor. Damit können zehn modellhafte Netzwerke, Beratungsstellen oder Antidiskriminierungsverbände dabei unterstützt werden, sich als Ansprechpartner auf politischer Ebene und bei Bürgern zu etablieren. Ziel sei es, die regionalen Beratungsangebote für Betroffene durch Vernetzung  zu stärken und bundesweit Lücken in der Beratungslandschaft zu schließen.

 

www.antidiskriminierungsstelle.de

 

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