Einparken mit der Smartphone-App

Da hilft auch kein Bauch Einziehen: In manchen Parklücken oder Garagen kommt man mit dem Rollstuhl weder rein noch raus aus dem Auto. Besonders blöd, wenn es sich um den eigenen Stellplatz handelt. Einige Wagen begegnen Super-slim-Parkplätzen mit einem ferngesteuerten Einpark-Assistenten.

Bild 110948519 Copyright Robert Kneschke, 2013. Mit Genehmigung von Shutterstock.com

Er ist nicht sichtbar und man kann mit ihm auch keine Kippe rauchen gehen. Aber der Einpark-Assistent könnte sich schnell unentbehrlich machen, denn er setzt das eigene Auto wie von Geisterhand in enge Parklücken – während der Fahrer ihn per App von außerhalb des Fahrzeugs steuert.

Assistent mit räumlichem Vorstellungsvermögen

Wie die Fachzeitschrift CarIT im Juli 2015 berichtete, will Mercedes seine neue E-Klasse im Frühjahr 2016 mit erweitertem Fahrerassistenzsystem einführen. Der BMW 5er ziehe voraussichtlich Ende 2016 nach und soll 2017 erhältlich sein (Nagel, 2015).

Während die Hardware in den Fahrzeugmodellen bereits vorhanden sein wird, erhält der Kunde die für das Remote-Parking notwendige App dazu online im entsprechenden Store.

Zum Einparken verlässt er das Auto vor der Parklücke, sucht das verfügbare Einparkmanöver in der App auf seinem Smartphone, erteilt die Freigabe für den Start und steuert den Vorgang per Fingerbewegung auf dem Display. Über Sensoren und Kameras vermisst der Einpark-Assistent die angesteuerte Lücke, nur Gas geben und bremsen muss der Fahrer vom Display aus selbst.

Die Kommunikation zwischen Fahrer und Auto funktioniert nach Angaben von Mercedes Benz über eine Distanz von ca. 3 Metern und kann nur von außerhalb des Fahrzeugs in Gang gesetzt werden (Nagel, 2015). Der Start des Parkvorgangs ist ausschließlich in Verbindung mit dem Autoschlüssel möglich, wobei das System erkennen kann, ob sich dieser im oder außerhalb des Wagens befindet. Auch das Ausparken funktioniert nur mit entriegeltem Fahrzeug und im unmittelbaren Umkreis.

Entwicklung schreitet voran

Volkswagen arbeitet derzeit an einer Automatik mit Remember-Funktion, d. h. der Vorgang wird einmal durchgespielt und soll danach abgespeichert und vom System selbstständig durchgeführt werden können (Grundhoff, 2015) . Fehlt nur noch, dass das Auto vorher noch mal kurz zum Tanken fährt.

Universal Design

Der Einpark-Assistenz fügt sich nahtlos in das Konzept vom „Universal Design“, wonach eine Entwicklung sowohl im Sinne der Barrierefreiheit für Menschen mit Behinderung nützlich ist als auch im allgemeinen Gebrauch.

Die Entwickler dürften hier den Standard-Fahrer im Sinn gehabt haben, der Schrammen und Beulen an seinem Auto beim Manövrieren auf dem Parkplatz oder in der Garage vermeiden will oder keine Lust hat, sich in sein zugeparktes Auto zu quetschen. Quasi nebenbei haben sie somit auch ein rollstuhlspezifisches Barrierenproblem in Angriff genommen.

 

 

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