IRP Research Prize 2016 verliehen

Martin Schwab, Professor an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) sowie der Universität Zürich, erhielt 2016 den mit 100.000 CHF (ca. 93.000 Euro) dotierten Forschungspreis (ehemals: Schellenbergpreis) der Stiftung Internationale de Recherche en Paraplégie (IRP).Bild_61643104 Copyright lightspring, 2016 Mit Genehmigung von Shutterstock.com

Martin Schwab hat wesentlich zum Aufkommen der Neurowissenschaften beigetragen. Noch bis in die 1980er-Jahre galt das Zentralnervensystem als grundsätzlich irreparabel und daher uninteressant für ehrgeizige Wissenschaftler. Mit diesem Dogma haben Martin Schwab und seine Mitstreiter am Zürcher Hirnforschungsinstitut aufgeräumt. Im Experiment wiesen sie nach, dass selbst im Rückenmark die Regeneration verletzter oder durchtrennter Nervenfasern möglich ist. Sie konnten auch zeigen, dass die Nervenfasern so nachsprießen, dass sich eine funktionelle Erholung einstellt. Betroffene Patienten gewinnen also verlorene Funktionen wieder zurück.

Das Rückenmark kann sich regenerieren

Lange blieben diese bahnbrechenden Erkenntnisse im Labor stecken. Jetzt ist es aber so weit: Die Therapie mit den sogenannten Nogo-A-Antikörpern tritt im dreistufigen Zulassungsverfahren in Phase II: Menschen, die sich eben eine Rückenmarkverletzung mit nachfolgender Querschnittlähmung zugezogen haben, werden die Antikörper direkt – intrathekal – ins Rückenmark eingeführt. Bei diesen Versuchen geht es um die Wirksamkeit, nachdem sich in Phase I die Verträglichkeit der Antikörper als gut erweisen hat. Das Testverfahren ist anspruchsvoll, und die restriktiven Vorgaben der Ethikkommissionen sind strikt einzuhalten. Mit abschliessenden Urteilen zur neuen Therapie ist gemäss Plan 2020 zu rechnen.

Internationale de Recherche en Paraplégie  / Internationale Stiftung für Forschung in Paraplegie

Die Internationalen Stiftung für Forschung in Paraplegie (IFP) ist eine 1991 gegründete Organisation zur Förderung der Forschung zur Heilung von Rückenmarksverletzungen mit Sitz in Zürich. Die Fusion mit der Schwestergesellschaft, der International Foundation for Research in Paraplegia (IRP) in Genf, fand 2014 statt.

Für weitere Informationen siehe: Internationale Stiftung für Forschung in Paraplegie