DRS-Projekte und -Kurse: Fit im Rollstuhl – fit fürs Leben

Der Deutsche Rollstuhl-Sportverband (DRS) bietet eine Vielzahl von Kursen, Trainings und Projekten an. Das Ziel: Rollstuhlfahrer sollen lebenslang fit und aktiv bleiben.

„Wer als Rollifahrer fit ist, hat mehr vom Leben. Der Weg dorthin verlangt nicht nur Willen und Training, sondern auch Wissen über den optimalen „fahrbaren Beinersatz“. Alles zusammen bringt einem Sicherheit und Selbstbewusstsein“, konstatiert der Verband auf seiner Webseite.

Mobil mit Rollstuhl: DRS-Trainings und Kurse

Durch Körpereinsatz, einen optimal angepassten Rollstuhl und Mobilitätstrainings mit dem Rollstuhl sollen sich u. a. Menschen mit Querschnittlähmung fit machen für ein aktiv gestaltetes Leben. Zu dem auch der Rollstuhlsport gehören könnte, denn – so der DRS: „Sport fördert die eigene Leistungsfähigkeit, macht Spaß und vergrößert das soziale Netzwerk außerhalb des Jobs. So entstehen weitere Kontakte zu Rollifahrern und Fußgängern.“ Unter der Überschrift „Mobil mit Rollstuhl. Fit im Rollstuhl – fit fürs Leben“ bietet der DRS daher einige Kurse und Trainings an:

  • Der passende Rollstuhl. Die wichtigsten Punkte, auf die es bei der Adaption zu achten gilt, werden vorgestellt. Weitere Punkte: Drehachse und Kippsicherung. Tipp: Wer sich tiefergehend mit diesem Thema beschäftigen will, kann über den DRS das Buch „Rollstuhlversorgung bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen“ von Susanne Bröxkes und Ute Herzog bestellen (ISBN 3-9809245-0-5, Kosten: 15 EUR plus 3,50 EUR Versand)
  • Rollstuhl- und Mobilitätstrainingskurse. Der DRS bietet – ähnlich wie die Manfred-Sauer-Stiftung – Rollstuhl- und Mobilitätstrainingskurse an.
  • Fit bleiben zuhause – Stabgymnastik für Rollstuhlfahrer.  Die Problemstellung kennen vermutlich viele Rollstuhlnutzer: Durch das lange Sitzen haben sie Rückenbeschwerden, zudem werden einzelne Muskelgruppen einseitig belastet, andere hingegen zu wenig gefordert. Da, so der DRS, „für den sicheren Umgang mit dem Rollstuhl … gerade die Kraft und Beweglichkeit der Oberkörpermuskulatur wichtig“ ist, haben die Experten des DRS haben ein Trainingsprogramm mit Ausgleichsübungen zusammengestellt. Das Poster steht hier zum Download bereit, kann aber auch kostenfrei beim DRS bestellt werden. Für mehr Informationen siehe Beitrag: Rückentraining für Rollstuhlfahrer. Basierend auf dem Programm entstand die
  • Videoreihe „Funktionelle Oberkörpergymnastik für Rollstuhlfahrer“
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Das Training haben Peter Richarz vom DRS und Stefan Lange, Fitness- und Mobilitätstrainer für Rollstuhlfahrer, ausgearbeitet. Je nach Läsionshöhe soll die Muskulatur in den Armen (Bizeps, Außenrotatoren,Trizeps), Brust, Hals, hinterem und vorderen Schultergürtel, Rumpf und Wirbelsäule mobilisiert und gedehnt werden.

  • Videoreihe DRS-Workout für Rollstuhlfahrer. Die Videoreihe entstand in Zeiten von Corona und körperlicher Distanz, um es Rollstuhlfahrern zu ermöglichen, trotz geschlossener Fitness-Studios in Bewegung zu bleiben. Verschiedene Fachbereiche des DRS zeigen, wie man auch zu Hause mit unkomplizierten Übungen und der Hilfe von alltäglichen Gegenständen fit bleiben kann. Im ersten Teil „Fitnesstraining mit Gewichten“ stellt z. B. Timon Luu (DRS-Übungsleiter, WCMX-Weltmeister Division 3 im Jahr 2019 und stellvertretender Vorsitzender des DRS-Fachbereichs „WCMX“, siehe auch Beitrag: Reportage über WCMX-Weltmeister Timon Luu ) ein Schulter-Arm-Training mit Gewichten vor, das laut DRS einfach umzusetzen ist:
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Mobilitätsprojekte des DRS

Der DRS setzt in Kooperation mit Partnern vier unterschiedlicher Projekte um, die die Mobilität von Rollstuhlfahrern direkt oder indirekt fördern sollen:

  • Richtig mobil – vom Klinikbett zum Sportverein. Ein Angebot u. a. für Menschen mit traumatischer Querschnittlähmung. In den Querschnittzentren lernen die Patienten Bewegungsmöglichkeiten kennen, die sie auch zuhause nutzen können. Zudem können sie einige Rollstuhlsportarten noch in der Reha ausprobieren um für sich die passende Sportart zu finden. Parallel vermitteln die Sporttherapeuten Kontakte zu konkreten Ansprechpartnern kooperierender und wohnortnaher Sportvereine. Mit im Projekt-Paket: Ein Rucksack gefüllt mit Wissen und kleinen Präsenten, der eine Hilfe zur Selbsthilfesein soll, um Selbstständigkeit und Selbstbewusstsein zu erlangen.
  • Inhouse-Schulungsreihe: Sicher mobil. Folgende Themen stehen zur Auswahl und können individuell zusammengestellt werden: Sichere Beförderung von Rollstuhlnutzern (Rückhaltesysteme zur Personensicherung, Kraftknoten-Sicherheitssystem nach DIN 75078), Anleitung zum gesundheitsbewussten Helfen und Assistieren, Aspekte zur Rollstuhlversorgung (Anpassung, Informationen zu gesetzlichen Grundlagen), Mobilitätsentwicklung und –förderung (Hilfsmittelgebrauchsschulung, Fahrtechniken). Kosten: Für ein Tagesseminar in einer Einrichtung 300 EUR.
  • Kompetent mobil: Kompetenz für Alltag und Beruf. Es werden Verantwortliche für den Bereich Mobilität geschult, die umfassendes theoretisches und praktisches Wissen für die alltägliche Arbeit mit Menschen mit Mobilitätseinschränkungen erhalten, das sie als Multiplikatoren weitergeben sollen. Einige Lernziele: Wege zur Arbeit – sicheres Erreichen des Arbeitsplatzes. Kompetent mobil mit Bus, Bahn, Fahrrad, Handbike oder Rollstuhl. Reduktion von Unfallrisiken. Betriebliche Gesundheitsförderung. Siehe auch Beitrag Das Projekt „kompetent mobil“.
  • Gemeinsam mobil: Inklusion in Betrieben erlebbar machen. Ein Gemeinschaftsprojekt des DRS und Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse. Das Projekt richtet sich an Schwerbehindertenvertreter, Personalverantwortliche und Betriebsräte von Mitgliedsbetrieben der BG. Mögliche Inhalte: Sport und Inklusion aus der Sicht des Aktiven (Rollstuhlnutzer), Perspektivwechsel und SelbsterfahrungenHerausforderungen im Alltag (einfache Rollstuhltechniken und Geschicklichkeitsformen), Rehabilitationssport und Fitness.