Für Super-Slim-Parklücken: Einparken via Fernbedienung oder App

Die Parklücke oder der Stellplatz ist frei – aber so eng, dass ein querschnittgelähmter Fahrer nach dem Einparken im Auto gefangen wäre, weil sich die Türen nicht weit genug für einen Transfer in den Rollstuhl öffnen lassen. Mit ferngesteuerten Einpark-Assistenten kann man diese Zwickmühle vermeiden.

Vor allem hochpreisige Pkw bieten die Möglichkeit, per Fernbedienung einzuparken.

Immer mehr Pkw werden – teilweise als Sonderausstattung – mit einem autonomen Parkassistenten ausgestattet. Einige Fähigkeiten dieser Assistenten gehören vermutlich eher in die Kategorie „Nice to have“: Es ist bequem und praktisch, wenn das Auto sich wie von Geisterhand gesteuert perfekt parallel zur Bordsteinkante ausrichtet, auch wenn die Parklücke ultrakurz ist – aber ein geübter Fahrer kommt mit solchen Situationen wahrscheinlich auch ohne technische Unterstützung klar.

Manche Parkassistenten können aber noch mehr – und hier wird es für Rollstuhlfahrer besonders interessant: Mit ihrer Hilfe kann das Auto via Smartphone-App oder Bedienungstool auf dem Schlüssel (der Favorit des ADAC) in eine Parklücke gelenkt werden, ohne dass der Fahrer noch im Wagen sitzen muss. Man positioniert sich in der Nähe des Autos, drückt aufs Knöpfchen, lässt den Motor an und das Fahrzeug in Schrittgeschwindigkeit in die Lücke hinein- oder aus ihr herausgleiten. In der Praxis könnte dies für Menschen mit Querschnittlähmung bedeuten: Sie können zunächst bequem vom Fahrersitz in ihren Rollstuhl transferieren und erst danach den Wagen ferngesteuert in die Super-Slim-Parklücke bugsieren.

Sieben Park-Assistenten im Vergleich

Der ADAC hat die autonomen Parkassistenten von sieben Pkw-Typen von der Kompaktklasse bis zum Sportwagen in unterschiedlichen Situationen (Längsparken, Querparken, besonders enge Parklücken) genauer unter die Lupe genommen. Nur die teureren Fahrzeuge (BMW 5er, Kia Sorento, Porsche 911, Mercedes S-Klasse und VW Touareg) boten auch die Möglichkeit, den Wagen von außerhalb in die Parklücke zu steuern (Stand: Juli 2021, siehe auch externer Link Einparken auf Knopfdruck: So gut parken Autos automatisch ein).

Wer hofft, dass er dank Technik das Auto die ganze Parkarbeit alleine machen lassen kann, während er sich schon mal Richtung Café begibt, freut sich zu früh: Aus Sicherheitsgründen muss der Fahrer – respektive der Finger an der Fernbedienung – nah am Wagen bleiben, bis dieser die endgültige Parkposition erreicht hat. Ein unbeaufsichtigter Wagen bricht den Parkvorgang ab und bleibt einfach mitten im Weg stehen – was wiederum zumindest unbequeme Nachfragen von anderen Verkehrsteilnehmern oder der Polizei nach sich ziehen dürfte.

Gutes Beispiel für Universelles Design

Man kann vermutlich davon ausgehen, dass die Remote-Assistenten nicht in erster Linie erfunden wurden, um es Rollstuhlfahrern möglich zu machen, auch in schmale Parklücken einzuparken. Vermutlich steht hinter der Entwicklung eher der Wunsch, Durchschnittsautofahrern künftig zu ersparen, sich in engen Parklücken aus dem Auto herausschlängeln zu müssen. Aber was soll´s? Herausgekommen ist eine Technik, die auch – oder gerade – für Rollstuhlnutzer von großem Vorteil ist. So gesehen ist das Einparken per Fernbedienung oder App ein gelungenes Beispiel für Universelles Design. Das aber im Moment noch seinen Preis hat: Die Technik dazu steckt in ohnehin hochpreisigen Wagen – und kostet momentan (Stand: Juli 2021) 4500 bis 5000 Euro.

Was die Assistenten alles können, zeigt in der Kurzzusammenfassung ein Video des ADAC:

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Wie Menschen mit Querschnittlähmung einen Pkw für ihre Bedürfnisse umrüsten können, schildert der Beitrag Automobil: maßgeschneiderte Umbauten für Rollstuhlfahrer. Um die Kostenfrage geht es im Beitrag Leistungen zur Mobilität: Zuschüsse für Kauf und Umbau eines Autos