Im Video: Elisa Chirino

Im März 2014 stürzte die damals 16-jährige Kunstturnerin Elisa Chirino beim Training schwer und zog sich eine Rückenmarksverletzung auf Höhe C 3/4 zu. Das ZDF Magazin 37° begleitete die Berlinerin über mehrere Monate hinweg und zeigt wie sie mit der Querschnittlähmung lebt.

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Elisa Chirino, Schülerin an einem Berliner Sportgymnasium, war ein Ausnahmetalent im Kunstturnen und bereitete sich auf die Olympia-Qualifikation vor, bis sie beim Training stürzte und einen doppelten Halswirbelbruch erlitt. Frank Egger und sein Team von 37°, einer Dokumentationsreihe des ZDFs, begleiteten die Berlinerin und ihre Familie nach dem Unfall und zeigen in „Nur eine falsche Bewegung“ ihren Weg in ihr neues Leben im Rollstuhl.

Sendetermine 37° – Nur eine falsche Bewegung

  • 06.06.2016 um 0:15 Uhr auf 3sat

Für alle, die die Sendung verpasst haben oder nochmals sehen möchten, geht es hier zum Video:

Da ihr Unfall während der Schulzeit geschah, handelt er sich um einen BG-Fall, was Chirino zumindest einen gewissen finanziellen Vorteil verschafft. Obwohl sie rund um die Uhr auf Assistenz angewiesen ist, zog sie kurz vor Drehende in eine eigene rollstuhlgerechte Wohnung in Berlin-Lichtenberg und besucht nach über anderthalb Jahren Klinikaufenthalt wieder ihre alte Schule um ihr Abitur zu machen. Dass ihre körperliche Situation sich verbessern könnte, wünscht sie sich weiterhin, auch wenn man ihr von ärztlicher Seite wenig Hoffnung macht.

Und obwohl es während Chirinos Rehabilitation unbestreitbar Verbesserungen gegeben hat – Teile ihrer Handfunktion hat sie zurückgewonnen – ist das, was ihr und ihrer Familie, allen voran ihre Mutter Heike und ihren beiden älteren Schwestern Sandra und Anita, im Alltag am meisten hilft, ein offener und ehrlicher Umgang mit der neuen Situation, die für alle eine Neuorientierung und Umstrukturierung des Lebens bedeutete.

Das ZDF beschreibt „Nur eine falsche Bewegung“ als „eine Langzeitbeobachtung über ein menschliches Schicksal, aber auch über Kampfgeist, Lebenswillen – und Elisas Erkenntnis über den Sinn des Lebens“, der laut Chirino darin bestehe, „dass man das Leben einfach genießen sollte und für jede kleine Sache einfach dankbarer ist als vorher, was einem so selbstverständlich erschien, aber was es ja eigentlich nicht ist.“

In der Tat geht Filmemacher Frank Eggers sehr behutsam und respektvoll an das Thema heran. Auf www.zdf.de/37-grad schreibt er über die Dreharbeiten:

„Um einen Film zu machen, braucht man Menschen, aber keine Opfer. Bei Elisa war es zunächst am schwierigsten, meine eigene Befangenheit zu überwinden. Nie war ich einer jungen Frau begegnet, die ein ähnlich schweres Schicksal getroffen hat. Es war zunächst für mich eine Aufgabe, in Elisa nicht nur das offensichtliche Opfer eines schlimmen Unfalls zu sehen, sondern den Menschen zu erkennen, einen Teenager mit eigenen Vorstellungen, einem besonderen Humor, Gefühlen und Träumen. Und ich wollte bei diesem Film auch auf keinen Fall Elisa Chirino zu einem Opfer machen.“

Eine Herangehensweise, die in den Medien nicht selbstverständlich ist und für die viele Zuschauer, querschnittgelähmte und jene, die eine seriöse Reportage zu schätzen wissen, vor allem aber Chirino selbst, dankbar sein werden.

Fragen & Kommentare

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  1. josef dettendorfer 03.06.2016, 15:55 Uhr

    Hallo, habe verschiedene Berichte über Elisa gelesen und festgestellt das die Verletzung unterschiedlich angegeben sind. Einmal C 3/4 und einmal C4/5 das ist ja ein großer Unterschied.

    • Nikola Hahn 06.06.2016, 11:17 Uhr

      Guten Tag Herr Dettendorfer,

      das ZDF gibt auf seiner Webseite zur Sendung 37° an, Elisa Chirino sei unterhalb des dritten Halswirbels verletzt. Das ist für uns die maßgebliche Angabe, auf die sich auch unser Artikel bezieht.

      Viele Grüße
      Die Redaktion