Checkliste: Barrierefreiheit im Arbeitsleben

Für Arbeitgeber hat die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG) der gesetzlichen Unfallversicherung eine Checkliste zur barrierefreien Gestaltung von Arbeitsplätzen herausgegeben. Sie erläutert knapp und übersichtlich die wichtigsten Kriterien.

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Was gehört eigentlich alles dazu, um als Unternehmen zugänglich für alle Menschen zu sein?  – Eine Frage, die nicht nur aus political correctness an Bedeutung gewinnt. Sie kann auch auf die Agenda rücken, wenn Betriebe Mühe haben, bestimmte Stellen zu besetzen und die Zielgruppe ihrer Akquise erweitern wollen.

„Insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen ist aufgrund der demografischen Entwicklung die Fachkräftesicherung zu einer beschäftigungspolitischen Herausforderung geworden. Das Erwerbspotenzial von Menschen mit Handicaps darf im Rahmen einer demografiefesten Personalpolitik nicht aus dem Blick geraten. Anders sein und anders denken können bedeutet oft Innovation“, heißt es auf der Webseite www.inklusion-gelingt.de, einer Initiative von Arbeitgeberseite. Die vorausschauende barrierefreie Gestaltung eröffnet Potenziale – einen größeren Bewerberkreis, mehr Besucher, mehr Kunden.

Wird bereits bei Neu- und Umbauten an Gestaltungsprinzipien der Barrierefreiheit gedacht, vermeidet man damit teure Nachrüstungen. Zudem profitieren alle Beteiligten von leicht verständlichen Informationen, flexiblen Arbeitsmitteln und hindernisfreien Wegen. Barrierefreiheit beinhaltet daher auch solche Kriterien, die z. B. für besonders große Menschen, schwangere Frauen oder ältere Menschen relevant sind.

Überblick

Die Checkliste der VBG im Flyerformat informiert in Kurzfassung darüber, was Barrierefreiheit bei Gebäuden, Software oder Kommunikation ausmacht und verweist für  konkrete Hilfen bei der Umsetzung auf weitere Ratgeber. Die gefächerte Infoschrift gliedert sich u. a. in folgende Bereiche:

  • Wege außen und innen
    z. B. ausreichende Breite, rutschhemmende Bodenbeläge, Beschilderung, Alternativen zu Treppen und Stufen, Beleuchtung
  • Türen (und Tore)
    z. B. Höhe/Breite, Automatisierung, Drücker, Griffe und Kraftaufwand
  • Treppen
    z. B. Handlauf, Breite der Treppe und Maße für einzelne Stufen, Vermeidung von sogenannten „Unterscheidungen“ (ein Hervorstehen der Trittstufe), um das Hängenbleiben auszuschließen, Rutschhemmung
  • Räume
    z. B. Bewegungsfreiheit, Erreichbarkeit von Arbeitsmitteln, Beleuchtung, Raumklima
  • Sanitär
    z. B. Erreichbarkeit aller Bedienelemente/Ausstattungsgegenstände, Haltegriffe
  • Bedienelemente
    z. B. Erreichbarkeit, Kraftaufwand, Ausschluss ungewollter Auslösung
  • Arbeitsmittel
    z. B. Selbsterklärende Handhabung, Erreichbarkeit, technische Abläufe
  • Software und Webseiten
    z. B. Tastaturbedienbarkeit, Eingabemasken, Bearbeitungszeiten, Kompatibilität von Hilfsmitteln (Kopfmaus, Headset u.a.)
  • Information und Kommunikation
    z. B. Erreichbarkeit, Individualisierbarkeit
  • Flucht und Rettung
    z. B. Durchführbarkeit von alarmauslösenden Abläufen, Flucht- und Rettungswege, Kennzeichnung

Felder wie „Software und Webseiten“ sowie „Information und Kommunikation“ berücksichtigen insbesondere die Bedürfnisse von blinden und sehbehinderten bzw. von hörgeschädigten Personen, aber auch Hilfen bei motorischen Einschränkungen, z. B. eine komfortable Bedienbarkeit von Mäusen und Tastaturen.

Telefonische Auskünfte

Für weitere Informationen steht Arbeitgebern auch die Service-Hotline für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz zur Verfügung:

Telefon 0180 58247728 (14 Cent/Min. aus dem Festnetz, Mobil max. 42 Cent/Min.)

Verwaltungs-Berufsgenossenschaft der gesetzlichen Unfallversicherung (VBG): Barrierefreie Gestaltung von Arbeitsplätzen – Checkliste für die Praxis im Unternehmen, Hamburg, 2015.

 

Siehe auch: Behinderung & Beruf – Handbuch für die betriebliche Praxis

Broschüre zur beruflichen Teilhabe von Rollstuhlnutzern (PDF) auf der Webseite des Informationssystems REHADAT