Broschüre zur Selbsthilfe von eingewanderten Familien mit behinderten Kindern

Die Bundesvereinigung Lebenshilfe e.V. hat die Broschüre „Elternschaft – Migration – Behinderung. Wie Selbsthilfe gelingen kann“ veröffentlicht. Sie richtet sich an Akteure in Beratungs- und Frühförderstellen, Kitas und Schulen, in ambulanten Diensten oder Werkstätten für Menschen mit Behinderung. Ziel ist die Stärkung der Selbsthilfe von eingewanderten Eltern behinderter Kinder.Bild 86342506 copyright Zurijeta, 2013 Mit Genehmigung von Shutterstock.com

Eingewanderte Eltern von Kindern mit Behinderungen engagieren sich aus den gleichen Gründen wie nicht eingewanderte Eltern in Selbsthilfegruppen: „Sie suchen für ihre Kinder bessere Teilhabemöglichkeiten und gesellschaftliche Inklusion. Für sich selber suchen sie einen besseren Zugang zum Hilfesystem, mehr Informationen über Unterstützungsmöglichkeiten und ganz konkrete Unterstützung, um sich im Dschungel komplizierter Anspruchsgrundlagen und Fördermöglichkeiten zurechtzufinden“ (Lebenshilfe, 2015). Zu diesem Schluss kamen die Teilnehmer einer Fachtagung zum Thema Selbsthilfe eingewanderter Familien, die im Herbst 2015 in Berlin stattfand. Aus der Tagung ist die Broschüre „Elternschaft – Migration – Behinderung. Wie Selbsthilfe gelingen kann“ hervorgegangen.

Unterstützende Haltung und Kompetenz

Selbsthilfevereine wie der türkisch-deutsche Verein zur Integration behinderter Menschen (TIM) aus Nürnberg oder der Verein BeMig zur Förderung behinderter Mirgranten aus Dortmund wollen zwischen den Angeboten und Einrichtungen des deutschen Hilfesystems und den betroffenen Familien vermitteln. Damit nehmen sie sich migrationsspezifischer Barrieren an, die betroffenen Familien den Zugang zu Unterstützungsangeboten erschweren. Dazu zählten u. a. sprachliche und bürokratische Hürden im Hilfesystem, ein unsicherer Rechtsstatus, Diskriminierung und Erfahrungen sozialer und ökonomischer Deklassierung durch die Migration, heißt es in der Einleitung der Broschüre.

Damit Akteure in Beratungs- und Frühförderstellen, Kitas und Schulen, in ambulanten Diensten oder Werkstätten für Menschen mit Behinderung dem Bedarf der betroffenen Eltern kompetent begegnen können, richtet sich der Ratgeber insbesondere an sie und soll sie dabei unterstützen, das Selbsthilfepotenzial von Eltern mit Migrationshintergrund zu stärken und weiterzuentwickeln. „Die Kompetenz und die Haltung, mit der Fachkräfte Eltern begegnen, sind entscheidend dafür, ob Eltern Zugang zu Angeboten finden, die ihre Kinder optimal fördern und die sie selbst unterstützen“ (Lebenshilfe, 2015).

Aus dem Inhalt

Teil 1 Perspektive Forschung – Über die Stärkung des Empowerments an der Schnittstelle von Migration und Behinderung

  • Die Orientierungen im Hilfesystem
  • Selbsthilfepotenzial
  • Fazit

Teil 2 Perspektive Methodisches Vorgehen – „Du hörst nur mit dem Herzen gut!“ ‑ Dialogische interkulturelle Kommunikation mit eingewanderten Familien in Diensten und Einrichtungen der Behindertenhilfe

  • Die Familien
  • Zehn Thesen zum Thema Migration und zur Unterstützung von Familien mit Migrationshintergrund
  • Das Modell der interkulturellen Kommunikation von Georg Auernheimer und dessen Anwendung
  • Interkulturelle Kommunikation als Dialog auf Augenhöhe
  • Einladung zum Dialog

Methoden, die eine vertrauensvolle Kommunikation fördern

  • Bewusstes Sprechverhalten
  • Arbeiten mit Sprachmittler/innen
  • Wie man Sprachmittlung auch ohne Finanzierung ermöglichen kann

Teil 3 Perspektive Praxis stellt Selbsthilfegruppen eingewanderter Familien mit behinderten Angehörigen, Inklusions- sowie Mentorenprojekte beispielhaft vor.

Im 4. Teil Ein Fazit mit Handlungsempfehlungen geben die Autoren Tipps und Anregungen für die erfolgreiche Selbsthilfearbeit.

Die 2. Auflage der Broschüre kann im Shop der Bundesvereinigung Lebenshilfe (Hrsg.) für 5 Euro zzgl. Porto bestellt werden.

Elternschaft, Migration, Behinderung – Wie Selbsthilfe gelingen kann

2. Auflage 2016, DIN A4, broschiert, 64 Seiten,
ISBN: 978-3-88617-557-4; Bestellnummer LEA 557
5,– Euro [D]; 6.50 sFr.

 

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