Singen: Quelle der Kraft für Körper und Geist

Manche tun es alleine unter der Dusche oder in der Badewanne, andere im Auto oder in Gesellschaft in der Kirche oder im Verein. Egal wo man es tut, Singen kann eine erhebliche Bereicherung des Lebens darstellen und bietet auch gesundheitliche Vorteile.

Bild Rico Copyright Ricardo Westendorf, 2016 Mit freundlicher Genehmigung

Wie im Beitrag Musiktherapie – Der Klang des Unaussprechlichen beschrieben, kann die Musik nach einer traumatischen Querschnittlähmung Betroffenen dabei helfen das Erlebte zu verarbeiten und mit der neuen Situation klarzukommen. Dabei hat sie das Ziel, Körper, Sinne, Gefühle, intellektuelle und geistige Fähigkeiten zusammenwirken zu lassen. Musik ist ein geeignetes Medium auf der Suche nach der inneren Quelle der Freude und Kraft (Zäch/Koch, 2006). Allerdings sollte die Musiktherapie im klassischen Sinne immer unter der Anleitung eines erfahrenen Therapeuten erfolgen. Musik lässt sich aber auch sehr gut im Privatleben wohltuend einsetzen, und vor allem das Singen kann sich lohnend auf Geist und Körper auswirken.

Die wohltuende Wirkung des Singens

Aufgrund positiver Erfahrungen sind viele Menschen von der heilenden Kraft des Singens überzeugt. Es gibt aber auch wissenschaftliche Studien, die die wohltuende Wirkung, die regelmäßig praktizierter Gesang untersucht haben und sie bestätigt. Für Querschnittgelähmte kann das Singen sowohl in psychischer als auch in physischer Hinsicht interessant sein.

  • Singen trainiert die Stimme
    Wie eine Querschnittlähmung die Stimme beeinflussen kann, wird im Beitrag Stimme und Querschnittlähmung erklärt. Eine Gesangsschulung kann dabei helfen, diesen verändert Stimm­apparat zu trainieren bzw. zu kompensieren, indem die Stimm­bänder verdickt und gestrafft und die Muskeln, die den Kehlkopf nach unten ziehen und damit den Klangraum vergrößern, gekräftigt werden. Singen kann also u. U. die Stimme davor bewahren dumpf und hauchig zu klingen und ihr einen jungen, vitalen Ton verleihen.
  • Singen vertieft die Atmung
    Singen vertieft die Atmung und es kommt daher zu einer besseren Sauerstoffversorgung der Körperorgane und des Gehirns, bis hinein in jede Körperzelle. Beim Singen wird auf natürliche Weise die Zwerchfell-Atmung aktiviert, was die Entspannung fördert. Besonders das Singen einfacher Lieder, ohne Noten wie z.B. Mantra-Singen führt zu einer Verlangsamung der Atmung mit entsprechender Entspannungswirkung. (Siehe auch: Atemproblematik).
  • Regelmäßiges Singen ist wie „inneres Joggen“
    Intensives regelmäßiges Singen erhöht die Herz-Kreislauf-Fitness. So sollen Profi-Sängern im Vergleich zu Nicht-Sängern (und Nicht-Sportlern) eine deutlich erhöhte „Herzratenvariabilität“ haben; vergleichbar mit der von Dauerläufern.
  • Singen macht glücklich
    Beim Singen steigen Botenstoffe und Hormone wie Serotonin, Noradrenalin und der Beta-Endorphine, die in eine glückliche und gehobene Stimmung versetzen und gleichzeitig Angst und Schmerz reduzieren können. Zudem wird beim Singen das „Kuschelhormon“ Oxytocin freigesetzt zu dessen Ausschüttung es gewöhnlich beim Stillen oder Sex kommt und das zu einem starken Gefühl der Liebe und Verbundenheit führt und zudem entspannt und einen erholsamen Schlaf ermöglicht (siehe: Schlafstörungen bei Querschnittlähmung).
  • Singen vermindert Stress
    Beim Singen kommt es zu einem raschen Abbau der Stresshormonen Kortisol und Adrenalin. Zudem werden durch die Konzentration auf Melodie und Text unangenehme Gedankenströme unterbrochen und machen Platz für innere Ruhe und Entspannung. (Siehe auch: Stress – Nur eine beiläufige Komponente?)
  • Singen stärkt das Immunsystem
    Durch zwei Studien konnte bei Chorsängern nachgewiesen werden, dass durch Singen der Anteil an Antikörpern, die an den Schleimhäuten des Körpers sitzt und Krankheitserreger und Allergene beim Eindringen in den Körper bekämpft und unschädlich machen. (Siehe auch: Das Immunsystem und Das Immunsystem stärken)
  • Singen fördert soziale Begegnungen und zwischenmenschliche Verbundenheit
    Jede Aktivität, die mit anderen Menschen gemeinsam durchgeführt wird, fördert das Gefühl der zwischenmenschlichen Verbundenheit und trägt so zu Sicherheit und Wohlbefinden bei. Das Chorsingen kann eine Form der sozialen Begegnung sein und kann somit das Wir-Gefühl stärken.

Bild-83217673 Copyright Lorelyn-Medina, 2013 Mit Genehmigung von Shutterstock.com

Einfach lossingen

Wer sich ein bisschen davor scheut, vor anderen zu singen, kann es natürlich alleine tun und dabei Spaß haben. Wer gerne in einer Gruppe singen möchte, sieht sich am besten in der direkten Nachbarschaft um. Chöre und Gesangsvereine gibt es in fast allen Städten und Gemeinden. Für Menschen, die nicht immer „das Übliche“ singen möchten, gibt es auch Gruppen, die Chants, Mandren u. ä singen. Zu einer Liste geht es hier: Gesangsgruppen

Weitere Informationen

Für weitere Informationen zur wohltuenden Wirkung von Musik und Musizieren siehe: Musiktherapie – Der Klang des Unaussprechlichen.

Fragen & Kommentare

Fragen & Kommentare zu diesem Artikel


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu hinterlassen.

Zur Registrierung geht es hier lang.