Guttmann-Rollstuhlsport-Revival meets Darm im Querschnitt

Am 18. Juli 2015 fand in der Manfred-Sauer-Stiftung das Guttmann-Rollstuhlsport-Revival statt und bot rund um den Sport alles, was Fußgängern und Rollstuhlfahrern Freude an Spiel und Bewegung vermittelt. Am selben Tag informierte ein 20 Meter langes, barrierefrei begehbares Darm-Modell über ein Organ, das lange unterschätzt wurde.

guttmann_revival, 2015 Copyright: Manfred Sauer Stiftung

Zusammen mit dem Deutschen Rollstuhl-Sportverband (DRS) wurde am 18.7. 2015 ab 10:00 Uhr Einblicke geboten, was im Rollstuhl-Sport alles möglich ist. Badminton, Bogenschießen, Boule, Handbiken, Oberkörperfitness, Rugby, Tischtennis und Skaten oder Biken auf der Rennstrecke Kaiser-Ring stehen auf dem Programm.

Der DRS bot mit „Rollstuhlparcours – Alltägliches für den Alltag“ Einblicke in die Grundtechniken des Rollstuhlfahrens, die die Voraussetzungen für jede Art von Rollstuhl-Sport sind. Es gibt ein Handbike Rennen auf der stiftungseigenen, 500 Meter langen Rennstrecke und eine Einführung in die Handhabung von E-Bikes und Liegebikes.

Zudem wurde deutlich, wie wunderbar integrativ Sport sein kann. Badminton ist ideal für ein gemischtes Doppel, bestehend aus Rollstuhlfahrer und Fußgängern. Beim Tischtennis treten Nationalspieler des deutschen Rollstuhl-Tischtennis und Mitglieder des Tischtennisclubs TTC 1982 Lobbach e. V. gegeneinander an.

Namenspate für das Guttmann-Rollstuhlsport-Revival ist Sir Ludwig Guttmann. Der deutschstämmige Neurologe und Neurochirurg revolutionierte seit 1939 in der britischen Einrichtung Stoke Mandeville die Behandlung von Rückenmarksverletzen. Als einer der Ersten ermutigte Guttmann Querschnittgelähmte zu einem leistungsorientierten Leben nach der Entlassung aus der Klinik. Stiftungsgründer Manfred Sauer, der „Poppa Guttmann“ während seiner eigenen Rehabilitation 1963 persönlich kennenlernte, weiß: „Der Sport war dabei ein zentrales Thema. Nicht umsonst gilt Dr. Guttmann als Vater der paralympischen Spiele.“

Für mehr Informationen zu Sir Ludwig Guttmann und seine Klinik Stoke Mandeville siehe: Ludwig Guttmann – Vater der Querschnittgelähmten und Manfred Sauer über Stoke Mandeville

Darm im Querschnitt: Das Darm-Modell der Felix-Burda-Stiftung

Faszination Darm_Eingang zum Darmmodell

Faszination Darm_Eingang zum Darmmodell

Neben dem Sport konnten Interessierte die faszinierende Welt des Darms erleben, und zwar in dem barrierefrei begehbaren 20 Meter langen Darm-Modell der Felix-Burda-Stiftung. Unter dem Motto „Faszination Darm“ wurde dieses unterschätzte und mit Tabus behaftete Organ als sympathisches, greif- und begreifbares Anschauungsobjekt präsentiert, das zur eigenverantwortlichen Vorsorge zur Früherkennung von Darmkrebs motivieren soll.

Das Darm-Modell zeigte verschiedene Darmerkrankungen, z. B. entzündliche Erkrankungen, Polypen oder Divertikel. Besonders wird das Thema Darmkrebs angesprochen. Darmkrebs ist in Deutschland die dritthäufigste Krebserkrankung und Vorsorgemaßnahmen wie die Darmspiegelung können dazu beitragen, dass der Darmkrebs im Frühstadium erkannt wird, wenn er noch gut heilbar ist.

Zudem gab es für Fußgänger und Rollstuhlfahrer Vorträge zu den Themen Ernährung, Darmprobleme und Darmmanagement vom Team des Beratungszentrum für Ernährung und Verdauung Querschnittgelähmter.

Fragen & Kommentare

Fragen & Kommentare zu diesem Artikel


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu hinterlassen.

Zur Registrierung geht es hier lang.