Alternative Methoden zur Behandlung von Ödemen

Zu Ödemen kann es bei Querschnittlähmung aus verschiedenen Gründen kommen. Neben der Behandlung der entsprechenden Ursachen, können alternative Maßnahmen ergriffen werden, um Ödeme zu behandeln bzw. sie zu vermeiden.

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Wie im Beitrag Ödeme bei Querschnittlähmung beschrieben, ist die wichtigste Sofortmaßnahme bei geschwollenen Armen oder Beinen das Lockern bzw. Entfernen von enger Kleidung oder Schmuck, um ein Einschneiden in die Haut zu vermeiden. Auch sollten die betroffenen Extremitäten hochgelagert, d. h. in eine Stellung über dem Herz gebracht werden, sodass die Schwerkraft dazu führt, dass die Zellflüssigkeit aus den Extremitäten in einen tiefer gelagerten Teil des Körpers zurückfließt. Um Ödemen vorzubeugen ist das Tragen von Stützstrümpfen bzw. -ärmeln anzuraten. Für die traditionelle Behandlung bei Inaktivitätsödemen, der Ödemtherapie, sowie für Prophlaxemaßnahmen siehe: Ödemtherapie bei Querschnittlähmung.

Ernährung bei Ödemen

Bei Ödemen sollte man auf zu viel Salz im Essen verzichten, da eine salzreiche Ernährung Wasser im Körper bindet. Man kann über die Nahrung aber auch gezielt ein Ausschwemmen von zu viel Flüssigkeit fördern. Vor allem kaliumreiche Lebensmittel können dabei hilfreich sein.

Kaliumreiche Lebensmittel

Der Mineralstoff Kalium kommt vorwiegend in pflanzlichen Nahrungsmitteln vor und schlägt so in die Kerbe der ohnehin bei Querschnittlähmung geltenden Ernährungsregeln (siehe: Ernährung bei Querschnittlähmung), die den Verzehr von mindestens fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag empfehlen. Mit über 350 mg pro 100 g des frischen Produkts sind vor allem folgende Obst- und Gemüsesorten besonders reich an Kalium:

  • Artischocken
  • Bambussprossen
  • Bananen
  • Brokkoli
  • Grünkohl
  • Fenchel
  • Kartoffeln
  • Kohlrabi
  • Kürbis
  • Mangold
  • Rosenkohl
  • Pilze (fast alle Sorten)
  • Spinat
  • Süßkartoffeln

Auch Hülsenfrüchte und Forelle sind gute Kaliumquellen.

Zu einem Kaliummangel kann es bei chronischen Durchfällen, der Verwendung von Abführmitteln und der Einnahme bestimmter Medikament (z. B. Diuretika) sowie bei Nierenerkrankungen kommen.

Alternative Therapien

Die Alternativmedizin* kennt verschiedene Methoden, mit denen Ödemen entgegengewirkt werden können. Schüssler-Salze sollen den körpereigenen Wasserhaushalt regulieren, Bachblüten unterstützen das emotionale Loslassen und die, in der Phytotherapie eingesetzten Heilpflanzen können einen entwässernden Effekt erzielen.

Bach-Blütentherapie bei Ödemen

Wie im Beitrag Zur inneren Harmonie mit der Bach-Blütentherapie beschrieben beruht die Behandlung mit Bach-Blüten darauf, dass Gefühle sich körperlich manifestieren und Ödeme z. B. auf ein zwanghaftes Festhalten von unerwünschten Energien hinweisen. Bei der Behandlung helfen können:

  • Chestnut Bud (Rosskastanienknospe)
    Eingesetzt zur Verarbeitung belastender Erfahrungen ermöglicht die Blüte Chestnut Bud das Abwerfen von emotionalem (und somit auch körperlichem) Ballast.
  • Mustard (Wilder Senf)
    Wird eingesetzt falls die Ödeme (auch) hormonelle Ursachen haben.
  • Water Violet (Sumpfwasserfeder)
    Wird eingesetzt, wenn die Ödeme mit Nieren- und/oder Lungenerkrankungen in Verbindung gebracht werden können. Um Übrigen wirkt Water Violet ähnlich wie die Blüte Chestnut Bud.

Einnahme und Behandlung mit den Bach-Blüten

Die erste der zugeordneten Blüten sollte auf jeden Fall gegeben werden. Die an zweiter Stellte genannte Blüte kommt hinzu, wenn es sich um ein tiefgreifendes Problem handelt, die dritte bei einer mittelschweren Störung und die vierte im leichtesten Fall.

  • Die Einnahme erfolgt wenn nicht anders verordnet wie folgt:
  • 4-mal täglich 4 Tropfen der persönlichen Mischung direkt auf die Zunge geben und einen Augenblick im Mund behalten.
  • Bei akutem Bedarf – unter Umständen bis zu drei Tagen – stündlich 4 Tropfen einnehmen.
  • Die Einnahme empfiehlt sich nicht direkt vor oder nach dem Essen oder Zähneputzen.
  • Eine Wechselwirkung mit anderen Mitteln wird ausgeschlossen.

Die Behandlungsdauer ist von der individuellen Situation abhängig. Grundsätzlich kann die Einnahme fortgeführt werden, bis ein Erfolg, d.h. eine Besserung der zu behandelnden Beschwerden eintritt. Als Faustregel gilt:

  • Behandlungsdauer in akuten Situation: 3-4 Wochen
  • Behandlungsdauer bei chronischen Zuständen: mehrere Monate

Bach-Blütenessenzen kann man als Vorratsflaschen im Internet-Versandhandel oder in Apotheken erwerben. Eine Mischung aus den einzelnen Blüten kann man sich selbst zusammenstellen oder sich zusammenstellen lassen.

Phytotherapie bei Ödemen

Vor allem Tees aus entwässernden Kräutern kommen bei der Behandlung von Ödemen oft zum Einsatz; bei Herz- und/oder Nierenerkrankungen ist eine Rücksprache mit dem Arzt von entscheidender Wichtigkeit.

  • Birkenblätter
  • Brennnessel
  • Löwenzahn
  • Zinnkraut

Diese Heilpflanzen können als Tee oder Pflanzensaft getrunken oder im Fall von jungen Brennnesseln oder jungem Löwenzahn im Salat oder als Spinatgemüse gegessen werden.

Schüssler-Salze bei Ödemen

Wie im Beitrag Bach-Blüten und Schüssler-Salze bei Darmproblemen beschrieben, werden bei der Schüssler-Salze Therapie Mineralien in Kleinstmengen eingesetzt, um eine Störung des Mineralhaushalts der Körperzellen zu behandeln. Schüssler-Salze Tabletten bestehen meist aus Milchzucker; für Menschen mit Laktoseintoleranz (Milchzuckerunverträglichkeit) besteht die Möglichkeit Schüssler-Salze in Form von Tropfen (alkoholisch) oder als laktosefreie Globuli einzunehmen.

Obschon sowohl die Annahme Krankheiten entstünden durch Störungen des Mineralhaushalts der Körperzellen als auch eine Behandlung durch homöopathische Gaben von entsprechenden Mineralien hochumstritten sind, können Schüssler-Salze bei einigen Menschen gute Erfolge verbuchen. Bei Ödemen werden vornehmlich die Salze 2, 5, 8, 9 und 10 eingesetzt, die zu verschiedenen Tageszeiten eingenommen werden sollen.

  • Calcium Phosporicum (Nr.2) und Kalium Phosphoricum (Nr. 5)
    Calcium Phosphoricum und Kalium Phosphoricum beeinflussen die Bildung der Körperflüssigkeit und des Gewebes. Eine regelmäßige Einnahme dieser Schüssler-Salze kann der Bildung von Ödemen entgegenwirken. Einnahme und Dosis: Calcium Phosphoricum am Morgen und Kalium Phosphoricum am frühen Nachmittag 2 – 3 Tabletten/Globuli langsam im Mund zergehen lassen.
  • Natrium Chloratum (Nr. 8)
    Natrium Chloratum hat einen großen Einfluss auf den osmotischen Druck und hat demzufolge einen regulierenden Einfluss auf den Wasserhaushalt im Organismus. Einnahme und Dosis: Mehrmals täglich 2 – 3 Tabletten/Globuli langsam im Mund zergehen lassen.
  • Natrium Phosphoricum (Nr. 9)
    Ein etwaiger Säureüberschuss im Körper kann die Bildung der Ödeme begünstigen. Natrium Phosphoricum reguliert den Säuren-Basen-Haushalt und aktiviert die Stoffwechseltätigkeit. Einnahme und Dosis: Abends 2 – 3 Tabletten/Globuli langsam im Mund zergehen lassen.
  • Natrium Sulfuricum (Nr. 10)
    Natrium Sulfuricum soll Wasser aus dem Organismus ziehen und es auf natürliche Weise ausscheiden. Einnahme und Dosis: 3 x täglich je 2 – 3 Tabletten/Globuli langsam im Mund zergehen.

Akupressur bei Ödemen

Die ohnehin irritierte Haut darf bei Ödemen nicht zusätzlich durch eine Akupunkturbehandlung gereizt bzw. verletzt werden. Akupressurbehandlungen hingegen können gefahrlos durchgeführt werden. Um angesammelte Gewebeflüssigkeit abzutransportieren, kennt man in der Akupressur verschiedene Griffe, die im Beitrag Wasserüberschuss (externer Link) auf der Website Akupunkturpunkte angezeigt werden.

 

 

*Die beschriebenen Methoden sind beispielhaft und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie ersetzen keinen Arztbesuch und sind nur in Absprache mit dem behandelnden Arzt bzw. Therapeuten anzuwenden.

 

 

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