Roll the planet: Ein Blog über Rollstuhlreisen

André Byszio und Miriam Flüß sind schon viel in der Welt herumgekommen. Er im Rollstuhl, sie zu Fuß und seit 14 Jahren beide gemeinsam. In ihrem Blog Roll the planet berichten sie von ihren Erlebnissen und wollen anderen Mut machen, sich in große und kleine Abenteuer zu stürzen.

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Seit Mai 2015 ist Roll the planet, der Rollstuhl-Reiseblog der Reisejournalisten André und Miriam, online. André ist seit 21 Jahren selbst Rollstuhlfahrer und die Fußgängerin Miriam reist seit 14 Jahren mit einem Rollstuhlfahrer (nämlich mit André). Von ihrem Heimathafen Hamburg aus brechen sie immer wieder aufs Neue auf – in die nahe Umgebung und weite Welt – je nachdem, wo das Fernweh sie hinführt.

Auf ihrem Blog schreiben sie: „… dass man auch im Rolli fast überall hinkommt. Und dass dabei meistens nicht alles so verläuft, wie man es geplant hat. Abgesehen vom Ärger mit Airlines oder irreführenden Reiseinformationen erfahren wir aber vor allem eines immer wieder: Ungeplante Situationen, die so richtig schief zu laufen scheinen, führen oft zu Begegnungen mit inspirierenden Menschen.“

Roll the planet

In den Blog Roll the planet verliebt man sich gleich auf den ersten Blick, denn er ist optisch wirklich sehr ansprechend und man merkt, dass hier nicht irgendwer bloggt, sondern zwei Menschen, die ihr Handwerk gelernt haben. Das einleitende Element  – das Meer mit Fluchtpunkt Insel – weckt das Fernweh in vermutlich dem verbissensten Reisemuffel.  Ansonsten ist der Hintergrund blau. Ohne viel Schnickschnack, der vom Wesentlichen ablenken könnte, nämlich den Texten. Diese sind gut lesbar, informativ und mit vielen wunderschönen Bildern, in einem guten Mix aus Aufnahmen von Landschaften, Gebäuden und Menschen, aufgelockert.

Derzeit (Mai 2015) gibt es Berichte zu den Reisezielen

  • Allgäu
  • Barcelona
  • Helsinki
  • Langeoog
  • Oslo
  • Ostseeküste in Mecklenburg-Vorpommern
  • Rom
  • Südafrika

Wenn man den Bericht, den man lesen möchte, anklickt, erscheint er im Beitragsfeld in der Mitte der Seite und man erfährt interessante Details zu dem Ort bzw. der Region. Geschichtliche Hintergründe, kulinarische Besonderheiten, berühmte Söhne und Töchter der Stadt, wie schön die Landschaft ist…

Allerdings: Um speziell für Rollstuhlfahrer interessant zu sein, fehlen da ein paar Informationen.  Dass sich die betreffenden Urlaubsziele hinsichtlich ihrer Barrierefreiheit bemühen, steht in den Texten. Dazu, wie diese Bemühungen aussehen, gibt es leider oftmals keine Details. Ob die beschriebenen Attraktionen in z. B. Barcelona eine barrierefreie Toilette haben, weiß der Leser nach der Lektüre jedenfalls nicht. Ob es Ermäßigungen für Menschen mit Behinderungen und/oder deren Begleiter gibt, auch nicht. Wie sich der Transfer von Flughafen bzw. Bahnhof zum barrierefreien Hotel gestaltet, wird nicht erwähnt. Fragen wie „Wie einfach ist es in Kapstadt ein Taxi zu finden?“ oder  „Wie ist es um die Sonderparkplätze in Helsinki bestellt?“ bleiben offen. Und vor allem erfährt der Leser nichts Persönliches über die beiden Blogger. In der Einleitung werden ungeplante Situationen erwähnt, zu deren Lösung inspirierende Menschen beitrugen. Über diese Probleme, denen sich der Rollstuhlfahrer und seine Begleiterin stellen mussten, was sie ihnen abverlangten, und wie sie sie mit welcher Hilfe und mit welchen Tricks schließlich meisterten, schweigen sich die Berichte aus.

André und Miriam sind die Macher von Reisen ohne Grenzen. Könnte es sein, dass Roll the planet ein PR-Werkzeug für die kommerziellen Angebote dieser Agentur ist? Falls dem so ist, muss man sich daran nicht richtig stören, denn abgesehen von einem Hinweis auf der Startseite gibt es lediglich weitere Verlinkungen zu den Anbietern an den betreffenden Urlaubsorten. Und selbst wenn man sich nach der Lektüre von einem Beitrag auf Roll the planet zu einem Besuch an dem eben dort beschriebenen Reiseziel entschieden hat, steht einem ja immer noch offen, über welchen Anbieter und in welchem Hotel man buchen möchte.

Zum Blog geht es hier:

Roll the planet

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