Barrierefrei erleben: Köln

Die alte Römerstadt am Rhein ist nicht nur berühmt für den Dom. – Bedeutende Museen, Konsumtempel, viele kulturelle Veranstaltungen und originelle Kneipen machen eine kölsche Entdeckungstour rund. So rund wie die Räder der Handbikes und Mobility Scooter, die sich Touristen für den Stadtbummel leihen können: Nur einer von vielen Tipps für eine wunderbare Zeit in Köln!

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Behindertenparkplätze

Erst mal ankommen. In der Innenstadt gibt es zahlreiche breite Parkflächen für Besitzer des blauen Parkausweises. Sie dürfen mit dem Behindertenparkausweis auch ohne Umweltplakette in die Umweltzone fahren. Behindertenparkplätze im Stadtgebiet: Zur Übersicht der Stadt Köln

Stufenlos unterkommen

Die Hotelsuche „Köln für Alle – Barrierefrei“ von KölnTourismus fördert in Kooperation mit dem Hotelportal HRS barrierefreie Hotels in Köln zutage.

Elektrisiert unterwegs

Gelegentlich bekommt die Redaktion den Hinweis, dass sich viele Texte auf Der-Querschnitt.de ausschließlich an Rollstuhlfahrer richten. Dabei gibt es natürlich auch Menschen mit Querschnittlähmung oder einer Spina bifida, deren Lähmungshöhe niedrig ist und die daher laufen können. Für sie und andere, die vielleicht nicht allzu gut zu Fuß sind, gibt es in Köln die Möglichkeit, sich für mehrere Stunden oder einen ganzen Tag einen Mobility Scooter auszuleihen. Mit den weißen Cruisern von der Radstation Köln kommt man ganz entspannt von der Domplatte über die Hohe Straße bis zum Alter Markt und an den Rhein oder zu anderen Highlights. 3 Stunden kosten 10 Euro; 1 Tag 20 Euro (Stand: Juli 2015). Es muss eine Kaution von 100 Euro hinterlegt werden.

Ein Spaß für Rollifahrer und Läufer gleichermaßen sind auch die Handbikes (Adaptivbikes) der Radstation, die es sogar für bis zu sieben Tage zu leihen gibt. Die Radstation Köln befindet sich direkt am Kölner Hauptbahnhof.

Barrierefreie Toiletten

Nicht gerade eine Sehenswürdigkeit, aber trotzdem unverzichtbar op Jöck (also unterwegs): barrierefreie WCs.

In der Innenstadt gibt es sie in Museen (z. B. Römisch-Germanisches Museum am Dom, Wallraf-Richartz-Museum zwischen Hohe Straße und Alter Markt oder Museum Ludwig), als separate Toilettenhäuschen (z. B. Mauthgasse) oder an einigen Bus- und Bahnstationen. Auch die Zentralbibliothek am Josef-Haubrich-Hof (gegenüber dem Neumarkt) hat eine behindertengerechte Toilette, ebenso die Flaniermeile Frankenwerft am Rhein sowie das eine oder andere Stadthaus oder Rathaus:

Die Stadt hat eine Übersicht aller behindertengerechten städtischen Toiletten erstellt.

Insbesondere an den separaten Toilettenanlagen kann es hilfreich sein, einen Euroschlüssel zu besitzen (siehe auch: Schlüsselerlebnis – Der Euro-Toiletten-Schlüssel).

Darüber hinaus haben natürlich auch viele Kaufhäuser und einige Restaurants oder Cafés geeignete Kundentoiletten. Welche das sind, lässt sich z. B. auf www.wheelmap.de ermitteln – die überregionale Karte zeigt barrierefreie Orte an und kann durch Nutzer jederzeit ergänzt werden. Wer also ein super Klo ohne Barrieren in Köln entdeckt, das noch nicht aufgeführt ist: eintragen!

Cafés und Restaurants

Der Online-Guide www.koeln-journal.de listet barrierefreie Gastronomie: Vom schnuckeligen Café über die Tapas-Bar bis hin zur kölschen Traditionsgastronomie in Nippes, wo sich wohl auch das Ehepaar Flönz wohlfühlen würde. Tipp der Redaktion: Wo ist Tom? auf der Zülpicher Straße (Köln-Sülz).

Mit freundlichen Mitmenschen kommunizieren

Wenn einem ein kölsche Jeck „Sackjeseech!“ hinterher ruft, möchte man doch zumindest wissen, was der Gute einem eigentlich sagen möchte. Dafür gibt es das Online-Wörterbuch „Kölsche Schimpfwörter & Kraftausdrücke“: Auch erhältlich als Lexikon der kölschen Sprichwörter und allgemeines Wörterbuch. Wer ein bisschen übt, kann das bei nächster Gelegenheit auch gleich anwenden. Der Nebenmann parkt so dicht, dass man kaum ins Auto kommt: „Blötschkopp!“ (Bezeichnet eine stumpfsinnige Person, die wohl eine so große Delle im Kopf hat, dass kein Gehirn mehr hineinpasst). Alternativ: „Tünnes!“ Auch ganz hilfreich beim Shoppen: „Wat koss dat?“ (Was kostet das?) und im weiteren Verlauf: „Wat is?“ (Wie bitte?).

Ermäßigungen

Ermäßigungen sind nach aktueller Rechtslage ein freiwilliges Angebot der Veranstalter, ein Rechtsanspruch darauf besteht nicht. Dennoch gibt es in Köln viele Einrichtungen, die es Besuchern mit Behinderung z. B. erleichtern, eine Begleitung mitzubringen.

Ein Besuch im Zoo

Der Kölner Zoo ist für die Begleitperson kostenlos; für Schwerbehinderte gibt es keine Ermäßigung.

Kunst und Geschichte

In den städtischen Museen haben Begleitpersonen eines Menschen mit Behinderung, dessen Ausweis mit einem „B“ versehen ist, freien Eintritt; das sind:

  • Käthe Kollwitz Museum
  • Kölnisches Stadtmuseum
  • Kolumba – Kunstmuseum des Erzbistums Köln
  • Museum für Angewandte Kunst
  • Museum für Ostasiatische Kunst
  • Museum Ludwig
  • Museum Schnütgen
  • NS-Dokumentationszentrum
  • Die Photographische Sammlung / SK Stiftung Kultur
  • Rautenstrauch-Joest-Museum – Kulturen der Welt
  • Römisch-Germanisches Museum
  • Tanzmuseum des Deutschen Tanzarchivs
  • Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud

Weitere Infos zur Barrierefreiheit in den Museen auf www.museenkoeln.de.

Wie wär`s mit Klassik?

In der Philharmonie erhalten Besucher, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, spezielle Rollstuhlfahrerplätze der Preisgruppe 6. Die Begleitperson hat freien Eintritt.

Wer keinen Rollstuhlfahrerplatz braucht, aber die Hilfe einer Begleitperson, zahlt für sich selbst 25 Prozent und für die Begleitperson 50 Prozent.

Oder Theater?

Für Bühnen der Stadt Köln erhalten Schwerbehinderte mit dem Merkzeichen „B“ im Ausweis eine Ermäßigung von 50 Prozent. Die Begleitperson hat freien Eintritt (Gastspiele können davon ausgenommen sein). Das gilt für:

  • Die Oper
  • Das Schauspielhaus
  • Die Schlosserei
  • Die Kinderoper in der Yakult-Halle

In der Arena

Rollifahrer erhalten in der Lanxess-Arena in Deutz zum regulären Preis spezielle Rollstuhlplätze. Die Begleitperson hat freien Eintritt.

Besucher mit Merkzeichen „B“ im Ausweis, die keinen Rollstuhl brauchen, bezahlen für sich und ihre Begleitperson 50 Prozent und bekommen spezielle Plätze zugewiesen, die begrenzt sind. Die Karten für diese Plätze werden über den Ticketshop der Lanxess Arena verkauft. Telefon: 0221 / 802-0.

Barrierefreie Führungen

„Köln ist ein Gefühl“ – so das Motto einer der Stadtrundgänge von KölnTourismus, die auch für Rollstuhl-, E-Scooter- oder Handbikefahrer geeignet sind. Die Tour ist etwas für Einsteiger, die Köln von seiner typischen Seite kennenlernen wollen.

Auf der Tour „Die zehn kölschen Gebote“ erfahren Teilnehmer, was in Köln wirklich zählt, um das Leben zu meistern, z. B.: „Et kütt wie et kütt“ (Habe keine Angst vor der Zukunft) oder „Watt fott es, es fott“ (Trauere den Dingen nicht nach).

Noch mehr Führungen: Führungen für Rollstuhlfahrer von KölnTourismus

Bild 106598945 copyright kzenon, 2013 Mit Genehmigung von Shutterstock.com

Weitere Infos

http://www.koelntourismus.de/service/koeln-fuer-alle-barrierefrei.html

http://www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/soziales/behinderung/

 

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