Freewheel Fitness Tracker für Rollstuhlfahrer

Nicht Uhren, sondern Fitness Tracker sieht man immer häufiger an den Handgelenken der Deutschen. Mit ihnen kann man messen, was man dem eigenen Körper bei Sport und Freizeitaktivitäten abverlangt. Für Rollstuhlfahrer gab es diese kleinen Gesundheitsgadgets bisher nicht, aber das soll sich ändern.

Bild 1682436 copyright lavigne-herve, 2013 Mit Genehmigung von Shutterstock.com

Bewegungsmesser sind groß in Mode: 2013 wurden laut der Marktforschungsfirma Parks Associates 13,6 Millionen Fitness- und Gesundheitstracker verkauft. Für 2015 werden 25 Millionen Verkäufe vorhergesagt, wobei sie sich auch als Weihnachtsgeschenke wachsender Beliebtheit erfreuen und von einigen Krankenkassen sogar bezuschusst werden.

Bewegung im Rollstuhl messen

Fitness Tracker messen, wenn man sie trägt, Herzfrequenz, Kalorienverbrauch, die Strecke, die man zurückgelegt hat, wieviel Zeit man dafür gebraucht hat und wie viele Schritte man am Tag gegangen ist.

Mit der Schrittzahl können Rollstuhlfahrer natürlich herzlich wenig anfangen. Diesem Problem sah sich auch Tyler Hively, Mitarbeiter der US-amerikanischen Design-Firma Chaotic Moon, gegenüber. Gemeinsam mit seinen Kollegen entwickelte er Freewheel (die Namensähnlichkeit mit dem Vorspannrad Freewheel ist zufällig), das am Rollstuhl angebracht wird. Freewheel misst mit einem Hallsensor die Drehzahl der Räder, verfügt über einen Bewegungssensor, ein Barometer sowie Messgeräte für Geschwindigkeit, Beschleunigung, Entfernung, Höhe und Steigung. Daneben berücksichtigt Freewheel auch die Beschaffenheit des Bodens und die Muskelkraft, die zum Bewegen des Rollstuhls aufgebracht werden muss.

Diese Daten werden dann mit den Daten, die ein am Körper getragenes Gerät sammelt, kombiniert. Damit kann Auskunft über z. B. den Kalorienverbrauch gegeben werden.

Geländekarten erstellen

Die Messdaten sollen aber nicht nur aufgezeichnet und für die Kontrolle des persönlichen Fitnesslevel verwendet werden können. Es ist auch eine Option in Planung, mit der anhand der Messdaten zur Bodenbeschaffenheit und Gefälle Geländekarten erstellt und in einer App gespeichert werden können, die anderen Rollstuhlfahrern, aber auch Wanderern und Radfahrern bei der Wahl von Trainingsstrecken helfen könne.

Der Freewheel Prototyp wurde bereits im Sommer 2015 vorgestellt und sollte bis Ende des Jahres verfügbar sein. Ganz so schnell wird es nun aber doch nicht gehen und Interessenten werden sich voraussichtlich bis 2016 gedulden müssen.

Kosten: Auf die Frage wieviel Freewheel kosten wird, wollte Chaotic Moon keine verbindliche Angaben machen.

 

Update 2017: Es gibt keine Anzeichen dafür, dass Freewheel in absehbarer Zeit auf den Markt gebracht wird. Für ein verfügbares System für fitnessbewusste Rollstuhlfahrer siehe: Kalorienzähler und Fitness Tracker für Rollstuhlfahrer

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