Beratung durch Pflegestützpunkte

Bundesweit gibt es über 500 Pflegestützpunkte. Sie haben die Aufgabe, Personen mit Pflegebedarf kostenlos zu Leistungen der Pflegeversicherung zu beraten und bei der Organisation von bedarfsgerechten Pflegeleistungen zu helfen.

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Wer unerwartet auf Hilfe angewiesen ist, um den Alltag zu bewältigen, braucht zuerst eine gute Beratung. Nach einem Unfall mit der Folge einer Querschnittlähmung ist eine der ersten Anlaufstellen die Sozialberatung in einer Reha-Einrichtung. Im weiteren Verlauf oder um sich auf breiterer Front beraten zu lassen, können auch die bundesweiten Pflegestützpunkte eine geeignete Adresse sein. Träger der sind die Kranken- und Pflegekassen.

Aufgaben

Aufgaben der Pflegestützpunkte sind laut Sozialgesetzbuch (SGB), elftes Buch,
§ 7c Pflegestützpunkte, Verordnungsermächtigung die 

  • umfassende sowie unabhängige Auskunft und Beratung zu den Rechten und Pflichten nach dem Sozialgesetzbuch und zur Auswahl und Inanspruchnahme der bundes- oder landesrechtlich vorgesehenen Sozialleistungen und sonstigen Hilfsangebote einschließlich der Pflegeberatung nach § 7a in Verbindung mit den Richtlinien nach § 17 Absatz 1a,
  • Koordinierung aller für die wohnortnahe Versorgung und Betreuung in Betracht kommenden gesundheitsfördernden, präventiven, kurativen, rehabilitativen und sonstigen medizinischen sowie pflegerischen und sozialen Hilfs- und Unterstützungsangebote einschließlich der Hilfestellung bei der Inanspruchnahme der Leistungen,
  • Vernetzung aufeinander abgestimmter pflegerischer und sozialer Versorgungs- und Betreuungsangebote.

Die Pflegestützpunkte übernehmen die Aufgabe, umfassend und unabhängig über die Rechte und Pflichten nach dem Sozialgesetzbuch zu informieren und bei der Auswahl und Inanspruchnahme der Leistungen und sonstigen Hilfsangebote beratend zur Seite zu stehen.

Im Pflegestützpunkt soll – so formuliert es das Bundesgesundheitsministerium – auf Wunsch des Einzelnen das gesamte Leistungsspektrum für Pflegebedürftige koordiniert werden. Sie bieten pflegenden Angehörigen auch bei der Vorbereitung und Organisation rund um die Pflege Unterstützung. Und zu ihren Aufgaben gehört es, alle Angebote für Pflegebedürftige vor Ort sowie in der Region effizient zu vernetzen und Grenzen zwischen den Sozialleistungsträgern zu überwinden.

Zielgruppe

In der Praxis sind das zu einem großen Teil ältere Menschen, die die Angebote in Anspruch nehmen, aber grundsätzlich soll in den Beratungsgesprächen jeder aus seiner individuellen Situation heraus Auskunft erhalten. Das kann Fragen der Wohnraumanpassung, der Hilfsmittelversorgung oder der Finanzierung von Pflegeleistungen betreffen. Zudem sollten die Mitarbeiter von Pflegestützpunkten wissen, wo es regional weiterführende Hilfen gibt.

Pflegestützpunkte im Test

Im Jahr 2010 stellte die Stiftung Warentest den Pflegestützpunkten ein eher mäßiges Zeugnis aus. Sie hatte 15 Pilotpflegestützpunkte (die am längsten tätigen) und einen regulären Pflegestützpunkt aus jedem Bundesland getestet und nur bei jedem 3. gute Beratung gefunden.

Dabei sei die Erhebung der individuellen Lebenssituation als Voraussetzung für eine gute Beratung häufig zu kurz gekommen. Ratlos zeigten sich die Mitarbeiter mitunter auch, wenn es darum ging, dass Ratsuchende unzufrieden mit ihren Pflegeleistungen waren oder besondere Hilfen, wie eine fachkundige Wohnraumanpassung, suchten.

Positiv bewertete die Stiftung Warentest, dass die meisten Mitarbeiter gut über Leistungen der Pflegeversicherung Bescheid wussten und die Informationen verständlich erklärten. Auch Servicekriterien wurden erfüllt.

Weitere Informationen

Zu einer Übersicht zu den Pflegestütztpunkten in individueller Nähe geht es hier: Pflegestützpunkte in Deutschland

Weitergehende Informationen zum Thema Pflege und Angehörige siehe auch: Neun Rechte und ein Tipp, die pflegende Angehörige kennen sollten

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