Das Comeback des treppensteigenden iBOT

Segway und iBOT Erfinder Dean Kamen und der Toyota-Konzern haben eine Kooperation angekündigt, mit der eine neue Generation des revolutionären sechsrädrigen Elektrorollstuhls iBOT auf den Markt gebracht werden soll. Das ist spannend, denn der iBOT kann einiges.

Der iBOT ist ein Elektorollstuhl, der mithilfe zweier in sich rotierender Radpaare und dynamischer Selbststabilisierung Treppen und andere Hindernisse überwinden und sicher auf unebenen Untergrund fahren kann. Dabei sorgt ein computergestütztes Gleichgewichtssystem mit Sensoren automatisch für eine Ausbalancierung, so dass der Rollstuhl nicht umkippen kann. Diesem System liegt auch das Ein-Personen-Transportmittel Segway zugrunde, der ebenfalls von Kamen erfunden wurde (siehe: Segways für Rollstuhlfahrer).

Entwickelt wurde der iBOT von Dean Kamen und seinem Forscherteam der DEKA Research & Development Corporation und war ursprünglich von 2001 bis 2009 auf den amerikanischen Markt erhältlich.

Der iBOT Elektrorollstuhl.

Der iBOT Elektrorollstuhl.

Was der iBOT alles kann:

  • Höhenverstellbare Sitzeinheit
  • Es ist möglich, den Rollstuhl in der Höhe zu verändern, um z.B. hochliegende Regale zu erreichen oder auf Augenhöhe mit Nichtbehinderten kommunizieren zu können.
  • Treppenfunktion
  • Mit der Treppenfunktion lassen sich, mit Hilfe der Radvariationen, Stufen überwinden. (Für weitere Möglichkeiten siehe: Treppen steigen im Rollstuhl)
  • 4-Rad-Funktion
  • Mit der 4-Rad-Funktion kann man auch über unebenes Gelände und querfeldein über Sand, Gras oder Geröll fahren.
  • Stand-Funktion
  • In der Standard-Funktion fungiert der iBOT als normaler Rollstuhl.
  • Remote-Funktion
  • Die Remote-Funktion ermöglicht mittels der abnehmbaren Steuereinheit das Zusammenklappen bzw. die Fernbedienung für Transport und Verladen.

Der iBOT der ersten Generation hatte eine Reichweite von bis zu 20 Kilometern und war bis zu 11 km/h schnell.

Und so sieht es aus, wenn man mit dem iBOT eine Treppe hoch möchte. Es scheint genauso langsam voranzugehen, wie beim Scalevo (siehe: Treppen steigen im Rollstuhl), aber Tatsache ist: Man kommt oben an.

Zusammenarbeit DEKA und Toyota

Bereits 2014 sanken die regulatorischen Auflagen für den iBOT durch eine Neuklassifizierung durch die amerikanische Food and Drug Administration (FDA), und Kamen kündigte die Entwicklung eines Nachfolgemodells an. Zusammen mit Toyota will DEKA nun eine “neue Generation” des iBOT entwickeln und das dabei erarbeitete Wissen auch in andere Roboter- und Assistenz-Systeme unterbringen. “Toyota und DEKA teilen den Wunsch Menschen aus allen Lebensbereichen maximale Mobilität zu ermöglichen”, sagte Kamen über die im Mai 2016 angekündigte Kooperation. “Wir freuen uns sehr über diese neue Zusammenarbeit und sind gespannt, was dies für die Umsetzung unseres Traums bedeuten wird.”

Kosten

Update: Im Sommer 2019 hat die US-amerikanische Firma Mobius Mobility den neuen iBOT auf den Markt gebracht. Er kann bestellt, muss aber vor Ort angepasst werden. Die Kosten betragen erstaunliche 30.ooo US Dollar (ca. 26.750 Euro).

Im Vergleich zum ursprünglichen iBOT der ca. 25.000 – 29.000 US Dollar (ca. 22.200 – 25.750 €) und dürfte damit das Budget der meisten Interessenten sprengen.

 

Fragen & Kommentare

Fragen & Kommentare zu diesem Artikel


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu hinterlassen.

Zur Registrierung geht es hier lang.