They call me Wheels – (Stief-) Vater im Rollstuhl

Stiefvater sein, kann eine ganz schöne Herausforderung sein. Stiefvater im Rollstuhl zu sein, setzt nochmal eins drauf, stellte Geoffrey Mateskey fest, als er seine Familie heiratete. Seine Erfahrungen hält er in dem Buch „They call me Wheels“ fest.

Bild 115747810 Copyright Pressmaster, 2013 Mit Genehmigung von Shutterstock.com

“They call me Wheels“ ist ein Buch für Menschen, die gerne ihre Englischkenntnisse auffrischen möchten, denn der erste Roman des Der-Querschnitt.de-Experten Geoffrey Matesky ist bisher nur in der Originalsprache erschienen. Mit knapp 140 Seiten und in leicht verständlicher Erzählweise geschrieben, ist die Lektüre aber für alle machbar, die in der Schule wenigstens fünf Jahre Englisch hatten.

Aus dem Inhalt

IT-Spezialist Geoff sitzt seit einem Autounfall, als er 19 Jahre alt war, im Rollstuhl. Sein Leben ist von Erfolgen gekennzeichnet: Er ist aktiv in seiner Gemeinde, Präsident der National Spinal Cord Injury Association (Nationale Vereinigung Querschnittgelähmter) in Connecticut  und war Mitglied des paralympischen Schwimmteams der USA.  Ende der 90er Jahre ist er geschieden und hat sein Leben als Junggeselle gut im Griff. Doch dann lernt er Elisabeth kennen und lieben. Als er mit der alleinerziehenden Mutter zusammenzieht und sie schließlich heiratet, ändert sich sein Alltag schlagartig. Denn er hat es plötzlich nicht nur mit Elisabeths Söhnen Josh und Ben, beide im Vorschulalter, zu tun, sondern auch mit ihrem Ex (Vater der Söhne) und dessen Freunden, die es witzig finden Geoff den Spitznamen „Wheels“ (dt.: Räder) zu verpassen.

(Stief-) Vater im Rollstuhl

Wie heiratet man eine Familie? Wie gehe ich mit diesen Kindern um? Wie bringe ich mich in die Erziehung ein? Wo sind meine Grenzen? Wo sind ihre Grenzen? Was ist ein Lego Chima Gorzan und wieso muss ich eines kaufen?

Diese und ähnliche Fragen stellen sich alle frischgebackenen Stiefväter (und -mütter), wenn es darum geht, wie sie mit dem Nachwuchs des neuen Partners umgehen sollen. In Geoffs Fall kommen weitere Fragen hinzu, wie:

Was mach ich, wenn sie sich vor mir auf einem Baum verstecken? Was mach ich, wenn sie die Treppe hinunter flüchten? Dürfen sie sich den Rollstuhl leihen, um zum Spielplatz zu fahren?

Und dann gibt es da noch die Fragen nach dem Umgang mit dem Ex-Partner Elisabeths, dessen Freunden und den Männern, die glauben eine verheiratete Frau im Haus ihres Mannes anbaggern zu dürfen.

Wie geh ich damit um, wenn der Ex und seine Kumpels mich Wheels nennen? Darf ich ihn mit dem Rollstuhl überfahren? Was mach ich, wenn der Handwerker glaubt, er dürfe Elisabeth um ein Date bitten, obwohl es offensichtlich für ihn sein muss, dass sie mit mir zusammen ist? Darf ich ihn mit dem Rollstuhl überfahren? Und muss ich dafür sorgen, dass es keine Zeugen gibt?

Das Buch ist natürlich mehr ein Erfahrungsbericht als ein Ratgeber. Viele Situationen sind überholt, da Geoff seine Familie vor fast 15 Jahren geheiratet hat und Spielzeuge wie der Game Boy für Kinder heutzutage keine große Rolle mehr spielen. Um Elisabeth seinen Antrag zu machen, fährt er mit ihr nach New York City, das noch von den Anschlägen des 11ten Septembers traumatisiert ist. Anachronismen sind an vielen Stellen zu finden …  Doch wie Geoffrey mit den Herausforderungen umgeht, die sein neues Leben an ihn stellen, ist universal gültig. Mit dem Rollstuhlfahrer, der sich mit Kind, Kegel und einer nicht immer barrierefreien Umwelt herumschlägt und dabei versucht seinen Humor nicht zu verlieren, kann man sich leicht identifizieren. Und an manchen Stellen ist Geoff sogar zu philosophischen Einsichten fähig…

Wo sollte man „They call me Wheels“ lesen?

Auf einem Liegestuhl in Marbella während der eigene oder der angeheiratete Nachwuchs mit dem „geborgten“ Rollstuhl die barrierefreie Strandpromenade auf und ab düst.

Das Buch

  • They call me Wheels theycallmewheels-kl
  • Von Geoffrey E. Mateskey
  • Seiten: 138
  • ISBN 978-144018-973-9
  • Preis: ca. 13 Euro

Leseproben

Leseproben in deutscher Sprache gibt es auf Der-Querschnitt.de: Geoffs Erfahrungsberichte

 

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