Behandlungsmöglichkeiten finden: Die Christopher & Dana Reeve Foundation

Die Christopher & Dana Reeve Foundation ist eine gemeinnützige Stiftung mit Sitz in New Jersey, USA, deren selbstbestimmte Aufgabe es ist, Möglichkeiten zur Behandlung und Heilung von Querschnittlähmung zu erforschen und zu optimieren.

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Die Namensgeber: Christopher und Dana Reeve

Christopher Reeve war ein US-amerikanischer Schauspieler, der am besten für seine Verkörperung des Superman in einer Reihe von Kinoverfilmungen bekannt war.  Bei einem Reitunfall im Jahr 1995 zog Reeve sich eine inkomplette Querschnittlähmung auf Höhe C1/C2 zu und war anschließend vom Hals abwärts bewegungsunfähig und auf maschinelle Beatmung angewiesen. Reeve unterzog sich verschiedenen therapeutischen Ansätzen, die teilweise Wirkung zeigten und erkämpfte die Legalisierung von Stammzellenforschung in Kalifornien. 2004 starb Reeve an den Folgen eines Herzstillstandes, dem eine Blutvergiftung aufgrund eines Dekubitus vorangegangen war.

Seine Ehefrau, Sängerin und Schauspielerin Dana Reeve, galt als herausragendes Beispiel für die Rolle der pflegenden Angehörigen und deren Situation. Sie war wie ihr Mann Gründungsmitglied und Vorstand der gemeinsamen Stiftung und wurde für ihr Engagement mehrfach von renommierten Fachgesellschaften ausgezeichnet. 2006 verstarb Dana Reeve an den Folgen von Lungenkrebs.

Die Stiftung

Die gemeinnützige Stiftung, Christopher & Dana Reeve Foundation, wurde 1982 unter dem Namen American Paralysis Foundation (dt.: Stiftung Amerikanischer Querschnittgelähmter) gegründet. Nach seinem Unfall kam Reeve auf die Stiftung zu und bot an, ihr durch seinen Namen und seinen Einsatz mehr Gewicht zu verleihen. Sie wurde zunächst in die Christopher Reeve Paralysis Foundation und dann in die Christopher Reeve Foundation umbenannt. Ihren jetzigen Namen erhielt die Stiftung erst 2007, ein Jahr nach dem Tod Dana Reeves.

Das Ziel der Christopher & Dana Reeve Foundation ist es, Methoden zur Behandlung und Heilung von Querschnittlähmung zu finden, indem sie innovative Forschungsprogramme finanziert. Zudem soll die Lebensqualität von Querschnittgelähmten nachhaltig verbessert werden, indem ihnen Informationen, Unterstützung und finanzielle Hilfe durch Förderungen zuteil werden.

Christopher Reeve selbst war bis zu seinem Tod Botschafter für diese Anliegen und sprach sich u. a. für die Legalisierung von Stammzellenforschung in Kalifornien und das Entstehen der UN-Behindertenrechtskonvention aus.

Seit 1995 war die Stiftung in verschiedenen Forschungsprojekten involviert, deren Ziel die Behandlung und Heilung von Rückenmarksverletzungen ist. Der Stiftung obliegt dabei die Finanzierung dieser Studien und damit verbunden das Schaffen von Aufmerksamkeit in der Gesellschaft und den geld- und gesetzgebenden Lobbys in den USA. Hierbei kann die Stiftung große Erfolge verzeichnen: Allein im Jahr 2013 konnten 110 Mio. US$ (ca. 97 Mio. €) an Spenden in Forschungsprogramme und weitere 16 Mio. US$ (ca. 14 Mio. €) in andere Stiftungsprojekte investiert werden.

2015: Studien zur epiduralen Elektrostimulation

Als Gemeinschaftsprojekt mit verschiedenen weiteren Institutionen brachte die Christopher & Dana Reeve Foundation 2015 das Projekt “The Big Idea“ (dt.: Die Große Idee) ins Rollen. Hierbei handelt es sich um eine klinische Studie, bei der die Hypothese getestet wird, dass die epidurale Elektrostimulation signifikante Verbesserungen für Kreislauf, Atmung, Blase-, Darm- und Sexualfunktion von Querschnittgelähmten hat. Eine Studie mit vier Personen aus dem Jahr 2014 legt diese Annahme nahe. Siehe hierzu: Epidurale Elektrostimulation ermöglicht willentliche Beinbewegung und Rückenmarkstimulator ermöglicht Querschnittgelähmten Beinbewegung.

Die Forscher gehen optimistisch davon aus, dass die Studienergebnisse von „The Big Idea“ eine Reihe von Behandlungsmöglichkeiten ermöglichen werden, mit denen verschiedene Dysfunktionen behoben werden können, was eine Verbesserung der Lebensqualität von Betroffenen bedeuten könnte. Jede dieser Behandlungsmöglichkeiten würde, laut Studienleiterin Dr. Susan Harkema, einen Sieg über Querschnittlähmung und ihre Folgen darstellen. Derzeit sammelt die Christopher & Dana Reeve Foundation Spendengelder, um die Studienteilnahme für 36 Betroffene zu finanzieren. Für mehr Informationen zu „The Big Idea“ (in englischer Sprache) siehe: www.reevebigidea.org.

Bei der epiduralen Elektrostimulation werden bestimmte Stellen des Rückenmarks unter Strom gesetzt, wobei Stärke und Frequenzen variieren. Um diese Methode anwenden zu können, muss ein Implantat in die Dura (dt.: Rückenmarkshaut) des lumbalen Rückenmarks angebracht werden. Es wird angenommen, dass die epidurale Elektrostimulation das Nervennetz im Rückenmark reaktiviert.

Anzumerken ist, dass die epidurale Elektrostimulation nicht dasselbe ist, wie die funktionelle Elektrostimulation, bei der es sich um die elektrische Stimulation eines Muskels zur Durchführung einer Muskelkontraktion handelt. Die epidurale Elektrostimulation aktiviert nicht Muskeln, sondern Nervenverbindungen.

Weitere Informationen

Zur offiziellen Website der Christopher & Dana Reeve Foundation geht es hier: www.christopherreeve.org

Fragen & Kommentare

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  1. Dome Degott 13.06.2015, 12:56 Uhr

    Das hört sich sehr interessant an. Gibt es in Deutschland schon Ansprechpartner bzw. Möglichkeiten, die epidurale Elektrostimulation in diesem Sinne umzusetzen?

    • Tanja Konrad 16.06.2015, 14:33 Uhr

      Guten Tag Dome Degott,
      diese Möglichkeit gibt es in Deutschland derzeit leider noch nicht. Ob die Methode umgesetzt werden wird, hängt u. a. von den Ergebnissen der neu angesetzten Studie mit 36 geplanten Teilnehmern ab.

      Viele Grüße
      Tanja Konrad