Pop n Drop – So wird der Rollstuhl zum E-Roller

Mit einem E-Roller durch die Gegend zu flitzen macht Spaß. Und wieso sollten Rollstuhlfahrer von diesem Spaß ausgeschlossen sein, fragte sich der US-amerikanischer Tüftler Sergio Scognamiglio und erfand den Pop n Drop Adapter.

popanddrop

Kinder ab dem Grundschulalter sausen heutzutage (wieder) auf Rollern durch die Gegend. Dabei handelt es sich nicht um die großen, sperrigen Gerätschaften, die die Generation ihrer Eltern nutzte, sondern kleine, schlanke, handliche Modelle, die sich zusammenfalten lassen und auf denen man auch beachtliche Geschwindigkeiten erreichen kann. Noch schneller sind diese Roller, wenn sie mit einem elektronischen Zusatzantrieb ausgestattet sind. Sie fahren je nach Hersteller bis zu 30 km/h und man kommt, ebenfalls herstellerabhängig, mit einer voll aufgeladenen Batterie bis zu 30 Kilometer weit. Geeignet sind sie für Erwachsene und Jugendliche mit Mofaführerschein (siehe: Zulassung von Rollstuhlzuggeräten) und Helm.

Vom Spaßfaktor mal abgesehen hat der Pop n Drop natürlich auch einen nüchterneren Nutzen: Mit ihm lässt sich der manuelle Rollstuhl ohne großen Aufwand mit einem elektronischen Zusatzantrieb ausstatten. Interessant ist das vor allem für Leute, die zuhause ganz gut mit ihrem manuellen Rollstuhl klarkommen, sich aber unterwegs, z. B. beim Einkaufen, im Urlaub, beim Stadtbummel, auf Spazierfahrten und wenn es moderate Steigungen hinaufgeht, Unterstützung wünschen.

So funktioniert der Pop n Drop

Der Pop n Drop wird als Adapter am Roller angebracht und nicht etwa am Rollstuhl, wo er für zusätzliches Gewicht sorgen würde, wenn der Roller gerade nicht im Einsatz ist. Mit dem Rollstuhl fährt man dann über die Stehfläche des Rollers und lässt die Unterseite der Fußraste in den Adapter einrasten. Mit etwas Übung gelingt dies innerhalb weniger Sekunden.

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Der Adapter lässt sich an die unterschiedlichen Größen manueller Rollstühle anpassen. Verwenden lässt er sich ausschließlich an Starrahmenrollstühlen mit fester Fußraste von 18 bis 25 cm Breite; nicht geeignet sind faltbare Rollstühle und/oder solche mit wegklappbaren Fußrasten.

Kosten

Der Adapter an sich kostet nicht so viel. Schon für ca. 290 Euro (325 US $ (excl. MwSt.)) ist er zu haben. (Stand: April 2020)

Hinzu kommen allerdings die Versand- und Importkosten aus den USA; außerdem muss noch der Roller an sich vorhanden sein. Wenn man ein hochwertiges Produkt wählt – und das sollte man, denn immerhin wird der Roller einiges an Gewicht zu ziehen haben – muss man hierfür mit einem Preis von ca. 900 Euro rechnen. Der Hersteller hat den Adapter an den Roller EcoReco angepasst; möglich ist aber auch eine Verwendung mit anderen Modellen deren Stehfläche nicht breiter als 15 cm ist.

Damit ist der Adapter mit Roller immer noch preisgünstiger als die meisten Rollstuhlzuggeräte auf dem Markt. Zusätzlich bietet die Pop n Drop Variante noch den Vorteil, dass der Roller ggf. von Familienmitgliedern ohne Rollstuhl genutzt werden kann.

Vertriebspartner gesucht

Derzeit ist der Pop n Drop nur direkt beim Hersteller in den USA zu beziehen (siehe: http://www.myfastchair.com/). Das Team um Erfinder Scognamiglio sucht aber nach Vertriebspartnern, um den Pop n Drop weltweit anbieten zu können. Interessenten wenden sich bitte an Sergio über folgendes Kontaktformular: Partners

Siehe auch: Mobil mit Speedy, SwissTrac und Co.

Ein Gedanke am Rande: Wer mit dem Pop n Drop ausgerüstet ist, kann auch wunderbar ein Trittbrett verwenden. Siehe: Trittbrett am Rollstuhl.