Krankenkasse darf Katheter nicht begrenzen

Das Sozialgericht Dresden hat im Oktober 2015 entschieden, dass eine Kasse das individuelle Trinkbedürfnis eines Versicherten nicht beschneiden darf, um an Inkoprodukten zu sparen.

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Das Gericht verurteilte die Krankenkasse zur Versorgung eines querschnittgelähmten Mannes mit acht Kathetern und Bettbeuteln pro Tag, statt der sechs bewilligten. Die Kasse hatte eine Trinkmenge von 2,5 l für angemessen gehalten; der Kläger gab jedoch an, 3,5 l täglich zu trinken. Man dürfe in Bezug auf das individuelle Trinkbedürfnis nicht von Durchschnittswerten ausgehen, so die Richter. Zudem komme der Verbrauch dem persönlichen Sicherheitsbedürfnis des Klägers nach, das ebenfalls nicht zu reglementieren sei.

Die Kasse ging in Berufung vor dem Sächsischen Landesgericht Chemnitz, d. h. das Urteil ist (Stand: Mai 2016) nicht rechtskräftig.