Erkältung wegen Kälte? Ja. Nein. Vielleicht.

Verursacht Kälte Erkältungen? Wenn dem so wäre, müssten Eskimos ständig mit einer Triefnase herumlaufen. Tun sie aber nicht. Wieso also erkältet man sich leichter in der kalten Jahreszeit.

Bild 111610676 copyright Rido, 2013 Mit Genehmigung von Shutterstock.com

Wir erinnern uns daran, dass Mutter uns immer sagte: „Kind, zieh dich wärmer an, sonst wirst du krank.“ Bereits Mitte des letzten Jahrhunderts sollte diese Weisheit in Experimenten wissenschaftlich belegt werden. Die Ergebnisse waren ziemlich eindeutig: Eine niedrige Umgebungs- und Außentemperatur führt nicht automatisch zu einer Erkältung oder einem Infekt.

Ohne Viren, keine Erkältung.

Erkältungskrankheiten werden von Viren ausgelöst. Ohne Viren, keine Erkältung. Allerdings ist es unbestreitbar so, dass es in der kalten Jahreszeit häufiger zu Erkältungen kommt. Dafür gibt es zwei Erklärungen:

  • Kälte bedeutet Stress für den Kreislauf und schwächt das Immunsystem. Hinzu kommt, dass sich die meisten Menschen häufig in schlecht belüfteten, beheizten Räumen aufhalten, was die Schleimhäute austrocknet. Dadurch haben Krankheitserreger leichteres Spiel und man wird schneller krank.
  • Der Körper funktioniert am besten bei seiner Betriebstemperatur von 36,5 Grad.
    • Viren fühlen sich bei dieser Temperatur auch wohl. Nur ein paar Grad wärmer mögen sie nicht, weshalb der Körper sie mit Fieber bekämpft, wenn sie sich erstmal eingenistet haben.
    • Viel kälter mögen sie auch nicht, weshalb sie außerhalb des Körpers meist schnell sterben.
    • Mit ein paar Grad weniger aber, kommen sie bestens klar. Und das ist ein Problem, denn laut Wissenschaftlern der Yale Universität, tragen 20% aller Menschen ständig eine Version der erkältungsauslösenden Rhinoviren in der Nase. Bei Normaltemperatur kann sich der Körper ganz gut gegen sie wehren, doch wenn es kalt an der Nase wird, gewinnen die Viren die Oberhand. Sie können sich auch bei 33 Grad noch wunderbar vermehren. Und die herrschen schnell mal in dem einzigen Körperteil, für das noch kein Kleidungsstück erfunden wurde. Die Forscher raten daher dasselbe wie unsere Mütter einst. Man soll sich warm anziehen. Und dabei die Nase nicht vergessen.

Frösteln und Frieren ist meist schon ein Symptom

„Wieso frösteln wir vor einer Erkältung?“ fragt das Magazin www.gesundheit.de und gibt gleich die passende Antwort. „Die Empfindung einer Unterkühlung entsteht typischerweise kurz vor der Entwicklung von Fieber, das den übrigen Krankheitssymptomen vorausgeht. Wenn Menschen frösteln, führen sie eine Erkältung gerne auf die Kälte zurück. Es ist jedoch gerade umgekehrt: Ein Mensch, der sich erkältet hat, fängt an zu frieren – dies ist also das Ergebnis und nicht die Ursache der Erkrankung.“

Erkältet man sich als Querschnittgelähmter leichter?

Nicht unbedingt. Wenn man nicht zur Risikogruppe derer gehört, die sehr viel Publikumsverkehr am Arbeitsplatz haben, ist man als Querschnittgelähmter im selben Maße Krankheitserregern ausgesetzt, wie alle anderen auch.

Es kann allerdings durchaus vorkommen, dass bei Querschnittlähmung das Immunsystem beeinträchtigt ist (siehe: Das Immunsystem bei Querschnittlähmung) und/oder aufgrund verschiedener Folge- und Begleiterkrankungen ist es ebenso möglich, dass der Körper in Stresssituationen – und über einen längeren Zeitraum zu frieren ist Stress (!) – eher angreifbar ist. Da es über 200 Virusarten gibt, die Erkältungskrankheiten auslösen können, ist eine Impfung nicht möglich (vgl.: Grippeschutzimpfung bei Querschnittlähmung).

Weitere Informationen

Am besten behandelt man sein Immunsystem in der kalten Jahreszeit besonders pfleglich und meidet Menschen mit Erkältungssymptomen als hätten sie eine ansteckende Krankheit…

Für weitere Informationen siehe: Das Immunsystem stärken

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